„Opa, warum musst du heute Flaschen sammeln?“ „Weil ich meine Altersvorsorge bei so einer Art von Systemwette verloren habe.“ „Pferderennen?“ „Nee – gesetzliche Rentenversicherung!“

Hab‘ da mal was nachgerechnet, weil es ja immer heißt „Rentenloch, private Vorsorge“ usw. Nehmen wir mal an, jemand ist besserverdienend (nein, nicht sooo viel besser) und schafft es wider Erwarten tatsächlich, seine 45 Beitragsjahre lang einzuzahlen. Nehmen wir weiter mal an, dieser Besserverdiener bekommt für seine Arbeit monatlich 3.000€ brutto. Inklusive Arbeitgeberanteil wandern dann Monat für Monat rund 600€ in die Rentenkasse. Macht zusammen: „600€ * 12Monate * 45Beitragsjahre = 324.000€ Einzahlung i. d. Rentenkasse“.

Gut. Der Rentenanspruch beläuft sich anschließend auf rund 1.300€ abzüglich Steuern und Krankenversicherung. Es bleiben dem Rentner über den breiten Daumen somit ungefähr 1.100€ cash Kralle. Das Renteneintrittsalter beträgt z. Zt. 67 Jahre. Die Lebenserwartung von Männern aus der Schicht der Besserverdienenden beträgt im statistischen Mittel 82 Jahre. Bei den schlechter Verdienenden 69 Jahre. Bleiben wir bei dem Besserverdiener. Er erhält folglich im Durchschnitt für „82 Jahre Lebenserwartung – 67 Jahre Renteneintrittsalter = 15 Jahre Altersruhegeld“ seine Rente. BTW: Was erhält wohl der schlechter Verdienende, wenn das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre hochgehebelt werden sollte? Ich mein‘ ja nur mal so …

D. h. 15 Jahre lang bekommt er was von der Rentenversicherung zurück. Wieviel? Simple Rechnung: „12Monate * 1.100€ * 15Jahre = 198.000€ Rückzahlung“. Der Verlust(!) gegenüber seiner Einzahlung liegt bei „324.000€ – 198.000€ = 126.000€ Abzocke für’n Arsch“. Hätte der Pflichteinzahler diesen Differenzbetrag zuhause im stillen Kämmerlein bei sich gebunkert, dann hätte er „126.000€ / 15 Jahre = 8.400€ jährlich“ mehr an Rente. Umgelegt auf den Monat wären das „8.600€ / 12 Monate = 700€“. Zusammen mit dem, was er heraus bekommt, würde seine Rente dann „1.100€ + 700€ = 1.800€“ betragen, wenn er eben NICHT in die Rentenversicherung einzahlt, sondern stattdessen die Kohle einfach nur zuhause weglegt. Diese staatliche Misswirtschaft wird uns entgegen aller Vernunft als „Rentenloch“ oder als „Deckungslücke“ verkauft und keiner fragt danach, wo die Kohle eigentlich geblieben ist – Michel will ja verarscht werden und ist es auch nicht anders gewohnt. Mich vielleicht mal ausgenommen, denn das interessiert mich wirklich brennend!

Mit anderen Worten: Die Rentenzahlung, so wie heute läuft, ist – um bei dem obigen Beispiel zu bleiben – ein fettes Verlustgeschäft für den Einzahler. Nämlich in Zahlen ein Verlust von 38,9%. Noch anders ausgedrückt: Stell‘ dir vor, du hast ein Sparbuch. Und deine „Verzinsung“ beträgt -38,9%. Würdest du in dem Falle dein Geld überhaupt noch der Bank anvertrauen? Ich meine, verbrennen kannst es ja schließlich alleine … Fassen wir mal zusammen: Es besteht für den normalen SV-pflichtigen Job eine Pflicht zur Einzahlung in die Rentenkasse. Das ist für den Einzahlenden a priori ein Verlustgeschäft. Er wird abgezockt. Zusätzlich zu diesem Verlust soll er jetzt aber obendrein auch noch private Altersvorsorge betreiben.

