In meinem alten Blog war es fast schon Tradition, zum Jahresende einen ganz persönlichen Jahresrückblick zu präsentieren. Ich habe lange überlegt, ob ich das auch hier fortsetzen soll. Dabei herausgekommen ist ein Kompromiss, nämlich die verkürzte Form. Die teils doch recht persönlichen Sachen habe ich weggelassen. Die befassten sich überwiegend mit unseren drei Pflegefällen und sind wirklich nicht schön. Was nun folgt, ist also ein Ausschnitt aus meinem Jahr 2018 – längst nicht so spektakulär wie die Jahresrückblicke in den Medien, dafür aber den ganz normalen, alltäglichen Wahnsinn beschreibend.
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Januar:

Es ist mangels Sonnenschein der dunkelste Januar seit vielen Jahren. Aufgrund von Schwiegervaters Sturz zum Jahresende steht zunächst viel Arztfahrerei an, Röntgen, CT, Krankengymnastik und so. Meine Frau und ich machen das Taxi und als wir gerade wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, stürzt er erneut unter ungeklärten Umständen und bricht sich das rechte Handgelenk. Anschließend sitzt er übergangsweise im Rollstuhl, wobei dessen Beschaffung zum nervenaufreibenden Kampf mit der Krankenkasse ausartet. Im ersten Monatsdrittel sorgt das Sturmtief „Burglind“ für flächendeckende Überflutungen, wobei auch Aue und Mühlgraben über die Ufer treten. Im letzten Monatsdrittel tobt der Orkan „Friederike“ mit gut 200km/h hier durch und verursacht zahllose Schäden; bei zwanzig umgeknickten Bäumen höre ich auf zu zählen. Bus-, Bahn-, Flug- und Stadtverkehr sind eingestellt worden und die Schulen haben wegen des Orkans geschlossen, doch ich muss fahren und mir dabei noch passierbare und nicht von umgestürzten Bäumen blockierte Straßen suchen – und dann gibt es da doch tatsächlich noch so selbstgefällige Schwachmaten, die rummeckern, wenn man wegen der Witterung etwas später ankommt. Bei dem Mistwetter weiche ich mehrfach komplett durch. Die Quittung dafür kommt später: Aufgrund einer verschleppten Erkältung fange ich mir eine heftige Mittelohrentzündung mit Perforation (es läuft Blut aus dem rechten Ohr) ein und das Ohr ist wochenlang komplett oder zeitweise taub.

Februar:

Spät kommt der Winter, aber er kommt: Den ganzen Monat über mit wenig Schnee (hin und wieder müssen wir trotzdem schaufeln), aber viel Frost (zweistellige Minusgrade). Spuren im Schnee belegen, dass schon wieder Besuch von Waschbären da war; diesesmal allerdings nicht von hinten vom Feld, sondern vielmehr von der gegenüber liegenden Straßenseite kommend. Voll nervig sind die Fehleinwürfe der Post, denn mit schöner Regelmäßigkeit landet fremde Post bei uns. Die Ursache finde ich zufällig: Open Street Maps – und die Post-Navis greifen offensichtlich darauf zu – hat unsere Straße kurzerhand umbenannt. Ich melde den Fehler dort (es ist in Bezug auf Lauenau nur einer von ganz, ganz vielen Fehlern) und mal abwarten, was daraus wird. Schwiegervater ist anfangs noch in der KZP und es scheint ihm dort zu gefallen; er kommt im letzten Monatsdrittel zurück. Meine Frau kämpft erneut mit ihrer Mitralklappeninsuffizienz und ständig irgendwie verschnupft sind wir alle. Um Abo- und Werbefallen entgegen zu wirken richte ich für die Handys von meiner Frau und mir Drittanbietersperren ein – auch nicht ganz einfach. Meine Jüngste guckt jetzt endgültig hinter dem Geld vom Juni-Unfall her, als ein holländischer LKW sie gerammt hatte. Dessen Arroganz-Versicherung übernimmt nämlich einzig die nackte Stoßstange ohne Lackierung und Einbau. Ihre Rechtschutzversicherung verweigert die weitere Verfahrensdeckung wegen Bagatellschadens mit Ausländerbeteiligung. Sie bleibt daher auf 1.500€ Kosten sitzen und lernt dadurch zwei wichtige Lektionen für’s Leben: Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe. Und: Auch bei vermeintlich kleinen Blechschäden geht es nicht ohne Polizei. Von meinen Weltmeister-Chilis sind 28 Pflanzen gekeimt und das war’s dann wohl. Die Blumenpott-Chilis kommen gut und die Indonesien- (Rawit-) Chilis ebenso. Das per I-Net eingetauschte Saatgut von Red Savina und Scotch Bonnet hingegen zeigt gar keine Keimung.

