„Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“
(Joseph Marie, Comte de Maistre)

Der französische Philosoph Joseph de Maistre war nun wirklich kein Symbol für einen demokratischen Staat, ganz im Gegenteil sogar – propagierte er doch eine erzreaktionäre, göttlich legitimierte monarchische Alleinherrschaft und eine hierarchische Sozialgliederung. Von ihm stammt folgendes Zitat: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ Mal angenommen, er hätte mit dieser Auffassung Recht gehabt, weil da ja im Grunde genommen nichts dagegen spricht. Was würde das aber im Umkehrschluss über das betreffende Volk aussagen? Wenden wir uns, um diese Frage beantworten zu können, einmal von Frankreich ab und dem heutigen Deutschland zu.

Ich wurde kürzlich in einem Kaufhaus Zeuge einer Szene, zu der mir außer Kopfschütteln eigentlich nichts mehr einfiel. Da machte ein Abteilungsleiter (nein, KEIN Jungspund aus der Kategorie „jung-dynamisch-und-erfolglos“) seine Mitarbeiter vor allen Kunden zur Sau. Die Abteilung habe im ganzen Monat nur einen Umsatz von soundsoviel tausend Euro gemacht und das sei viel zu wenig! Das Personal müsse auf die Kunden zugehen und die zum Kauf animieren! Ähem… – mir persönlich ist es ganz recht, wenn ich nicht beim ersten Schritt in irgendeinen Laden gleich vom Personal angequatscht werde. Weil ich mit dem wenigen Geld, das ich zur Verfügung habe, haushalten muss und daher sehr gezielt einkaufe. Anders ausgedrückt: Der bemängelte Umsatz beruht mit Sicherheit eben nicht auf untätigem Verkaufspersonal, sondern vielmehr einfach nur darauf, dass Otto Normalverbraucher keine Kohle mehr in der Tasche hat – dass also am Ende des Geldes immer noch so verflucht viel Monat übrig ist! Von welchem Planeten muss man eigentlich kommen, um so eine einfache Sachlage nicht einzusehen?

In der Politik sieht es leider ganz genauso krank aus. Dazu muss man nur mal einen Blick auf die traurigen Gestalten, die sich anmaßen, uns „vertreten“ zu wollen, werfen. Da ist diese Partei, die sich „sozial“ nennt und die dennoch mit der Erfindung von Hartz-IV und Minijobs den Sozialstaat de facto zerstört hat. Die wählt heute kaum noch einer. Denn jeder sollte sich vor einer Wahl die Frage beantworten: „Wer vertraut schon Betrügern?“ Diese Partei will „in Klausur gehen“, „einen Fahrplan aufstellen“ und zielt ab auf eine „Rundumerneuerung“, ungefähr zum gefühlten hundertsten Mal seit deren Vernichtung des Sozialstaates (und geändert hat sich dadurch noch nie was – außer vielleicht zum Negativen hin). Allerdings ohne personelle Konsequenzen zu ziehen. Also jetzt mal ganz ehrlich: Das ist doch genauso, als wenn man Idi Amin einen Preis für Frieden und Humanität verliehen hätte! Was dieser Partei fehlt – was ALLEN Parteien fehlt! – ist eine Zäsur: Fangt ganz oben an und schmeißt die obersten Hundert raus! Gebt ihnen meinetwegen H4 und ersetzt die so genannten „Führungsriegen“ durch Leute aus den Ortsverbänden – die wissen nämlich noch, was Otto Normalverbraucher interessiert und was wirklich los ist! Doch das, was in den Ortsverbänden interessiert, kommt in Berlin und damit ganz oben niemals an, weil nur Schleimspuren nach oben führen. Realitätsferne der Führungen ist die zwangsläufige Folge.

