Einen Notfall wünscht sich keiner. Und wenn einem doch mal was passiert? Wie kann man es anstellen, dass dann zumindest Angehörige und zumindest diejenigen, die zuerst am Unfallort auftauchen, auch informiert werden? Dazu bietet sich das persönliche Handy an, so man denn eins mitführt. Mit vorangestelltem ICE für „In Case of Emergency“ bzw. IN für „Im Notfall“ vor einem Namen in der Kontaktliste kann man Ersthelfer darüber in Kenntnis setzen, wer im Bedarfsfalle anzurufen ist. Allerdings: Das funktioniert nur bei entsperrtem Handy. I. d. R. aber sind Handys gesperrt und was macht man dann? Zumindest bei Handys mit Android ab Version 5.0 existiert daher noch eine andere Lösung. Dabei werden die Notfallinfos auf dem Sperrbildschirm präsentiert. Das funktioniert zwar gut, ist aber einerseits von Gerät zu Gerät und andererseits von Androidversion zu Androidversion an unterschiedlichen Stellen „gut versteckt“; auch die jeweilige Funktionalität differiert. Man muss also immer in den „Einstellungen“ etwas danach suchen.

Beginnen wir mit Android 5.0. Dort findet sich unter „Einstellungen/ System/ Notfallassistent“ eine Notfallfunktion. Was macht die? Sie schießt Bilder mit Front- und Back-Kamera und übermittelt eine für den Notfall zuvor anzufertigende Audio-Botschaft an bis zu vier Notfall-Kontakte. Um den Notfallassistenten bei gesperrtem Handy zu aktivieren ist der Power-Knopf dreimal schnell hintereinander zu drücken. Unter Version 5.1 wird das schon wieder gänzlich anders gehandhabt. Hier findet sich die Notfallfunktion unter „Einstellungen/ Sicherheit/ Info zum Eigentümer“. Ein paar rudimentäre Infos (z. B. über wichtige Vorerkrankungen, einzunehmende Medikamente, zu benachrichtigende Personen) können in KURZEN Stichworten eingegeben werden und erscheinen fortan als Laufschrift auf dem Sperrbildschirm. Zusätzlich weist der einen Eintrag „Notruf“ auf, mit dem sich die 112 benachrichtigen lässt (führt zur Tastatur).

In der Androidversion 6.0 ist der Notfallassistent still und heimlich weiterentwickelt worden. Man findet ihn dort je nach Gerätehersteller unter „Einstellungen/ Datenschutz & Sicherheit/ SOS-Nachrichten senden“ oder unter „Einstellungen/ Kontakte/ Ich/ Details/ Notfallkontakte“. Hinsichtlich des Informationsumfanges entspricht der Notfallassistent unter 6.0 in etwa dem in der Version 7.0, wo er unter „Einstellungen/ Nutzer/ Notfallinformationen“ auftaucht. Die Androidversionen 6 und 7 sind also diesbezüglich einander recht ähnlich; daher soll nachfolgend anhand von Version 7 beschrieben werden, wie der Notfallassistent aufzurufen und einzurichten ist. Beginnen wir mit Aufruf im Fall der Fälle.

Das Handy des Verunfallten ist gesperrt. Aber ganz unten steht auf dem Sperrbildschirm das Wort „Notfall“. Da drauf tippen. Der Bildschirm wechselt und es erscheint die normale Wähltastatur. Jetzt könnte man die 112 anrufen. Oder aber man tippt oben auf den Button mit der Aufschrift „Notfallinformationen“. Dann wechselt der Button seine Farbe u. d. h. der Notfallassistent wird aktiviert.

Nochmaliges Antippen des nun rot gefärbten Buttons ruft die eingespeicherten Infos auch bei gesperrtem Gerät auf. Es öffnet sich ein Bildschirm mit zwei Reitern, nämlich „Info“ und „Kontakte“. Ganz oben ist deutlich der Name des Handybesitzers zu sehen. Der Reiter „Info“ informiert darüber, ob Allergien vorliegen, welche Blutgruppe infrage kommt, welche Medikamente regelmäßig eingenommen werden, welche Vorerkrankungen bestehen und ob das Unfallopfer Organspender ist. Unter dem Reiter „Kontakte“ finden sich die Telefonnummern naher Angehöriger – und das Antippen dieser Nummern löst den Wählvorgang auch bei gesperrtem Handy aus! Doch wie programmiert man diese Notfallfunktion jetzt? Das geht ganz einfach und ist, so man die Funktion unter „Einstellungen“ erst einmal gefunden hat, nur eine Sache von wenigen Minuten.

Man tippt auf „Nutzer“ …

… anschließend auf „Notfallinformationen“ …

… und hat einzelne Sparten für kurze Einträge für Textfelder (jeweils durch Antippen zu öffnen): That’s all!

Das Einrichten der Notfallinfos dauert, wie schon gesagt, wirklich nur ein paar Minuten. Nach meinem Dafürhalten ist es ausgesprochen sinnvoll, dieses Feature von Android-Handys auch zu nutzen, denn man weiß ja nie. Sicher, das alles sind ausgesprochen persönliche Informationen. Aber das eigene Handy behält man normalerweise auch bei sich und leiht es keinen anderen Leuten. Insofern sehe ich dabei ehrlich gesagt keine großartige Missbrauchsgefahr. Oder, anders ausgedrückt: Der Nutzen überwiegt m. M. nach!