Entenbraten: Noch nie gemacht! Aber einmal ist ja bekanntlich immer das erste Mal. Meine demente Schwiegermutter, ihres Zeichens schwer an Alzheimer erkrankt, wollte den Vogel zubereiten und meine Frau hatte den – gegen meinen ausdrücklichen Rat, weil Schwiegermutter das ohnehin in Rekordzeit vergessen würde – besorgt. Es kam, wie es kommen musste: Den Entenbraten hat Schwiegermutter natürlich komplett ausgeblendet, so wie alles bei ihr schon nach zwei Minuten wieder weg ist. Folglich nahmen meine Frau und ich den Vogel gezwungenermaßen für sie in Angriff. Das nun folgende Rezept ist vielleicht nicht gerade das Nonplusultra, aber es funktioniert sehr gut und das Ergebnis schmeckt auch!

Menge: 6 Portionen
Zeitbedarf: 3,5 Stunden

Zutaten:
– 1 Ente, ca. 2,3-2,5 kg (ideal ist Flug- bzw. Wildente, weil da weniger Fett dran und das Fleisch besser ist)
– Salz
– Pfeffer
– 2 Äpfel
– Rosinen
– 4 fingernagelgroße Stücke Ingwer
– 50 g Honig
– 2 TL Lebkuchengewürz
– 3 El Rotwein
– ggf. eine Chilifrucht je nach Geschmack (z. B. Habanero)
– Kartoffelklöße (2 Packgn.)
– 1 Glas Rotkohl

Zubereitung:
Die Ente von innen und außen waschen und trockentupfen. Danach salzen und pfeffern. Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in Stücke schneiden; mit den Rosinen und 2 gehackten Ingerstücken vermengen. Wer’s schärfer mag gibt zu dieser Mischung die zerkleinerte Chilifrucht hinzu; wer’s nicht so scharf mag verzichtet auf das Chili. Nun die Ente mit der Masse füllen und den Vogel mit Rouladenspießen verschließen bzw. mit Baumwollgarn zunähen. Die Flügel mit Baumwollgarn so zusammenbinden, dass sie nicht seitlich wegklappen können. Die Innereien mit Salz und Pfeffer würzen und in eine kleine, gefettete Blechschale geben. Zwischenzeitlich im Backofen auf die unterste Schiene ein Backblech geben und darauf eine möglichst große, flache Metallschale mit 1 bis max. 1,5l Wasser stellen. Darüber u. d. h. in der zweiten oder dritten Schiene den Rost einhängen. Backofen auf 180°C Umluft vorheizen (bei Ober- und Unterhitze 200°C) und die vorbereitete Ente auf den Rost geben. Der Wasserdampf bewirkt, dass das Fleisch nicht austrocknet und vorhandenes Fett tropft in die Schale darunter. Nach 1/2 Stunde Bratzeit auch die Schale mit den Innereien auf den Rost in den Ofen geben. Die gesamte Bratzeit der Ente beträgt 2 Stunden. Für die Glasur in einer Glasschale Honig, Lebkuchengewürz, den restlichen, gehackten Ingwer und den Rotwein miteinander verrühren. Nach 75 Minuten Bratzeit (d. h. 45 Min. vor Bratende) die Ente und die Innereien mit 1/3 der Glasur bestreichen und weiterbraten, dann alle 15 Minuten erneut mit jeweils 1/3 der Glasur bestreichen. Die Innereien bereits eine Viertelstunde nach der ersten, spätestens aber zweiten Glasur, aus dem Ofen nehmen (werden sonst hart). In einen 3l-Topf 1,5l Wasser geben und das erhitzen. Die Kartoffelklöße darin 25 Minuten (bzw. lt. u. U. abeichender Angabe auf der Packung) ziehen lassen, anschließend abgießen. Den Rotkohl in einem weiteren Topf warm machen. Die Ente nach Ende der Bratzeit aus dem Ofen nehmen (funktioniert mit langen Grillgabeln am besten) und auf ein Schneidebrett überführen. Die Ente öffnen, Bindfäden entfernen und die Füllung mittels Löffel entnehmen. Anschließend den Vogel unter Verwendung von Tranchiermesser und Geflügelschere in Portionen zerlegen. Beachten: Das der Vogel recht dunkel aussieht, kommt nicht etwa vom Verbrennen, sondern geht auf karamelisierten Zucker aus der Glasur zuück – es muss dunkel sein! Nun noch etwa einen Liter vom Sud abnehmen, mit zwei EL Mehl versetzen und unter Rühren kurz zur Soße aufkochen. Danach alles auf Tellern bzw. Fleischplatte anrichten.