Es ist mal wieder an der Zeit für etwas Musik und dazu habe ich ganz, ganz tief unten in der großen Kiste gewühlt. Der Song, um den es heute gehen soll, ist nämlich beinahe schon 60 Jahre alt. Dabei handelt es sich um „Johnny Horton’s (The) Jim Bridger (Story)“ und es war einer seiner letzten Songs (vielleicht sogar der letzte). Aber noch weitaus interessanter finde ich die besungene Person, nämlich Jim Bridger. Der gilt als einer derjenigen, welche das Gebiet der heutigen USA überhaupt erst erforscht und zugänglich gemacht haben. Er war keiner der „oberen Zehntausend“, sondern ein naturverbundener „Otto Normalverbraucher“, der Kontakte (friedlich wie feindlich) zu den Ureinwohnern – den Indianern – pflegte. Dem aber auch genau deswegen deren Lebensweise geläufig war, was ihn von denjenigen, die das Sagen hatten unterschied. Es gibt in dem Song die Strophe „He spoke with General Custer and said listen Yellow Hair, the Sioux are the great nation so treat ‚em fair and square. Sit in on their war councils. Don’t laugh away their pride. But Custer didn’t listen, at Little Big Horn Custer died.“ Das ist genau das, was ich als Sinnbild betrachte, nämlich als Sinnbild unserer heutigen Verhältnisse: Kompetenter Nobody triff auf mächtige Inkompetenz.

Wie war das damals? Zitat Wikipedia: „Trotz seiner Beschwerden reiste er [Bridger] unverzüglich nach Fort Laramie und riet Sheridan dringend von diesem Vorhaben ab. Sheridan hörte nicht auf Bridger und gab Oberstleutnant George Armstrong Custer die Leitung für das Unternehmen. Am 27. November griff Custers Truppe am Washita River das Dorf der Cheyenne unter Black Kettle an. Es starben 103 Cheyenne, darunter Black Kettle, die meisten allerdings Kinder und Frauen.“ Das war 1868. Custer überlebte den Rat Bridger’s um gerade mal acht Jahre, weil er (respektive sein Vorgesetzter) nicht auf den „einfachen Mann aus dem Volk“ hörte und fiel – inzwischen zum General avanciert – 1876 in der Schlacht am Little Bighorn. Warum erzähle ich das alles? Weil es auch heute wieder „hochstehende Persönlichkeiten von was Besseres“ gibt, die sich selbsternannt-elitär von Otto Normalverbraucher abheben müssen. Weil es gerade das „Fußvolk“ ist, welches die selbsternannte Möchtegernelite vernichtend zu schlagen vermag. Hier ist also der uralte Song!

(The) Jim Bridger (Story)

Once there was a mountain man who couldn’t write his name
Yet he deserves the front row seat in History’s Hall of Fame
He forgot more about the Indians than we will ever know
He spoke the language of the Sioux, the Black Foot and the Crow

Let’s drink to old Jim Bridger, yes lift your glasses high
As long as there’s the USA don’t let his memory die
That he was making history never once occurred to him
But I doubt if we’d been here if it weren’t for men like Jim

He spoke with General Custer and said listen Yellow Hair
The Sioux are the great nation so treat ‚em fair and square
Sit in on their war councils, don’t laugh away their pride
But Custer didn’t listen at Little Big Horn Custer died

Let’s drink to old Jim Bridger, yes lift your glasses high
As long as there’s the USA don’t let his memory die
That he was making history never once occurred to him
But I doubt if we’d been here if it weren’t for men like Jim

There’s poems and there’s legends that tell of Carson’s fame
Yet compared to Jim Bridger, Kit was civilized and tame
These words are straight from Carson’s lips if you place that story by him
If there’s a man who knows this God forsaken land it’s Jim

Let’s drink to old Jim Bridger, yes lift your glasses high
As long as there’s the USA don’t let his memory die
That he was making history never once occurred to him
But I doubt if we’d been here if it weren’t for men like Jim