März:

Zum Monatsanfang haben wir -13°C und von Frühling keine Spur. Dann aber kommt es binnen nicht mal 24h für ein paar Tage zur Temperaturerwärmung um über 20°C, nur um anschließend einem erneuten (zweistelligen) Kälteeinbruch zu weichen. Das Problem dabei sind Oststurm und Berge von Schnee, die zu meterhohen Schneewehen aufgetürmt werden: Einige Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. Meine Älteste ist zu Besuch und diese Wetterlage beschert ihr eine Abenteuerfahrt zurück nach Siegen – Bahnfahren, das letzte große Abenteuer unserer Zeit! Dieses Hin und Her der Temperaturen machen viele Leute nicht mit und es herrscht medizinischer Ausnahmezustand, wie aus absolut sicherer Quelle zu erfahren ist: In Niedersachsen ist kein Krankenhaus mehr aufnahmefähig und in NRW erst wieder ab ungefähr Siegen in Richtung Süden. Die Leute sterben an der Grippe (H1N1 wie 1918/19 sowie Yamagata) wie die Fliegen und Patienten müssen bis nach Hamburg und Bremen gekarrt werden. Auch uns erwischt es, doch die medizinische Versorgung ist zu dem Zeitpunkt schon komplett zusammengebrochen: Alte Hausmittel sind angesagt. Meine Große hat jetzt wohl endlich eine Arbeitsstelle gefunden (nämlich in Kassel), aber keine Wohnung. Außerdem muss sie unmittelbar vorher noch einmal nach NY und kommt am letzten Tag des Monats, überhäuft mit vier Preisen von der UN, zurück. Irgendwie hängen wir dadurch alle (gerade auch wegen der Hilfe bei ihrem Umzug) in der Luft. Meine Blumenpott-Chilis zeigen erste Blüten und der Chili-Weltmeister-Mix kommt gut; zum Monatsende hin haben sogar schon drei Früchte der Blumenpottchilis angesetzt. Spuren im Schnee belegen wieder oder immer noch eine Waschbärenplage und u. a. deswegen lege ich mir jetzt nach langem Zögern doch noch eine eigene Wildkamera zu – welche die Waschbären auch bestätigt, und zwar beinahe tägliche Besuche von denen. Die Wölfe sind jetzt wohl endgültig hier angekommen, denn sowohl aus dem Deister wie auch aus dem Süntel werden etliche Wolfssichtungen gemeldet. Die Krankenkasse legt meine selbst zu zahlenden Beiträge neu fest und ab sofort darf ich den Verdienst aus meinem Minijob wirklich fast 1:1 ohne Abstriche durchreichen bzw. muss z. T. sogar noch draufzahlen. Die Politverbrecher, die so etwas angerührt haben, müsste man standrechtlich … Mein Blog „Quergedacht! v3.0“ verzeichnet täglich zwischen 2.000 und 3.000 Besuchern. Damit ist es nicht mehr „unter dem Radar“ und gerät ins Kreuzfeuer von Hackern: Es wird gehackt und ich komme nicht mehr rein. Eine Woche zieht sich das hin. Alternativ rufe ich „Quergedacht! v4.0“ ins Leben, aber ohne Suchmaschinenanmeldung, um künftig damit wieder „unter dem Radar“ zu bleiben. Im Schlafzimmer kostet ein gebrochenes Scharnier am Schrank echt Nerven, denn Ersatz ist nirgendwo zu bekommen und die improvisierte Reparatur ist mehr so eine schlechte Lösung auf Zeit.

April:

Meine Älteste tritt ihren neuen Job in Kassel an, hat aber immer noch keine dortige Wohnung; auch sind ihr die „Spielregeln“ im Berufsleben fremd. Das bedeutet für sie sehr viel Reiserei und Übernachtungen mal hier und mal da sowie Leben aus Koffer und Rucksack. Entgegen früherer Absichten setzt sie simultan ihre JUNON-Tätigkeit doch noch fort und nimmt bspw. an einer MUN-Veranstaltung in Istanbul teil. Zur Monatsmitte hin ist sie wegen einer fiebrigen Bronchitis in Folge von verschleppter Grippe krank geschrieben. Ihre Absolventenfeier in der Uni Siegen wird zu so einer Art von Familienzusammenführung, denn inzwischen hat auch meine Jüngste das Haus verlassen – woran das alltägliche Pflegechaos maßgeblich mit beteiligt ist. Im Garten ist zunächst beinahe täglich das Chaos der Waschbärenbesuche zu beseitigen, bis der Entschluss gefasst wird, sehr viel Geld auszugeben und einen neuen Stahldrahtkonposter mit Deckel zu beschaffen. Zunächst aber – und damit wird die diesjährige Gartensaison eingeläutet – muss der alte Komposter weg, was bei zwanzig Karren voller Erde eine ziemliche Knochenarbeit bedeutete. Anschließend kam der Stahldrahtkomposter an die Stelle und die Wildkamera erfasste keine Waschbären mehr – bzw. nicht ganz, denn bei den Nachbarn sind die jetzt häufiger vertreten. Bei meinen Blumentopf-Chilis beginnt die Ernte. Zur Monatsmitte hin wird es übergangslos hochsommerlich heiß mit Temperaturen bis 30°C; es ist der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ein neues Frühbeet wird gekauft und aufgebaut; dabei gibt mein alter Elektrotacker nach nunmehr 33 Jahren endgültig den Geist auf. Schwiegermutter glänzt durch ultimative Faulheit und absolute Unzurechnungsfähigkeit und muss sich den ganzen Tag über „erstmal hinlegen“, wobei sie mir alles Mögliche unterstellt: „Du machst ja nie was! Du arbeitest ja gar nicht! Du sitzt bloß rum und machst ‚brrrrt‘! Du tust ja so als ob du auf Urlaub wärst!“ Das ich alle zwei bis drei Tage hinter ihr her repariere (zerdroschene Klingel, aus der Waschmaschine gerissener Schlauch, verstopfte Abflüsse, zertrümmerte Schubladen usw.) will sie nicht sehen. Essen kochen, Einkäufe erledigen, deren Garten auf Vordermann bringen etc. auch nicht. Da kommt nie ein „Danke“, sondern bestenfalls Beschimpfungen, wenn man aufgrund von Berufstätigkeit keine 24h-Rundumversorgung gewährleisten kann: Muss ich mir wirklich nicht mehr in vollem Umfang antun! Ich investiere sehr viel Arbeit für den Siedlerbund bzw. in die Wirtschaftsschau und das lohnt sich, denn es wird äußerst erfolgreich.

Mai:

Den Monatsanfang macht Schwiegermutters 80. Geburtstag, der in einem Gasthaus gefeiert wird. Wobei ich allerdings beim Verlassen des Lokals gerade noch Angriffe seitens meiner geistig behinderten Schwägerin gegen die Bedienung sowie gegen andere Gäste verhindern kann. Sie greift mich im Durchschnitt etwa alle drei Tage an; in den Tagen dazwischen sucht sie sich andere Opfer für ihre Aggressivität. Letztere nimmt allerdings zu; so scheut sie in diesem Monat nicht davor zurück zu versuchen, mich mit einer Schere abzustechen sowie mit Gartenwerkzeug zu erschlagen. Es bleibt aber bei den Versuchen, denn ich bin schneller und entwaffne sie. Das unkooperative Verhalten unserer drei Pflegefälle ist mittlerweile in eine Verweigerungshaltung übergegangen; m. E. betreiben die aktive Sterbehilfe an sich selbst. Ich empfinde meinen Job als immer stressiger und vermutlich ist er das auch tatsächlich geworden. Waren es ursprünglich 6 Fahrer und drei Autos, so sind es jetzt für die gleiche Fahrleistung (nämlich minimal 12.000km pro Nase und Jahr) und für die gleiche Zeit nur noch 4 Fahrer und zwei Autos. Neue Leute sind nicht zu finden, weil einerseits der Job zu diesen Konditionen absolut unattraktiv ist (das grenzt schon gefährlich ans Ehrenamt) und es andererseits bei allen nach 1990 geborenen Leuten am C1-Führerschein fehlt. Manchmal glaube ich, dass gewisse Politiker und Manager kein Gehalt bekommen, sondern dass deren Gehirne Arbeitslosengeld beziehen! Unsere Heizungsanlage ist defekt und kann nur provisorisch repariert werden. Meiner Großen helfen wir beim Umzug nach Kassel. Wenigstens hat sie da jetzt erst einmal ein Dach über dem Kopf, auch wenn das WG-Zimmer nun wirklich nicht der große Wurf ist (weil es Vermieter gibt, die ihre Mieter wie Dreck behandeln). Meine Frau und ich nehmen an einer Harzfahrt – zur Schlangenfarm in Schladen sowie zum Baumwipfelpfad in Bad Harzburg – teil. Das letzte Monatsdrittel „beglückt“ uns mit einer wochenlangen Hitzewelle. Bei meinen Chilis haben am Monatsende 21 Früchte angesetzt.