Eine andere Partei erfährt großen Aufwind, weil ihre rechtspopulistischen Redner den Leuten nach dem Munde reden. Wirft man aber nur einmal einen einzigen Blick in deren Wahlprogramm (was offensichtlich kaum ein Wähler tut), dann stellt man unschwer fest, dass die alles nur noch schlimmer, dass die die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer machen wollen. Dann gibt’s da noch diese Öko-FDP, die alles in grün darstellt und die vermeintlich für Umweltschutz eintritt. Die aber nicht davor zurückschreckt, Inzest und Pädophilie erlauben zu wollen und der offensichtlich – wie bspw. Stuttgart21 belegt – die Umwelt immer dann am Arsch vorbei geht, wenn Machterhalt mit im Spiel ist. Eine weiter links davon stehende Partei will, dass wir Migranten reinholen, und zwar ohne Ende. Nein, verflucht nochmal! Wer hier als Flüchtling herkommt, der kommt als Gast – dem soll und muss geholfen werden, das gebietet schon alleine die Humanität – aber der soll sich gefälligst auch wie ein Gast benehmen! Wenn der Scheiße baut, dann hat er rauszufliegen, und zwar umgehend und keine Familie nachzuholen! Der hat nichts von dem zu fordern, was wir uns hier in Jahrzehnten aufgebaut haben, gar nichts! Wenn ich in die USA, nach Kanada oder nach Australien auswandern will, dann muss ich jede Menge Kohle mitbringen. Ich kriege da kein Geld – wie es hier irrsinnigerweise bei einer Einwanderung der Fall ist! Und bei allem Wohlwollen: Für den unsererseits bezahlten Heimaturlaub eines Flüchtlings in dem Land, aus dem er geflohen ist, fehlt mir beim besten Willen jegliches Verständnis!

Dann gibt’s da noch den total bescheuerten Hickhack um die Kanzlerinnen-Nachfolge. Da stellen sich drei Leute zur Wahl. Eine, die schon vor geraumer Zeit in einem Interview ihre Wähler als Ratten bezeichnet hat. Sagt schon alles über die Einstellung der Dame: Absolut indiskutabel! Einer, der praktisch wöchentlich auf’s Neue beweist, dass er durch und durch absolut Sachkenntnis-resistent und kompetenzallergen ist. Und einer, der meint, das ein Arbeitsloser von 132 Euro im Monat leben kann – während er selbst ganz oben bei einem Heuschreckenkonzern arbeitet, der für Arbeitsplatzabbau steht. Der in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt war (oder doch zumindest davon wusste und das stillschweigend gebilligt hat), mit denen unser Staat (also wir Steuerzahler hier ganz unten, denn welcher Reiche zahlt hierzulande schon anständig Steuern?) um zig Milliarden betrogen worden ist. Solche Leute gehören m. E. nicht in die Politik. Sondern hinter Gitter! Früher hieß es: „Die Kleinen fängt man und die Großen lässt man laufen.“ Heute ist das nicht mehr aktuell, denn da werden die Kleinen gleich gehängt und zuvor komplett ausgeraubt, bloß damit es den Großen noch besser gehen kann.

Solche Leute sind doch nur noch machtgeil und abgehoben; der normale Bürger ist denen sowas von scheißegal, dass sie den als allerletzten vertreten würden – sieht das denn hier keiner mehr? Und doch werden solche Personen wieder und wieder gewählt. Sind denn hier alle bekloppt geworden??? Zurück auf Start oder besser zum Zitat von Joseph Marie Comte de Maistre: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ Wenn also die Deutschen die Regierung haben, die sie verdienen, dann kann man die derzeitigen Verhältnisse im Grunde genommen doch gar nicht den Regierenden anlasten. Sondern vielmehr den Wählern. Warum? Ich habe da so einen ganz üblen Verdacht: Vielleicht sollten wir künftig mal etwas mehr über Bildung und etwas weniger über Migration sprechen … Denn machen wir uns nichts vor: Unsere Gesellschaft verblödet. Und dabei greift ab einem gewissen Punkt auch wieder eine alte Volksweisheit: „Nur die dümmsten Schweine wählen den eigenen Metzger!“ 😦