Manchmal kommt man in die Verlegenheit, größere Datenvolumina übertragen zu müssen – also Datenvolumina, für die sich die E-Mail nun wirklich nicht mehr eignet. Das sind i. d. R. Volumina, die 10MB deutlich übersteigen. Man kann dazu den Webdienst www.mediafire.com heranziehen. Das habe ich ganz früher mal gemacht. MediaFire bringt allerdings m. E. zumindest in der kostenlosen Version einige Nachteile mit sich. Es erfordert eine Registrierung und ist Upload-seitig auf Microsoft-Browser fixiert. Man erhält dort maximal 10GB an Cloudspeicher bei einer Upload-Beschränkung von 100MB pro Datei (diese Beschränkung entfällt beim kostenpflichtigen Angebot mit MediaFire-Software, denn dann kann man bis zu 4GB pro Datei hochladen). Nach dem Upload erhält man einen Download-Link, den man per Mail nach Belieben verteilt. Allerdings: Der führt zu einer Werbungs-Downloadseite, von der aus erst der eigentliche Download möglich ist, und besagte Seite ist hin und wieder mit Viren, Würmern u. ä. verseucht. Man kommt bei der Verwendung von MediaFire folglich um einen sehr guten und topaktuellen Virenscanner nicht herum.

Eine recht gute (und um Welten einfacher zu bedienende) Alternative dafür bietet www.wetransfer.com mit kostenlos zwar nur max. 2GB Uploadvolumen, aber die können auch als eine einzige Datei vorliegen. D. h. man packt da alles, was man verschicken will, in ein ZIP-Archiv, gibt die Mailadresse des Empfängers nebst einer kurzen Notiz für den an und lädt das hoch. BTW: Beim Hochladen erfordern rund 200MB unabhängig vom Webdienst etwa eine Stunde, was dem Upload-Nadelöhr des http-Protokolls geschuldet ist – pro GB ist man also, so die Leitung nicht zwischendurch zusammenbricht, locker schonmal mit minimal fünf Stunden dabei. Das Ende des Uploads wird auf der Webseite angezeigt. WeTransfer splittet jetzt die Mail und den großen Datenanhang. Die Mailbenachrichtigung läuft wie gewöhnlich über das mailto-Protokoll. D. h. nach erfolgtem Upload erhält der Absender eine reguläre Mailinfo dahingehend, dass die Daten angekommen sind. Der Empfänger hingegen wird benachrichtigt, dass er die Daten runterladen kann und erhält dazu einen Link zugeschickt. Das Runterladen erfolgt wie gewohnt mittels des Browsers. Hat der Empfänger alles runtergeladen, dann wird der Absender per Mail darüber seitens WeTransfer in Kenntnis gesetzt; er erhält also quasi eine Art von Lesebestätigung.

Nun sind 2GB schon eine ziemliche Menge. Und wenn es noch mehr sein soll? Dann kommt die „Magenta Cloud S“ der Telekom ins Spiel. Auch die ist kostenlos. Allerdings – das muss unbedingt vorausgeschickt werden – ist der Begriff „Usability“ der Telekom offensichtlich absolut unbekannt und daher gerät zumindest die Einrichtung und Erstbenutzung der Magenta Cloud IMMER zum Geduldsspiel mit sehr viel try and error und Kopfschütteln. Man muss daher also Zeit mitbringen und selbst wenn jemand geübt ist und das undurchschaubare Wirrwar der Telekom-Seiten bereits aus leidvoller Erfahrung kennt dann ist dazu mindestens eine Stunde an Arbeit zu veranschlagen.

Dafür erhält man aber auch als Nicht-Telekom-Kunde 10GB an kostenlosem Cloudspeicher und als Telekom-Kunde 25GB kostenlos. Die Uploadgrenze für die Einzeldatei (per Browser) liegt, bedingt durch das http-Protokoll, bei max. 2GB. Größere Dateien sind (unter Windows und Mac) zwar möglich, erfordern dann aber die Installation der kostenlosen Magenta-Cloud-Software. Unabdingbare Voraussetzung für die Nutzung der Magenta Cloud ist das Vorliegen einer (Freemail-) Adresse, die der Form „irgendwas@t-online.de“ entspricht. Die kostenlose Adresse kann unter www.t-online.de beantragt werden: Dort ganz oben auf „E-Mail“ klicken und anschließend dem Link „Jetzt registrieren“ folgen. Anschließend wird’s dann wieder etwas komplizierter, so dass im Folgenden die Existenz einer T-Online-Mailadresse bereits vorausgesetzt wird, um nicht den Rahmen dieses Beitrages zu sprengen.

Kommen wir daher nun also zur Magenta Cloud. Nachfolgend werde ich die Cloud-Bestellung für Telekom-Kunden mit T-Online-Mailadresse beschreiben. Die Cloud-Bestellung erfolgt unter https://cloud.telekom-dienste.de/ und unter https://cloud.telekom-dienste.de/speicher-erweiterung kann eine kostenpflichtige Speichererweiterung bis 1TB beauftragt werden. Welche Daten werden für die Einrichtung benötigt? Das sind:
– Die Telekom-Login-Daten (also die Daten, mit denen man sich in sein T-Online-Mailpostfach einloggt).
– Die Angabe einer Mobilfunknummer (für etwaige Rückrufe).
– Die Angabe einer Bankverbindung (weil man ja auch eine kostenpflichtige Cloud beauftragen könnte).