Juni

Meine vor drei Monaten erworbene Wildkamera ist trotz IP54 im typisch norddeutschen Regenschauer abgesoffen. Sie wird als Garantiefall eingeschickt und umgehend ersetzt. Für die Nachwelt verfasse ich einen MOM-Beitrag, der als Keramik im Salzstock von Hallstatt eingelagert wird: Bloggen bis zu einer Million Jahre in die Zukunft! Unsere Zwerpalmen führen zum „Baumschnitt“ in der Wohnung. Der ganze Monat bringt weiterhin eine Hitzewelle mit 33°C im Schatten, dazu viele (teils verdammt heftige) Unwetter. Die Trockenheit nimmt kritische Formen an. Trotz der Hitze wird, soweit möglich, Gartenarbeit geleistet. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren stehen jetzt so ziemlich zeitgleich (und wegen der Mengen kaum noch zu verarbeiten) die Ernten von Erd- sowie Himbeeren und von bergeweise Süßkirschen an. Bei meinen Weltmeister-Chilis haben rund 50 Früchte angesetzt und reifen jetzt. Dieser Monat bringt mir zwei Geburtstage, nämlich meinen 30. und meinen 60.: 30 Jahre ist jetzt her, seit ich klinisch tot war, zurückgeholt worden bin und seitdem ich den ganzen Krampf hier beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen kann. 60 Jahre befinde ich mich dagegen schon im Irrenhaus des Universums. Das Geburtstagsgeschenk zum 60. seitens meiner bösartigen Schwester hat es in sich: Sie, selbsternannte notleidende Geschäftsfrau und Besitzerin von fünf Häusern, hat meine Mutter, weil die ihr nichts mehr nützen konnte, in irgendein Altenheim abgeschoben und ich als Minijobber soll dafür zur Kasse gebeten werden (ohne rausfinden zu können, wo sich meine Mutter überhaupt befindet, weil alle sich hinter dem Datenschutz verstecken). Irre, und dass obwohl da schon seit sechs Jahren, seit dem letzten Betrugsversuch von deren Seite, keinerlei Kontakte mehr bestehen. Aber von der gierig-überheblich-egoistischen Betrügerseite war wohl auch nichts anderes zu erwarten. Satz mit X, war wohl nix: Zuerst mal informiere ich draufhin das Sozialamt über die mir bekannten legalen sowie illegalen Besitzverhältnisse meiner ungeliebten Schwester (damit da auch im Bedarfsfalle mal der Staatsanwalt nachhaken kann) und kündige notfalls den Gang vor Gericht an. Wenn die Krieg will, dann kann die den kriegen, und zwar bis zum bitteren Ende! Die Sache wird sich aber wohl noch sehr, sehr lange hinziehen. Hingegen ist das Geschenk von meinen Kindern, den Schwiegereltern und meiner anderen Schwägerin ausgesprochen erfreulich. Die haben zusammengeworfen, damit meine Frau und ich mal eine Woche lang richtig Urlaub machen können, nämlich Halbpension auf Fuerteventura. Einfach nur mal wirklich richtig raus und nichts wie weg … – ein Traum!

Juli

Der viel zu kurze (aber herrliche) Urlaub geht zu Ende. Die Sonne brennt erbarmungslos: Hitze und Trockenheit (die Hitzewelle mit Spitzenwerten von 39°C im Schatten dauert jetzt, von kleineren Unterbrechungen einmal abgesehen, bereits seit Ende April an) lassen uns bei der Rückkehr allerdings so rein wettertechnisch kaum einen Unterschied bemerken. Bedingt durch die Trockenheit beginnt die Lage zum Monatsende hin langsam aber sicher kritisch zu werden und im Radio wird einerseits zum Wassersparen und andererseits zum Gießen aufgerufen: Reichlich paradox! Ohnehin steht dazu sowieso nur noch Leitungswasser zur Verfügung, denn das Regenwasser ist längst schon restlos verbraucht. Insgesamt gesehen ist das Ganze nur noch durch regelmäßige Schwimmbadbesuche halbwegs zu ertragen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatte Goslar eine Flutkatastrophe! Im Urlaub hatte ich die einzige Sonnenbrille in meiner Sehstärke verloren – der gefräßige Atlantik hat sie geschluckt – und pünktlich gibt’s wieder ein Angebot, so dass ich mir jetzt gleich zwei Sonnenbrillen anfertigen lasse. Während unserer Abwesenheit ist das Fischfutter schlecht geworden; es lebte vor lauter Viechern darin. So etwas habe ich noch nie erlebt seit ich Aquarien betreibe und das ist immerhin schon seit 1967 der Fall. Aber einmal ist bekanntlich immer das erste Mal. Die im Mai gekaufte und nicht funktionierende Feuerschale ist mit 18 Löchern versehen worden, so dass Luft zutreten kann. Die wird jetzt, nach den leichten konstruktiven Veränderungen, ausprobiert: Ballert plötzlich drauflos wie ein Schmiedefeuer! Für die Fensterbank-Chilis ist nun Saisonende; nach einer letzten (kleinen) Ernte werden die Pflanzen entsorgt. Sie waren allerdings auch während des Urlaubs mehr oder weniger vertrocknet. Bei meinen Weltmeister-Chilis hatten gleich nach dem Urlaub 64 Früchte angesetzt. Zwei waren wegen der Hitze vorzeitig abgefallen. Andere reiften und so wurden erste Ernten von insgesamt 23 Früchten eingefahren. Eine Frucht pro Monat ist von dem Höllenzeug mehr als genug! Meine Frau meckert bei der Verarbeitung ja sowieso rum: „… ganze Küche verseucht … alles kontaminiert … schlimmer als Nowitschok … die Hölle …“ Ich für meinen Teil war ansonsten sehr, sehr vorsichtig und voller Respekt den etwas merkwürdigen Früchten gegenüber, denn einige davon hatten sich farblich für Ekelpink entschieden. Der Rest wies dieses Signalorange auf, bei dem eigentlich nur noch der aufgedruckte Totenkopf fehlt. Die tägliche Waschbärenplage hat zugelegt; man kann die Mistviecher jetzt sogar schon am frühen Abend vom Balkon aus im Garten sehen. In der Dachtraufe neben dem Balkon hat sich eine Millionen-Metropole von Wespen etabliert: Insektenhotels sind bloß was für Anfänger! Das hat allerdings auch Vorteile, denn Spinnen, Raupen, Mücken, Blattläuse, Fliegen und was sonst noch so auf dem Speiseplan der Wespen steht, gibt’s nicht mehr. Die Nachfeier von meinem 60. Geburtstag im Gasthaus gerät dank unserer drei Pflegefälle zur Peinlichkeit allerersten Ranges. Schwiegervater stürzt in diesem Monat (mehr oder weniger selbstverschuldet, da teils auf seinen Starrsinn zurück zu führen) mehrfach schwer und einmal ist zwecks Diagnostik deswegen sogar ein Krankenhaus-Besuch fällig. Meine Große nutzt ihre internationalen Kontakte und macht Urlaub bei Bekannten in der Dominikanischen Republik.

