Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist wieder aufgeflammt. Stärker denn je, denn die Russen haben Kriegsschiffe der Ukraine festgesetzt, die Besatzungen als Gefangene genommen und die Ukraine hat deswegen das (zeitlich begrenzte) Kriegsrecht ausgerufen. Was zum Teufel ist da unten eigentlich wirklich los? Betrachten wir es mal historisch. Da sind die USA. Die brauchen zwar Öl, haben aber keins. Dann sind da die Russen. Die haben viel mehr Öl als sie selbst brauchen, wollen den Überschuss aber nicht einfach so hergeben – was für eine Frechheit (jedenfalls in den Augen der USA)! Daneben gibt’s da aber auch noch die EU, die weitgehend den USA hörig ist. Wenn man also seitens der EU (mit gewisser Hilfe, versteht sich) eine EU-freundliche Regierung in der Ukraine an die Macht bringt, dann haben die USA den Fuß quasi in Putins Vorgarten und es ist kein weiter Weg mehr, um sich vom Öl bedienen zu können. Außerdem schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, weil ja die Krim per von der Ukraine unterzeichnetem Vertrag der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ist. Die Krim zählt auch zur Ukraine und wenn die erst einmal fest in der Hand EUSA ist (kein Tippfehler, sondern beabsichtigte Schreibweise!), dann hat man den Russen zwar nur einen einzigen, dafür aber geostrategisch umso wichtigeren Brückenkopf genommen und kann den mit eigenen Truppen besetzen bzw. Raketen bestücken.

Logisch, dass sich derartige Stationierungen der EUSA ausschließlich gegen „Schurkenstaaten im Süden“ richten und dass so etwas im Rahmen des „Kriegs gegen den Terror“ geradezu unverzichtbar ist. Reiner Zufall, wenn das nur 6km von der russischen Grenze entfernt geschieht. Dumm nur, dass gerade die Russen dahinter doch etwas gänzlich anderes vermutet hatten. Auf diese Weise entzündete sich der Ukraine-Konflikt. Der wurde zumindest zeitweise mit dem Minsker Abkommen vom 12. Februar 2015 beigelegt, zumal sich die Krim-Bevölkerung zuvor am 16. März 2014 per Referendum pro Russland entschieden hatte. Westliche Beobachter kritisierten die zugrunde liegende Abstimmung zwar, weil dabei gläserne Wahlurnen und Stimmzettel ohne Umschlag verwendet worden sind, doch geschah das nach geltendem, ukrainischem Recht und dafür konnten die Russen nichts – denen man anschließend aber im Westen eben deswegen Wahlbeeinflussung in die Schuhe schieben wollte. Die Krim wurde damit zum von Russland annektierten Gebiet. Russland konnte seine Schwarzmeerflotte dort belassen und der EUSA war die Vorgartentür vor der Nase zugeknallt worden.

In der Ukraine installierten die EUSA eine Regierung von Oligarchen, denn die Wirtschaft dient ja bekanntlich allen. Präsident der Ukraine wurde der Milliardär Petro Poroschenko, Oberboss von Unternehmen des Schiffbaus, der Autoindustrie, der Medien, der Lebensmittelindustrie und auch der Rüstungsindustrie. Also ein kleiner Mann von ganz unten aus dem Volk, der es gewohnt ist, ganz bescheiden mit ganz wenig zurecht zu kommen – ähnlich wie bei uns. Nur leider glaubt dem das nicht jeder so richtig und diejenigen, die ihre diesbezügliche Meinung für sich behalten konnten, die hat man nicht fertig machen bzw. auf die eine oder andere Art aus dem Verkehr ziehen können. Das stört selbstverständlich bei den 2021 anstehenden Neuwahlen. Aber bis dahin ist es ja noch etwas Zeit, die man u. U. nutzen kann. Übrigens: Die Ukraine grenzt, wie ein Blick auf Google Maps unschwer zeigt, an das Asowsche Meer. Das befindet sich nördlich des Schwarzen Meeres. Der Durchgang zwischen beiden Wasserflächen ist die 6km breite Straße von Kertsch.