Das Procedere bei kostenloser und kostenpflichtiger Cloud ist im Rahmen der Anmeldung absolut gleich! D. h. Auftragserteilung und kostenpflichtige Bestellung (auch beim kostenlosen Produkt, was doch ziemlich irritiert) unterscheiden sich nicht! Erst ganz zuletzt erhält man dann die Bestätigung, dass die Magenta Cloud S tatsächlich kostenlos ist. Wie schon gesagt: Usability geht ganz anders! Man gelangt daraufhin umgehend auf die Oberfläche der Magenta Cloud. Ganz wichtig: Hier die „Einstellungen“ anklicken und unter „Kontodaten“ die eigene T-Online-Mailadresse eintragen. Die wird nämlich nicht automatisch übernommen. Das Eintragen klappt i. d. R. nicht auf Anhieb, zumal die Mailadresse im T-Online-Postfach zu bestätigen ist. Ich persönlich habe dazu fünf Anläufe benötigt. Anschließend ausloggen (WICHTIG!) und unter https://www.magentacloud.de/ wieder neu einloggen. Jetzt sollte die Mailadresse da sein. Falls nicht: Nochmal versuchen. Und nochmal. Und … Bis es irgendwann einmal hinhaut. Nach jedem Versuch ausloggen und neu einloggen nicht vergessen! Warum ist die Mailadresse wichtig? Weil spätere Frei- und Weitergaben von hochgeladenen Datenbeständen nur dann möglich sind, wenn auch eine Mailadresse eingetragen ist.

Nun sollen Daten in der Cloud gespeichert und an einen Empfänger weitergeleitet werden. Wie geht das? Zunächst mal loggt man sich wieder mit Mailadresse und Password unter https://www.magentacloud.de/ ein. Generell empfiehlt es sich aus Gründen der Datendisziplin, das, was man dort zu speichern gedenkt, fein säuberlich sortiert auf übersichtliche Ordner zu verteilen. Man klickt folglich „Neuer Ordner“ an und vergibt für diesen Ordner einen Namen (hier im Beispiel „HDR“).

Nun das Ordnersymbol anklicken und „Hochladen“ wählen. Daraufhin die Dateien auswählen und deren Upload mit „Öffnen“ bestätigen.

Die Dateien werden nach Abschluss des Uploads (zum dabei erforderlichen Zeitbedarf vgl. oben) im Cloudspeicher angezeigt.

Sie liegen jetzt in der Cloud und können für Dritte freigegeben werden. Dazu auf „Dateien“ klicken, dann auf das Häkchen neben dem Ordnersymbol und schließlich auf „Freigeben“.

Hier kann man nun im Bedarfsfall auch noch ein Password vergeben oder dem Empfänger Schreibrechte auf die Datei(en) einräumen. Mit „Freigeben“ wird die Freigabe bestätigt und das Dialogfenster verschwindet wieder. Freigegeben sind die Dateien im Ordner jetzt, aber wer soll sie bekommen? Dazu nochmals auf „Freigeben“ klicken und anschließend die Option „Link per E-Mail senden“ wählen.

Im nächsten Fenster werden die Mailadresse des Empfängers sowie der Mailtext eingegeben. Anschließend auf „Senden“ klicken.

Das war das Verteilen der Daten. Das Fenster wird geschlossen und man kann sich aus dem Cloudspeicher ausloggen. Der Empfänger erhält jetzt eine Mail mit dem Direktaufruf „Freigabe öffnen“ oder aber alternativ mit einem HTML-Anhang. Im Falle des Anhangs den öffnen und darin auf „Freigabe öffnen“ gehen.

Der Klick auf „Freigabe öffnen“ verweist zum freigegebenen Ordner in der Magenta Cloud. Dort ganz nach unten schrollen und „Alle Dateien herunterladen“ anklicken.

Dadurch wird dem Mailempfänger das Archiv „magentacloud.zip“ zur Verfügung gestellt, in dem alle Dateien des freigegebenen Ordners enthalten sind.

Alles, was nun noch zu tun bleibt, ist der Download des Archivs und dessen Entpacken. Die Freigabe und die Mail werden nach dem Download nicht mehr benötigt und können geschlossen werden.

Fazit: Die Magenta Cloud ist m. E. ein im Grunde genommen ziemlich einfaches, kostenloses (bzw. bei Speichererweiterung kostengünstiges) und zuverlässiges Verfahren, um größte Datenvolumina ohne den Umweg eines Datenträgers einem Empfänger zukommen zu lassen – immer vorausgesetzt man bringt die Engelsgeduld für den schier endlosen Upload (für den die Telekom aber nichts kann) auf. Allerdings steht dem zumindest anfangs die doch eher schwierige – da hoffnungslos unübersichtliche – Einrichtung entgegen. Ich mutmaße mal, dass das historisch bedingt ist – wenn nämlich Generationen von Programmierern, bei denen die linke Hand nicht weiß was die Rechte tut, einfach „irgendwie“ auf schon vorhandenes Material verlinken. Aber das ist das generelle Problem mit allen Seiten der Telekom: Deren Webauftritt erinnert an einen großen Kleiderschrank, in den ausnahmslos alles querbeet durcheinander reingeproppt wird, egal ob Sommer- oder Wintersachen, egal ob Unter- oder Oberbekleidung, egal ob für Männchen oder Weibchen, egal ob Altkleider oder Neuware – dann bloß noch irgendwie den Deckel zu und gut is‘. Das jedenfalls ist mein Eindruck als Kunde. Bei kleineren Datenvolumina bis 2GB bleibt, solange der kostenlose Dienst existiert, WeTransfer für mich daher auch weiterhin das Mittel der Wahl.