August:

Mir gelingen ein paar seltene Makroaufnahmen des als beinahe unfotografierbar geltenden „Taubenschwänzchens“. Ich ziehe mir mal wieder einen Zeckenbiss zu. Ein knappes Vierteljahr nach der letzten (provisorischen) Reparatur verabschiedet sich die Heizungsanlage erneut und schweren Herzens müssen wir nach nunmehr 29 Betriebsjahren den Kostenvoranschlag für eine neue Anlage einholen: Kostenmäßig gilt nämlich, dass eine Heizungsanlage gleich einem Neuwagen entspricht. Das Auto meiner Frau kommt erst im zweiten Anlauf durch den TÜV; die Reparaturkosten belaufen sich zusammen auf fast 1.000€ – wo soll das bloß noch alles herkommen? Meine Älteste ist wieder aus der Dominikanischen Republik zuück. Sie zieht noch einmal um – wir helfen mehrfach dabei – bleibt aber in Kassel. Diesesmal in eine kleine Wohnung. Vernünftig, denn ihr WG-Zimmer war wegen des sich für einen kleinen Adolf haltenden Vermieters nebst der Diebstähle dort wirklich nicht der große Wurf. Unsere Postzustellung gerät – wie seit ein paar Jahren in jedem Sommer – zur Zumutung; die Post wird nur noch ein- oder zweimal wöchentlich als Packen eingeworfen. Die Post könnte das entschärfen, wenn sie die Zusteller vernünftig einstellen würde. Will sie aber nicht – ich habe das ja selbst im Jahr 2007 mitgemacht und daran hat sich bis heute nichts geändert. Unsere drei Pflegefälle fordern uns mehr denn je: Schwägerin wird immer aggressiver. Die Anzahl ihrer Attacken nimmt dabei nur minimal zu, aber die Anzahl der Verletzungen ihrer Opfer erhöht sich dramatisch. D. h. sie wird immer hemmungsloser und gefährlicher. Außerdem hat sie sich wieder Zähne aus dem Kiefer gehebelt und rausgebrochen, so dass in absehbarer Zeit wieder die leidige Fahrerei zur Zahnklinik anstehen dürfte. Allerdings muckt da die Krankenkasse jetzt rum und will das aus durchaus verständlichen Gründen nicht mehr übernehmen. Im Gegenzug hegt und pflegt Schwiegermutter ihr durch und durch phlegmatisches Verhalten. Sie kocht mittlerweile schon aus lauter Faulheit kein Essen mehr (muss sich permanent „erstmal hinlegen“; macht sie schon seit drei Jahren so) und sogar das Warmmachen von Würstchen oder Dosensuppe ist ihr zu anstrengend; ein Hoch auf die gelebte Faulheit. Die Hitzewelle setzt sich fort und wird offiziell mittlerweile als die „schlimmste Dürreperiode, die dieses Land je erlebt hat“ bezeichnet. Im Gegenzug verkürzt unser hiesiges Schwimmbad die Öffnungszeiten wegen Personalmangels: Ja, verdammt nochmal, zahlt den Leuten doch endlich mal anständige Löhne und dann ist der Personalmangel auch kein Thema mehr! Was mich sowieso ankotzt: Ständig hört man hirnloses Geschwafel vom so genannten Fachkräftemangel. Wo bitteschön kommt denn der wohl her, wenn Azubis nicht übernommen und permanent überall Stellen eingespart werden? Wenn gestandene Fachleute vom Jobcenter per Mausklick zu „Ungelernten“ gemacht werden, weil ihre Ausbildung länger als zwei Jahre zurück liegt? Klar, wir müssen alle sparen und unsere Regierung macht’s vor: Da teilen sich schon mindestens zehn Politiker ein einziges Gehirn! Zum nächtlichen Raubtiersammelsurium im Garten hat sich jetzt auch noch ein Fuchs hinzu gesellt; es fehlen wirklich nur noch Wolf und Luchs, damit die Menagerie komplett ist. Unsere Waschküche erhält ein Kellerregal. Die Anzahl meiner geernteten Chilifrüchte beläuft sich inzwischen auf 92 (einige davon wurden verschenkt, weil’s einfach zuviel war) und es scheint bei der ganzen Genpanscherei tatsächlich eine neue Sorte dabei rumgekommen zu sein. Die habe ich „Loreley“ getauft, gemäß der Textzeile „ich weiß nicht was soll es bedeuten“ im Loreley-Lied. Einige Früchte ähneln dem Alien aus den Filmen – und verhalten sich auch so. Die Chilis haben eine zweite Blütephase hingelegt und dabei haben nochmal gut 30 Früchte angesetzt, aber ob das noch was wird?

