Vorträge werden i. d. R. grafisch ergänzt. Früher benutzte man dazu einen Tageslichtprojektor nebst Folien. Dann kam PowerPoint. PowerPoint ist Bestandteil des Microsoft-Office-Paketes und das kostet richtig Geld. Man kann dessen Installation nicht a priori voraus setzen, vor allem dann nicht, wenn anstelle von Windows auch mal Linux oder OS X vom Mac als Betriebssystem herhalten müssen. Vor diesem Hintergrund entwickelte Martin J. Fiedler ein alternatives, freies und PDF-basierendes Präsentationsprogramm mit einer bewegten Geschichte. Zunächst gab es da KeyJNote und – wenn ich mich recht entsinne – jede Menge an rechtlichen Problemen, weil sich ein gewisser und bereits erwähnter Hersteller eines gewissen Office-Paketes mächtig auf den Schlips getreten fühlte (was schonmal für das Freeware-Programm spricht). Daraus wurde später dann das portable Freeware-Programm „Impressive„, welches heute für Windows ab XP, Linux und Mac OS X verfügbar ist. Ich will nachfolgend mal auf die Windows-Version eingehen.

Wenn man einen Vortrag hält, dann tut man gut daran, den Teilnehmern an der Veranstaltung das Vortragsmanuskript zum späteren Nachlesen als PDF zur Verfügung zu stellen. Warum dann aber nicht gleich eben dieses PDF anstelle einer PowerPoint-Präsentation benutzen – und zwar weitgehend unabhängig vom Betriebssystem und notfalls eben auch vom USB-Stick aus? Genau das gestattet Impressive, wenngleich man auch auf einige der Gimmicks von PowerPoint (wie bspw. Videoimplementierung, diverse Effekte u. ä.) verzichten muss. Anders ausgedrückt: Man macht den Vortrag als PDF fertig und kann das dann Seite für Seite wie in einer Diashow mittels Impressive präsentieren, was i. d. R. schon völlig ausreichend ist. Wie funktioniert das? Zuerst ist das ZIP-Archiv – es umfasst gut 20MB – runterzuladen und in einen separaten Ordner zu entpacken. Darin beansprucht es gut 40MB an Speicherplatz.

Nun öffnet man zwei Fenster im Windows-Explorer: Eins davon zeigt den Ordner mit dem PDF und das andere den Ordner mit den Impressive-Dateien. Man zieht daraufhin das PDF auf „Impressive.exe“.

Es öffnet sich umgehend ein kleines DOS-Fenster, durch welches diverse Meldungen scrollen. Nun heißt es, ein paar Sekunden abzuwarten.

Im Anschluss schaltet der Bildschirm auf Vollbild und das PDF wird dargestellt. Mit den Pfeiltasten schaltet man von Seite zu Seite weiter (bzw. auch zurück). Die Tab-Taste zeigt alle Seiten des PDFs in der Übersicht, so dass Einzelseiten per Mausklick anwählbar sind. Mit der Taste Z lässt sich eine Seite vergrößern (nochmaliges Drücken schaltet die Vergrößerung wieder aus) und mit der Q- oder Escape-Taste (letztere ggf. mehrfach betätigen) wird Impressive beendet. Einfacher und zuverlässiger geht’s nicht! Eine vollständige Beschreibung der Programmbedienung (englischsprachig) findet sich übrigens in der mitgelieferten Datei „impressive.html“.

Fazit: Es muss wirklich nicht immer PowerPoint sein und mit PDF sowie Impressive auf einem USB-Stick ist man im Grunde genommen bei einer Präsentation gegen alle fiesen Eventualitäten der IT gewappnet!