„Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“
(Bertold Brecht)

In diesem Beitrag geht es um eine oftmals beschimpfte und diskriminierte Minderheit. Ich muss nämlich an dieser Stelle wirklich mal eine Lanze für unsere so genannten „Volksvertreter“ brechen, echt jetzt! Schon seit Jahrzehnten opfern die sich unermüdlich für die deutsche Bevölkerung auf, ja riskieren angesichts ihres Leibesumfangs sogar die eigene Gesundheit im Dienste des Volkes! Nur um Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen sind sie gezwungen, sich bei Lobbyisten, Konzernen und Oligarchen geradezu anzubiedern. Sie setzen alles daran, gründlich von unten nach oben umzuverteilen um die Reichen – eine Klasse für sich – noch reicher zu machen. Sie tun das sogar völlig selbstlos, absolut aufopferungsvoll und denken dabei überhaupt nicht an sich selbst. Sie importieren millionenfach künftige Konsumenten aus fernen Ländern, weil die Wirtschaft ja bekanntlich uns allen dient. Und wie reagieren die Deutschen?!? Sind die froh, für die Wirtschaft arbeiten zu dürfen? Um die Antworten auf diese Fragen zu finden, braucht man nur mal einen Blick auf die Wahlergebnisse in Hessen und in Bayern zu werfen: Nein! Die wenden sich von den Volksparteien ab, das undankbare Pack!

Haben unsere dem Allgemeinwohl verpflichteten Politiker denn derart undankbares Verhalten wirklich verdient? Ganz bestimmt nicht! Denkt doch nur einmal an den Mindestlohn. Der ist von 8,50€ binnen drei Jahren sogar auf sagenhafte 8,84€ angehoben worden. Im Minijob sind das monatlich gut 14€ mehr und im Full-Time-Job sogar 54€. Manch einer hat ob solcher Großzügigkeit sogar bereits einen Vermögensberater engagieren müssen! Wo bleibt denn da die Dankbarkeit?!? Außerdem: Man muss sich nur einmal den entbehrungsreichen Weg klarmachen, den die so genannten „Volksvertreter“ bis zu ihrer heutigen Positon zurückzulegen hatten. Der hochriskante Verzicht auf Bildungs- oder Ausbildungsabschlüsse ist da noch das Wenigste (sowas kann man ja hinterher immer noch kaufen oder sich Ehrendoktorwürden zuhauf schenken lassen). Nein, problematisch wird es doch bereits mit dem Eintritt ins Arbeitsleben. Den gilt es unbedingt zu vermeiden, denn so etwas würde die politische Laufbahn garantiert negativ beeinflussen. Hinterher sagt einem sonst noch einer von der Elite sogar, man habe sich mit dem Pöbel abgegeben! Geht gar nicht – ein absolutes No Go für Karrieristen! Als Politiker muss man sich, ob man will oder nicht, an die Loriot’sche Vorgabe halten (Zitat): „Das Schmieren von Politikern ist turnusmäßig durchzuführen, damit eine festgefahrene Politik immer mal wieder ins Rutschen kommt!“

Zugegeben, so ein politisches Amt erfordert jede Menge an Sachkenntnis. Die gilt es sich anzueignen. Das ist nämlich die andere Seite der Medaille und wirklich harte Arbeit. Nehmen wir mal als Beispiel dafür unseren aktuellen Gesundheitsministerdarsteller. Der hatte, als er mit seinem Job anfing, keine Ahnung vom Gesundheitswesen. Heute aber, nachdem er sich rein aus Schulungszwecken alle Folgen von Bettys Diagnose hat reinziehen müssen, ist er fachlich bestens informiert. Heute weiß er aus allererster Hand, dass das Pflegepersonal im Krankenhaus nur unbeschäftigt rumsitzt und Kaffee trinkt, dass sich bei jedem Notfall in der ZNA umgehend Ärzte und Schwestern zuhauf auf jeden neuen Patienten stürzen (nur um der Langeweile zu entfliehen) und dass viele Erkrankungen ja gar nicht so schlimm sind, wie sie anfangs aussahen. Es war ein langer Weg, bis er sich all dieses Fachwissen hat aneignen können und deswegen sollte es niemand wagen, seine unfehlbare Politik auch nur ansatzweise zu kritisieren!