September:

Es steht, da Erntezeit ist, viel Gartenarbeit an. Schade nur, dass unsere drei Pflegefälle vieles davon einfach verfaulen lassen (der ganze Keller stinkt nach vergammelndem Obst). Schwiegervaters 29 Jahre altes Auto wird, nachdem 700€ an Reparaturkosten reingesteckt worden sind, noch einmal durch den TÜV gebracht, aller Voraussicht nach aber wohl zum letzten Mal. Unser Sat-Empfänger muckt, aber wenigstens bei dem Teil glückt die Reparatur in Eigenleistung. Der Regen lässt anfangs immer noch auf sich warten. Ein halbes Jahr lang hat es jetzt nicht mehr nennenswert geregnet und nun wird selbst – was es noch nie gab – das Regenwasser für’s Aquarium knapp. Erst zum Herbstanfang kommt zur Abwechslung mal wieder nenneswerter Niederschlag, dann allerdings auch gleich verbunden mit den beiden ersten Herbststürmen und gefolgt von einem ersten, stellenweise auftretenden Bodenfrost. Die Bodenfröste werden in Folge noch mehr. Angesichts der sich unaufhaltsam nähernden Heizperiode beauftragen wir (ohne dass die Finanzierung geklärt wäre) eine neue Heizungsanlage nebst des Austausches einiger dringend zu ersetzender Uralt-Heizkörper in unserer Wohnung. Alles zusammen wird sich der Spaß voraussichtlich auf rund 15.000€ belaufen. Meine Chiliernte – zum Monatsende hin gibt es eine dritte Blüteperiode – ist in Summe auf 94 Früchte angewachsen und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht; allerdings macht das Abreifen bereits Probleme und die Pflanzen sehen nicht mehr gut aus. So eine Superernte von dem Zeug hatte ich zuletzt 2003 und da war es auch so heiß. Schwiegermutter hat seit Mai vergangenen Jahres noch keinen müden Cent an Pflegegeld bekommen (wie wir durch Zufall feststellen) und es erfolgt die Anfrage bei der Pflegekasse, warum sich das so verhält. Doch anstatt die mittlerweile ausstehenden 9.000€ zu zahlen strengt die eine MDK-Nachbegutachtung an, welche eigentlich nur dazu dient, die unsererseits erbrachten Pflegeleistungen zu kontrollieren: Eine Frechheit ohnegleichen und im Grunde genommen reine Schikane! So kann man Pflegefälle auch aushungern! Meine behinderte Schwägerin hat sich inzwischen, weil’s ihr so einen Spaß machte, insgesamt sechs Zähne rausgebrochen und die leidige Fahrerei zur Kieferklinik beginnt für uns von vorn – wozu wir uns beide Urlaub nehmen müssen. Fahren muss ich in diesem Monat übrigens relativ wenig, denn es hat sich ein ganzer Monat an Überstunden angesammelt. Gezwungenermaßen – weil die Arbeitgeber das frühzeitig wissen wollen – buchen wir jetzt schon den Sommerurlaub für das kommende Jahr. Mit dem Abernten des Maisfeldes hinter dem Garten – dem Waschbärenparadies – endet unsere Waschbärenplage praktisch schlagartig.