An privater Vorsorge werden immer zuallererst Betriebsrenten genannt. Ich für meinen Teil habe zweimal in betriebliche Rentenkassen eingezahlt. Zweimal machten die zunächst erfolg- und aussichtsreichen Unternehmen pleite, als ein Manager kam, der den Karren mit voller Wucht gegen die Wand bretterte. Zweimal habe ich das Geld – d. h. meine private Altersvorsorge – ersatzlos verloren: Arschkarte! Die Geschichte mit den Betriebsrenten kann nur bei Unternehmen funktionieren, die deutlich länger als die o. e. 45 Beitragsjahre existieren. Wer kann so weit in die Zukunft sehen? Wieviele derart renommierter und dauerhaft stabiler Unternehmen gibt es überhaupt bei uns?

Wenn mir heute noch irgend so ein dummschwätzender Volltrottel mit Betriebsrenten kommt, dann muss ich mich wirklich sehr beherrschen, um dem auf Abzocke bedachten Rindvieh keine reinzuhauen! Erspartes unter’s Kopfkissen zu packen kann angesichts von Währungsumstellungen und Inflation auch nicht das Gelbe vom Ei sein. Gibt’s eventuell noch ’ne andere Möglichkeit einer sich peu a peu aufbauenden Altersvorsorge? Nur mal so als Hinweis – im Jahr 1973 kostete die Feinunze Gold durchschnittlich 97,80 US-$. Jetzt, 45 Jahre später, kostet sie 1.303,93 US-$. Anlagemünzen eignen sich ganz gut für sowas. Wenn man monatlich ’nen Hunderter beiseite legt, dann kann man nach ’nem Vierteljahr eine Viertelunze kaufen (darunter ist es wegen der Nebenkosten unrentabel) oder nach ’nem halbe Jahr ’ne halbe Unze usw. Das konsequent 45 Jahre lang durchgezogen ist m. E. die bessere, private Altersvorsorge. Und, nur mal so nebenbei bemerkt: Von diesem „Sparschwein“ müssen weder Finanzamt noch Jobcenter irgend etwas erfahren!

Später wird das Gold dann eben wieder verkauft – an Goldhändler, Juweliere usw. Der reguläre Metallpreis muss und wird dabei allemal wieder rauskommen. Wer weniger bietet will betrügen! Das lässt sich ganz einfach nachrechnen. Eine solche Altersvorsorge wird schlimmstenfalls ’ne Nullrunde, aber kein fetter Verlust wie er z. Zt. vorprogrammiert ist. Und wenn das Gold dann noch bei niedrigem Goldpreis eingekauft wird, dann fällt hinterher der Gewinn nur umso höher aus.

Nur mal so und als Gedankenspiel, dabei zurück zum eingangs genannten Rentenbeispiel mit dem Besserverdiener: Die 600€ derzeitige, monatliche Einzahlung sind monatlich auch etwa eine halbe Unze an Gold. Stellt‘ euch einfach mal vor, dass die Rentenkassen Gold-basiert wären. Es vergehen 45 Beitragsjahre. In jedem Jahr werden pro Nase sechs Unzen an Gold angespart. Am Ende des Berufslebens macht das zusammen 270 Unzen oder gut 8kg Gold. Pro Rentner. Wir haben z. Zt. etwa 17 Millionen Rentner. Für die wären 136Kt Gold (136.000 t) zu veranschlagen. Soviel Gold gibt es auf der ganzen Welt nicht. Das mit der Gold-basierten Rentenkasse haut also nicht hin. Lassen wir die Rentenkasse also wie sie ist.

Wenn da jetzt aber der o. a. Verlust deutlich vermindert werden würde und zusätzlich jeder (vielleicht sogar staatlich gefördert) seine private Altersvorsorge mit nur einer Unze jährlich realisiert, dann wären das, bezogen auf die obige Rentneranzahl, nur noch 24t Gold im Privatbesitz. Und das liegt um mehrere Zehnerpotenzen unterhalb der verfügbaren Goldmenge. Es wäre also durchaus machbar. Müsste dann noch jemand Flaschen sammeln? Woran es dabei nur fehlt ist eine ernstgemeinte, politische Weichenstellung. Doch solange das Wort „Diäten“ nur ein Euphemismus von „Arbeitslosengeld für’s Gehirn“ ist, werden wir darauf wohl noch sehr, sehr lange warten können …