Mitunter, wenn ich in Gesellschaft unterwegs bin, und dieses oder jenes Tier oder diese oder jene Pflanze zwecks Fotografie gesucht wird, dann sage ich: „Lass‘ uns mal dahinten nachsehen!“ Üblicherweise kommt dann als Frage: „Warum?“ Das „Warum“ ist schnell erklärt. Molche bspw. meiden sauren Boden (und auch saure Gewässer); eigentlich gilt das sogar für so ziemlich alle Amphibien. Eigentlich muss man nur auf ein paar Pflanzen (oder Tiere) achten, um daraus ableiten zu können, wie die Umgebung beschaffen ist. Die betreffenden Tiere und Pflanzen nennen sich „Bioindikatoren„. Mit etwas Übung braucht man keine großartigen Messungen, um aus dem Auftreten von Bioindikatoren etwas ableiten zu können. Damit sind auch ohne aufwendige und teure Analytik Rückschlüsse möglich: Bestimmte Pflanzen und Tiere können entsprechend ihrer Bedürfnisse auch definierte Bodentypen bzw. Bodeninhaltsstoffe und Gewässergüten anzeigen. Bekannte Bioindikatoren listet die folgende Aufstellung auf.

– Ackerschachtelhalm: verdichteter, feuchter Boden
– Weiße Taubnessel, Lupine: stickstoffreicher, trockener Humusboden
– Esparsetten: kalkiger (alkalischer), nährstoffarmer, trockener Boden
– Hahnenfuß: lehm- oder tonhaltiger, feuchter Boden
– Sonnen-Wolfsmilch: lockerer, stickstoffhaltiger Boden
– Brennessel, Kamille, Franzosenkraut, Ehrenpreis, Bilsen, Vogelmiere: guter, durchlässiger Humusboden
– Birke, Heidekraut: Sandboden, bei Heidekraut auch leicht sauer
– Sumpfdotterblume, Wiesenraute, Gilbweiderich: sumpfiger, mitunter leicht saurer Boden
– Pfefferminze: hochstehendes Grundwasser (auf Spatenstichtiefe!)
– Salzkresse, Niederliegender Krähenfuß: salzhaltiger Boden
– Hallersche Grasnelke, Wiesenschaumkresse, Frühlingssternmiere, Leinenkraut: schwermetallhaltiger Boden (entweder kontaminiert oder Erzvorkommen)
– Hanf: stickstoff- und phosphatreicher, feuchter (Humus-) Boden ohne stauende Nässe
– Eiche, Walnuss, Efeu, Klee: leicht saurer, kalkarmer Boden
– Forelle, Bachneunauge: sauerstoffreiches und nährstoffarmes Wasser (meist Trinkwasserqualität)
– Tubifex, Blaualgen: sauerstoffarmes und nährstoffreiches Schmutzwasser
– Königskerze: stickstoff- bzw. nitrathaltiger Boden
– Kamille: kalkarmer, bodensaurer und lehmreicher, ggf. salziger Boden
– Hopfen: leicht saurer, feuchter, stickstoffreicher Boden ohne Staunässe
– Holunder, Weide: stickstoffreicher, nasser Boden bzw. hochstehendes Grundwasser
– Rotklee (nicht umsonst auch Sauerklee genannt): leicht saurer Boden
– Nadelholz: saurer Boden
– Flechten auf Bäumen: saubere Luft