Oktober:

Ein gutes Vierteljahr mit ungezählten Telefonaten und Anfragen haben wir gebraucht, um letztlich doch noch den Aufenthaltsort meiner Mutter in Erfahrung bringen zu können. Ein vorausgehendes Telefonat bestätigt, dass sie sich über unseren Besuch freuen würde. Ergo besuchen wir sie. Insgeheim freue ich mich diebisch darüber, dass meine Schwester wohl Galle kotzen wird, wenn sie im Nachhinein von dem Besuch erfährt. Im Verlauf des Gesprächs mit meiner Mutter werden meine Befürchtungen bestätigt: Nachdem ihr das Elternhaus abgeluchst worden ist und sie von allen Kontakten isoliert worden war, da musste der „Klotz am Bein“ weg. Ich bringe das meiner Mutter gegenüber auch sehr deutlich zum Ausdruck, woraufhin die sehr nachdenklich wird – leider viel zu spät! An der Heizung kommt es im Keller zu einer Leckage u. d. h. es wird so langsam allerhöchste Zeit für eine neue Anlage! Doch unser Heizungsmonteur lässt uns hängen, so dass wir zwangsläufig wochenlang auf ’ner Baustelle leben müssen. Irgendwann kommen die mit wochenlanger Verspätung dann doch noch und installieren sowohl neue Anlage (Brennwertgerät) wie auch neue Heizkörper, doch bleibt das Problem des Kondensat-Abwassers erstmal ungelöst und führt zum längerfristigen Schlauch-Provisorium im Keller. Zu allem Überfluss wird auch noch das Aquarium nach 16,5 Jahren Standzeit undicht und muss in einer Art von Gewalt- und Katastrophenaktion ausgetauscht werden. Schwiegermutters Pflegegegeld wird jetzt endlich (nach eineinhalb Jahren und etlichen Nachfragen!) gezahlt; zudem wird bei ihr „Grauer Star“ diagnostiziert. Die Scheiß-Waschbären klauen unsere letzte Tomatenernte, wie die Fotos der Wildkamera unzweifelhaft belegen. Meine Chilis sind wegen der ersten Nachtfröste wieder nach drinnen auf die Fensterbänke gewandert und reifen da ab. In Summe wurden bis jetzt 169 Früchte abgenommen. Da diese Ernte viel zu üppig ausgefallen ist, denke ich mir dafür ein Sambal-Oelek-ähnliches Rezept namens „Höllenpaste“ aus – sie schmeckt sehr gut! – und verarbeite einen Großteil der Chilis dazu.

November:

Für uns steht, da ich wegen des Abfeierns von Überstunden am besagten Tag nicht fahren muss, endlich mal wieder der gemeinsame Besuch des Martinimarktes in Rodenberg an. Allerdings ist der auch bereits etwas geschrumpft, denn die Menschen haben kein Geld mehr. Die Chiliernte ist zum Saisonende hin auf 174 Früchte angewachsen – soviel wie niemals zuvor. Ich koche ob der Superernte mehrfach Höllenpaste, bisher in Summe 17 Gläser. Zum Ausgleich für das Saisonende wird aber umgehend die Chilisaison 2019 mit Fensterbank-Blumenpott-Chilis eingeläutet (angepeilte Ernte ist Ostern 2019) und die Saat zeigt nach nur elf Tagen bereits erste Keimung. Wir machen so gut es eben geht den Garten winterfest, doch rund 20m² Nutzfläche bleiben ungegraben liegen: Nicht mehr geschafft! Einfach schon deswegen, weil unsere drei Pflegefälle uns viel zu sehr in Anspruch nehmen. Der dafür benötigte Zeitaufwand ist im seit Jahresanfang um gut 50% gestiegen. Der erste Schnee fällt dann zum Ende des zweiten Monatsdrittels. Indessen gehen die Heizungsarbeiten weiter. Insgesamt hat sich die Aktion letztlich (mit langen Wartezeiten und unvorhergesehenen Problemen dazwischen) auf drei Wochen und gut 14.000€ belaufen – wobei ich soweit wie möglich selbst mit Hand angelegt habe, so bspw. beim Einziehen eines neuen Rohres oben vom Schornstein aus. Ist doch recht zugig, wenn man auf dem Dachfirst rumsitzt. Der Dreck von den Arbeiten findet seinen Weg durch die kleinste Ritze in jede Wohnung, so dass wir uns schließlich zu einer Art von Frühjahrsputz im Herbst gezwungen sehen. In der Debatte sind jetzt Dieselfahrverbote und es bestätigt sich wieder einmal die absolut zeitlose Bemerkung von Mark Twain (Zitat): „Manchmal frage ich mich, ob die Welt von klugen Menschen regiert wird, die uns zum Narren halten, oder von Schwachköpfen, die es ernst meinen.“ Mein Handy geht nach nur anderthalb Jahren in die Reparatur, weil der Akku defekt ist. In Seesen haben wir ein Klassentreffen nach 45 Jahren: Nur wenige sind noch unmittelbar erkennbar und verändert haben sich alle. Ein Drittel von uns Ehemaligen nimmt teil. Ein Drittel ist unauffindbar und ein Drittel bereits verstorben. Auffällig dabei: Selbst diejenigen, die eine höhere Bildung erworben haben, machen sich Sorgen um ihre Rente, befürchten sogar Altersarmut. Die haben aufgrund ihres Studiums später als ich angefangen zu arbeiten und daher unter dem Strich auch nicht viel mehr.

