Bedingt durch das berufliche Fahren komme ich immer wieder in die Verlegenheit, mir bis dato unbekannte Adressen ansteuern zu müssen. Bei der Routenplanung ist, da ich bekanntlich aufgrund von schlechten Erfahrungen zu Navis ein ausgesprochen gestörtes Verhältnis habe, Google Maps ein geradezu unverzichtbares Hilfsmittel geworden. Allerdings weist auch Google Maps so seine Tücken auf. Wenn man jedoch bereits ein gewisses, grundlegendes Halbwissen bzg. der Ortskenntnis vorweisen kann, dann lassen sich die Touren von Google Maps auf dem Wege des Profi-Routings problemlos optimieren. Wie funktioniert das? Ich will das mal am Beispiel der Route von Lauenau nach Seesen am Harz zeigen. Zuerst wird Google Maps gestartet. Anschließend ruft man den Routenplaner auf.

Nun werden Start- und Zielort eingegeben.

Google Maps berechnet jetzt zwei bis drei mögliche Routen, wobei die Autobahnen bevorzugt werden. Solche Routen sind dadurch nur selten optimal, man denke nur an Staus, Baustellen u. ä. Deswegen auf „Optionen“ klicken und „Vermeiden/ Autobahnen“ aktivieren (im Bedarfsfalle lassen sich auch Mautstraßen und Fähren deaktivieren). Google Maps berechnet die Route jetzt neu.

Auch solche Routen sind oftmals noch nicht optimal, da Bundes- und Hauptstraßen bevorzugt werden. Auf denen kommt es ebenfalls häufiger zu Verkehrsproblemen. Daher in die Karte reinscrollen (d. h. den Kartenausschnitt vergrößern) und die Orte hinzufügen, über die man alternativ fahren will. Dazu den Ort aufsuchen, mit rechter Maustaste auf den Ort klicken und „Weiteres Reiseziel hinzufügen“ wählen. Das hinzugefügte Reiseziel wird umgehend links oben gelistet und die Route verändert sich entsprechend.

Aber: Die Reihenfolge der Reiseziele stimmt nicht, denn das neue Ziel wird einfach unten angehängt. Daher das unten angehängte Reiseziel mit dem Mauszeiger „anfassen“ und dorthin schieben, wo es hingehört: Maps berechnet jetzt umgehend neu.

Mit etwaigen weiteren Zwischenstopps – jedes weitere und dazwischen geschobene Reiseziel optimiert die Route, was selbstverständlich nur dann funktioniert, wenn man die Strecke wenigstens schon halbwegs kennt – wird nach dem oben beschriebenen Muster verfahren.

Halb berechnet und halb manuell korrigiert steht dann am Ende die optimierte Route. Die Optimierung ist dabei i. d. R. bereits nach der Eingabe von zwei, maximal drei Zwischenstopps erreicht.

Vergleichen wir jetzt mal die beiden Routen, nämlich die erste, von Google Maps allein generierte und die zweite, die optimierte Route, dann lässt sich feststellen: Die Ursprungsroute mit 1 Stunde und 16 Minuten bei 121km nebst 4 kritischen Stellen über die Autobahn ist zweifellos schneller. Aber: Die optimierte Route mit 1 Stunde und 28 Minuten bei nur noch 87km Länge ohne kritische Stellen verlängert die Fahrzeit lediglich um geradezu vernachlässigbare 16% (12 Minuten), reduziert die Fahrstrecke aber um 28% (fast ein Drittel!) und verursacht, da die kritischen Stellen entfallen, wesentlich weniger Stress. Woraus folgt: Die Optimierung lohnt sich!

BTW: Die Strecke, die ich hier als Testroute genommen habe, bin ich in den vergangenen 35 Jahren unzählige Male gefahren. Ich kenne sie im Schlaf. Und von daher kann ich sagen: Man muss wirklich keine Angst davor haben, dass man auf der optimierten Alternativroute bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinter einem Trecker festhängt oder sowas. Die dadurch verursachte Verzögerung ist nämlich bereits in der o. a. Fahrzeit berücksichtigt. Bloß hinsichtlich der Blitzer muss man etwas aufmerksamer sein …