Werfen wir nun einen Blick auf die Krim. Die ist von Russland annektiert. Sie grenzt an die Straße von Kertsch. Auf der anderen Seite der Meerenge liegt Russland. Internationale Gewässer gibt’s dazwischen nicht: Das ist alles russisches Gebiet. Was machen nun aber die Schiffe der Ukraine, die ins Schwarze Meer und von da aus ins Mittelmeer wollen? Sie müssen die Straße von Kertsch passieren. Die Russen gestatten ihnen das. Viel Schiffsverkehr, viel Unfallgefahr: Es existiert ein Zeit- und Genehmigungsplan, nach dem Schiffe die Meerenge passieren dürfen. Der dient dem Schutz vor Havarien. Das betrifft nicht nur den zivilen Schiffsverkehr, sondern auch die militärische Sparte. Auch da hat es in der Vergangenheit keine Probleme gegeben und die Russen zeigten sich ungeachtet aller Spannungen mit der Ukraine äußerst kulant.

Nun haben die Russen ukrainische Militärschiffe aufgebracht. Schiffe, die ohne Anmeldung und ohne Genehmigung die Straße von Kertsch durchqueren wollten, also russische Gewässer. Die unangemeldete Durchquerung hätte jeglichen anderen Schiffsverkehr gefährdet. Die Russen untersagten das, handelte es sich doch um ihre Gewässer. Die ukrainischen Schiffe hielten sich nicht daran. Mehr noch: Sie sollen in der Meerenge sogar stundenlang vor Anker gegangen sein und somit die zivile Schifffahrt gefährdet haben. Das zwang die Russen zum Handeln: Nachdem selbst das Querstellen eines Tankers zwecks Durchfahrtsvermeidung fehlgeschlagen war brachten sie besagte Schiffe auf nahmen deren Besatzungen in Haft. Nur: Von diesem Hergang erfährt man in den westlichen Medien nichts. Um diese Hintergründe zu sehen, muss man selbst recherchieren. Stattdessen bezeichnen unsere Mainstreammedien die russischen Gewässer sogar fälschlicherweise als internationale Gewässer, verlagern den Vorfall sogar ins Schwarze Meer u. ä. Warum? Sind die Reporter zu dämlich um mit einem Globus umgehen zu können oder ist das vielleicht gewollt? Und wenn ja: Warum? Wer profitiert von so einer Meinungsmache – von so einer Propaganda?

Blicken wir mal auf etwaige Profiteure. Da steht an erster Stelle Poroschenko. Der hat deswegen das Kriegsrecht in der Ukraine ausgerufen und es ist für ihn ein Leichtes, das auch noch bis nach dem Wahltag auszudehnen. Was ihm weitere Amtszeit bescheren würde. Ganz elegant und ohne irgend jemanden fragen zu müssen, dabei obendrein sogar noch völlig legal. Dann gibt’s da noch diese Brücke, die so genannte „Krim-Brücke“. Die verbindet russisches Festland mit der Krim, wodurch sie eine enorme, strategische Bedeutung erlangt. Denn auf der Krim befindet sich – wie schon gesagt – der Brückenkopf „Russische Schwarzmeerflotte“. Eine Zerstörung dieser Brücke würde den Nachschub für den Brückenkopf extrem empfindlich treffen; insofern ist sie von höchster militärischer Bedeutung. Im Netz sind Gerüchte zu finden, die besagen, dass die aufgebrachten Schiffe gerade diese Brücke haben zerstören sollen. Vielleicht – vielleicht aber auch nicht. Es wäre die Sache eines investigativen Journalismus, dieser Behauptung einmal nachzugehen. Allein, das geschieht nicht. Warum eigentlich nicht? Weil wir keinen investigativen Journalismus mehr haben oder weil das Gerücht stimmen könnte? Oder beides?

Wer und was steckt dahinter? Wer könnte ein Interesse daran haben, Poroschenko weiterhin an der Macht zu sehen oder die Schifffahrt zu gefährden oder die Brücke zu zerstören? Wer profitiert von derartigen Aktionen? Über all das schweigen sich unsere hiesigen Medien selbstverständlich komplett aus. Stattdessen werden uns Meldungen präsentiert, die so scheinen, als hätten russische Einheiten in provokativer Absicht unschuldige ukrainische Schiffe gerammt, beschossen, geentert und erbeutet. Mit derartigen Meldungen macht man Meinung. Meldungen, die dazu dienen, die Meinung zu beeinflussen, nennt man gemeinhin auch Propaganda. Daher noch einmal die Frage: Wer zieht wohl seinen Nutzen daraus, wenn der Konflikt um die Ukraine und um die Krim kein Ende findet? Denn einen Nutznießer gibt es immer …