Dezember:

Mein letztes Geburtstagschenk, nämlich Konzertkarten, wird eingelöst und wir besuchen Santiano in Hannover: Live sind die ’ne Naturgewalt! Eine andere Naturgewalt, nämlich einer unserer üblichen Winterstürme, reißt die Garagentorhaltung zum x-ten Mal aus dem Mauerwerk und jetzt ist wirklich verschärftes Improvisieren angesagt. Das Auto meiner Frau bekommt eine neue Windschutzscheibe, weil der schon seit zig Jahren vorhandene Steinschlag jetzt wirklich anfängt zu reißen – ein Versicherungsfall. Mein Handy kommt aus der Reparatur zurück und das erweist sich wider Erwarten doch als Garantiefall. Warum die allerdings zum Akkutausch das ganze Gerät softwaremäßig platt gemacht haben weiß wohl nur die Werkstatt – und die Neueinrichtung dauert natürlich. Ich stelle bei meiner Schwägerin – die immer unsauberer und aggressiver wird; das Einscheißen spätestens alle zwei Tage ist zur Regel geworden – eine lebensbedrohliche hypertensive Krise fest und umgehende ärztliche Behandlung nebst Medikationsänderung und täglichen Blutdruckmessungen schließen sich an. Logisch, dass das mit vielen Angriffen ihrererseits gegen die Pflegepersonen verbunden ist. Schwiegermutter lässt sich selbst vergammeln und rührt keinen kleinen Finger mehr (lädt telefonisch aber Gäste ein und wir haben die Arbeit damit), Schwägerin stinkt schlimmer als ein Iltis und ist die Peinlichkeit in Person, als sie halbnackt und hochaggressiv vor den Gästen rumläuft und auch bei Schwiegervater sind jetzt typische und unübersehbare Alzheimer-Symptome hinzu gekommen. So gerät das Weihnachtsfest – wie schon im Vorjahr – zu drei Stresstagen pur, an denen man am liebsten auswandern möchte und nur noch kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht! Die neue Heizungsanlage muckt gewaltig, nachdem meine behinderte Schwägerin da zweimal „gespielt“ und die Programmierung gecrasht hat. Ich repariere das so gut es eben geht, denn ein einziger Einsatz des Heizungsfritzen kostet gut sechzig Teuronen. Überhaupt sorgt das Hinterherreparieren bei den Pflegefällen – spätestens an jedem dritten Tag – für Vollbeschäftigung: Heute der Wasserhahn, morgen das Türschloss, übermorgen der in Trümmer verwandelte Kleiderschrank usw. Mir gelingt auch die Reparatur vom Handy meiner Frau, als das urplötzlich in Streik tritt und gar nichts mehr sagt. Wettermäßig ist es ein Monat, in dem man glaubt, in ein Aquarium zu schauen, wenn man aus dem Fenster sieht. Trotzdem: Das Wasser ist noch immer so knapp, dass jetzt erstmals das Oberharzer Wasserregal – die absolute Notreserve für ganz Norddeutschland – angezapft werden muss und für das Folgejahr wird mit der Rationierung von Trinkwasser gerechnet. Mein altes Blog „Quergedacht! v3.0“ wird jetzt ungeachtet seines Erfolges endgültig beerdigt, denn ab Januar des kommenden Jahres würde es kostenpflichtig werden, weil der Hoster verkauft worden ist.
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Und was kommt 2019? Eine Verbesserung erwarte ich nicht; ganz im Gegenteil. Ich habe gerade einen Brief erhalten, in dem mir mitgeteilt wird, dass mein Krankenkassenbeitrag zwar sinkt, aber dafür die Pflegeversicherung erhöht wird. Unter dem Strich bedeutet das, dass ich monatlich rund zehn Euro mehr zu zahlen habe und da frage ich mich ernsthaft, wieso ich mir das mit der Fahrerei eigentlich noch antue. In 2018 sah es so aus, dass ich im Schnitt 410€ monatlich verdiente, davon 30€ an Renten- und 290€ an Krankenversicherung abzugeben hatte. Blieben mir noch 90€ zum Leben. In 2019 werden es 80€ sein. Lt. eines gewissen Herrn Merz soll ich davon zwecks Alterssicherung Aktien kaufen. Mit dieser Rechnung bin ich weiß Gott KEIN Einzelfall! Aber bis nach Bad Ballerbug, auch Berlin genannt, haben sich solche Verhältnisse wohl noch nicht rumgesprochen. Und ganz ehrlich: So lange derartige Verhältnisse nicht seitens der Politik korrigiert werden, wird hierzulande auch die Wut weiterhin zunehmen und dem Rechtspopulismus große Teile der Bevölkerung zuführen!