„Papa, soll ich meinen alten Rechner gleich wegschmeißen oder willst du da noch dranrum basteln?“ Das fragte mich meine Älteste vor ungefähr sechs Jahren. Da war besagter Rechner allerdings auch bereits sechs Jahre alt: Macht in Summe zwölf Jahre. Sie sollte ihn nicht wegschmeißen. Ich habe dranrum gebastelt und das Ding läuft heute noch, und zwar unter Windows XP sowie unter Linux Ultimate Edition 3.0 (ein Ubuntu-Fork). Klar, Leistung darf man nicht mehr erwarten und Up To Date ist das Teil schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Aber so für die eine oder andere Kleinigkeit setze ich das Ding ganz gerne noch ein – also bspw. als Musikanlage, zur Filmvorführung per Beamer u. ä. Also zumeist außerhalb und immer dann, wenn die Gefahr besteht, dass der Rechner durch Sturz o. ä. kaputt gehen könnte. Bei dem Uralt-Gerät wäre das ein durchaus zu verschmerzender Verlust.

Jetzt brauche ich das Ding für einen Vortrag anlässlich der Jahreshauptversammlung unserer Siedlergemeinschaft. Vorträge mache ich am liebsten mit JPG-Bildern oder PDFs, weil man damit ziemlich unabhängig von Betriebssystemen und von vorinstallierter Software ist. Im vorliegenden Fall wollte ich ursprünglich ein PDF mit Impressive verwenden. Leider haute das aufgrund von hoffnungslos veralteten Treibern auf dem Antikrechner nicht hin. Ergo Plan B: Die nackten JPGs werden mit HoneyView präsentiert: Funktioniert! Dann aber der Gedankengang: Könnte man nicht auch gänzlich auf HoneyView als Diashowprogramm verzichten und die JPGs gleich zur selbstlaufenden EXE umfummeln und wenn ja, womit? Die Frage nach dem „Womit“ war schnell geklärt, denn IrfanView gestattet eine derartige Konvertierung. Blieb nur noch das „Wie“ zu klären und darum soll es hier gehen.

Man startet also IrfanView und wählt „Datei/ Slideshow“, woraufhin sich ein neues Fenster öffnet. Gehen wir dessen Einstellöglichkeiten mal durch.
– Unter „Nächste Datei anzeigen“ (links oben) wird die Checkbox „Automatisch nach Maus/Tastendruck“ aktiviert, weil ich manuell von Bild zu Bild weiterschalten will.
– Unter „Slideshow-Optionen“ (darunter) sind „Starte mit Bild Nr. 1“ und „Wiederholen“ anzugeben, weil ich die korrekte Reihenfolge beibehalten und ggf. an den Anfang springen will.
– „Fehler ignorieren“ bewirkt, dass die zu erstellende EXE im Falle eines u. U. fehlerhaften Bildes nicht sofort crasht und der Mauszeiger würde mich im Rahmen der Präsentation bloß stören; daher wird beides deaktiviert. Hintergrundmusik habe ich nicht und ergo ist auch das inaktiv.
– Hingegen ist der „Vollbildmodus (ganzer Bildschirm)“ wichtig, denn nur dadurch wird die Diashow ohne Taskbar o. ä. zum Beamer übermittelt.
– Gehen wir nun auf die rechte Seite des Fensters. Unter „Suchen in“ gibt man den Ordner an, in dem sich die Bilder für die Diashow befinden. Es empfiehlt sich dabei UNBEDINGT, besagte Bilder schon vorher in einen entsprechenden Ordner kopiert und mit dem Dateinamen vorangestellter Zählung, also „00_Dateiname.jpg, 01_Dateiname.jpg“ usw. die korrekte Reihenfolge festgelegt zu haben.
– Der Doppelklick auf eines der Bilder fügt es zur Diashow-Liste hinzu. Oder aber alternativ (geht schneller): Alle diese Bilder werden markiert und der Button „Hinzufügen“ betätigt. ACHTUNG: In dem Falle wird i. d. R. das letzte Bild der Serie fälschlicherweise als erstes Bild der Serie genommen! Das dann im Listenfenster darunter markieren und den Button „Entfernen“ betätigen, anschließend oben im Bildfenster wieder markieren und „Hinzufügen“ anklicken. Jetzt stimmt die Reihenfolge!

Nun muss alles nur noch abgespeichert werden. Dazu links unten den Button „Speichern als EXE/SCR“ betätigen und es öffnet sich ein weiteres Fenster. Hier nun unter „Optionen“ den ersten Punkt, also „Erzeuge EXE-Datei“, aktivieren. „Abspielen im Vollbildmodus“ sollte bereits automatisch ausgewählt worden sein. Man sucht das Zielverzeichnis zur Ablage der neuen Datei auf, vergibt unter „Dateiname“ einen Dateinamen und betätigt „Erstellen“: Das war’s auch schon!

Im Zielverzeichnis liegt jetzt eine EXE-Diashow und die läuft direkt auf jedem Windows-PC – auch auf echt antiken Modellen wie meinem Uralt-Rechner! Sicher, so einschwebende Gimmicks u. ä. Schickimicki wie in ganz tollen Super-Duper-PowerPoint-Präsentationen bekommt man auf diese Weise nicht hin. Aber in dem Punkt bin ich rettungslos altmodisch, denn ich habe früher noch mit Tageslicht-Projektoren gearbeitet und da brauchte man so einen effektheischenden Blödsinn auch nicht. Da musste man sich nämlich noch auf das Wesentliche – also auf die Inhalte – konzentrieren und nicht auf die Drum-und-dran-Verpackung …