Oder nehmen wir einen gewissen norddeutschen Ministerpräsidenten, der zu seinem Bedauern auch noch gezwungen ist, im Aufsichtsrat eines großen Automobilherstellers zu sitzen. Verhaftet in der Tradition seiner Partei, Fehler aus der Vergangenheit niemals zuzugeben hält er Hartz-IV für ein bewährtes System, an dem nicht gerüttelt werden darf. Macht sich eigentlich jemand mal klar, wie lange man extrem hart trainieren muss, bis man sich den dazu erforderlichen Tunnelblick angeeignet hat? Wir sollten unseren Regierenden eigentlich dankbar dafür sein, dass sie keine Mühen scheuen, um ihr Amt ausfüllen zu können! Und erst dieser unglaubliche Stress: Eine Rede im Bundestag hier, ein Wahlauftritt dort, eine Talkshow woanders, dazu noch Interviews, Empfänge usw. Immer nur auf Achse! Da sind die paar schnöden Diäten, die jede Rente um rund Faktor Zehn überschreiten, bestenfalls ein Almosen – zum Sterben zuviel und zum Leben zuwenig. Das zwingt unsere „Volksvertreter“ doch geradezu, sich mit lukrativen Nebeneinkünften gerade so eben über Wasser zu halten – so wie bspw. ein Herr Merz, der sich ob seiner Millionen bloß zur „gehobenen Mittelschicht“ zählen kann: Milliardär geht jedenfalls anders! Mensch, Wähler, hab‘ doch endlich mal Mitleid mit derart gebeutelten Menschen! Aber hier denkt ja jeder nur noch an sich selbst. Da verwundert es im Grunde genommen überhaupt nicht mehr, wenn so mancher unserer Politiker sein Heil in Haschisch, Koks oder Alkohol sucht bzw. sogar suchen muss! Wer will es ihm verübeln?

Und, Leute, denkt doch bitte auch mal etwas weiter! Was wäre denn, wenn die nicht unter der Kuppel von Bad Ballerburg sitzen würden? Stellt euch das doch bloß mal vor: Kein Bildungsabschluss, gar nicht mal so selten nichts gelernt außer Schleimen und heiße Luft abzusondern – wie bitteschön sollte man denn solche Menschen in den regulären Arbeitsmarkt integrieren können? Stellt euch bloß mal vor, die Merkel mit ihrem Doktor in Physik aufgrund einer chemischen Doktorarbeit (ja, das musste ich auch erstmal verdauen!) sollte heute bis zum seitens ihrer Partei angepeilten Renteneintrittsalter jenseits der Siebzig irgendwo – sagen wir mal im Bereich der chemischen Messtechnik – arbeiten und dazu Fabrikschornsteine hochklettern oder in Kanalschächte runter müssen. Da sind u. U. tödliche Arbeitsunfälle doch vorprogrammiert! Geht gar nicht, schon alleine aus Gründen der Humanität und des Umweltschutzes! Vielleicht bliebe die in so einem Schacht sogar stecken und würde den blockieren; was die Beseitigung der Rohrverstopfung dann an Folgekosten verursachte … und überhaupt, es entstünde in dem Augenblick, in dem man unsere Politiker in den regulären Arbeitsmarkt integrieren wollte, ja ein neues Heer von arbeitsscheuen, unqualifizierten, renitenten Arbeitslosen. Das will doch wirklich keiner!

Deswegen liebe Leute mein inbrünstiger Appell an euch: Benehmt euch nicht wie ein undankbares Pack! Haltet zu unseren Volksparteien, auf das die so genannten „Volksvertreter“ quer durch alle Parteien weiterhin schalten und walten können wie sie wollen. Es geht doch auch gar nicht anders! Denn die Konsequenzen gegenteiligen Handeln verursachen nur unnötige Kosten für uns alle: Wenn die Immunität der Abgeordneten aufgehoben werden sollte, dann bräuchten wir von heute auf morgen größere Justizvollzugsanstalten und für diejenigen, die dort nicht einsitzen müssten größere Psychiatrien her. Wobei die Behandlung langwierig, wenn nicht sogar unmöglich wird, denn wie sagte doch gleich der Psychiater zum Politiker? „Ich verstehe Ihr Problem noch nicht ganz und deswegen lassen Sie uns mal ganz am Anfang beginnen.“ Woraufhin der Politiker entgegnete: „Ja, also – am Anfang schuf ich Himmel und Erde …“ Derartige Behandlungen verursachen doch vermeidbare Kosten! Lasst sie in dem Glauben, uns mit gutem Beispiel voran gehen zu müssen. Lasst sie in dm Glauben, uns führen zu müssen. Auch das zählt zur Inklusion! Und Behinderte sind doch gleichberechtigt, nicht wahr? Und besonders bedauernswert, wenn sie nichts von der eigenen, mentalen Behinderung wissen. Glaubt mir: Manchmal ist es wirklich am besten, den Patienten weiterhin in seiner Scheinwelt leben zu lassen …