Seitens der Medien ziemlich sträflich behandelt gab es da vergangene Woche eine Meldung, die m. E. bundesweit zu einem Aufschrei hätte führen müssen. Es ging dabei nämlich um einen Bericht von ARD Monitor vom 17.05.2018 zur Berechnung der H4-Regelsätze, um massiven Betrug von ganz oben an den Arbeitslosen und an den Arbeitnehmern, quer durch so ziemlich alle Parteien hinweg. Im Rahmen dieses Berichtes wird ausgeführt, dass

a) Frau Merkel ganz bewusst vorsätzlich lügt und
b) der H4-Regelsatz eigentlich aktuell bei 571€ liegen müsste, um überhaupt einem Existenzminimum entsprechen zu können.

Allein: Die Politik will das nicht! Armut schafft nämlich kontrollierbare Untertanen! Wie ist die Politik bei der Berechnung der Regelsätze, der ja die so genannten „statistischen Grundlagen“ zugrunde liegen, überhaupt vorgegangen? Ganz einfach: Man hat eine Zahl ausgeguckt – derzeit 416€ monatlich – und die Berechnung dann durch das Weglassen und Verfälschen der Eingangsgrößen so hingemauschelt, dass besagte Zahl auch am Ende dabei heraus gekommen ist.

Mit Statistik hat das gar nichts mehr zu tun. Aber sehr viel mit vorsätzlicher Manipulation der Bevölkerung und mit beabsichtigter Ausbeutung. Lt. WDR spart die Bundesregierung nämlich jährlich 25 Milliarden Euro dadurch, dass sie den Anspruchsberechtigten dieses Geld verwehrt. Das aber ist m. E. nur die halbe Miete, denn etwas gänzlich anderes verschweigt der Bericht völlig: Wenn nämlich H4 auf die o. e. 571€ erhöht werden würde, dann müsste man die Minijobs irgendwo bei mindestens 605€ monatlich ansiedeln, vielleicht auch den Mindestlohn erhöhen. In dem Moment aber würden auch die Löhne für prekäre und für normale Jobs zwangsläufig ebenfalls steigen müssen und plötzlich wären wir (vielleicht) wieder bei einem Lohnniveau, von dem man möglicherweise sogar leben könnte. Nur mal so zur Erinnerung: Das gab es schonmal. Das hat über ein halbes Jahrhundert lang sogar hervorragend funktioniert – und zwar OHNE H4!

Nur muss das Geld dafür ja auch irgendwo her kommen. Es kann nur von denen kommen, die es haben – die mit Nichtstun (d. h. über Zinsen) mehr verdienen, als unsereins heute in Zeiten des Neoliberalismus jemals im Leben mit anständiger Arbeit zusammenkratzen könnte. Die so genannten „oberen Zehntausend“ (die mehr besitzen, als sie im Verlauf ihres Lebens überhaupt ausgeben können) müssten dann etwas – wenig! – abgeben, damit es uns allen besser ginge. Genau das aber ist unerwünscht, denn (Zitat Merkel): „Die Wirtschaft dient uns allen!“ Und besagte Dame hat der WDR öffentlich der Lüge überführt (vgl. oben).

Da frage ich mich doch ganz unwillkürlich: Welcher Schwachkopf wählt eigentlich Betrüger, die ihn bescheißen? So dämlich kann doch eigentlich keiner sein. Außer vielleicht … der deutsche Michel!

Weiterführende Links:
WDR
Tagesschau
Tagesspiegel