Momentan ist mir nach Musik und Chillen, nachdem unsere drei Pflegefälle meine bessere Hälfte und mich bereits das ganze Wochenende über bis zum Abwinken auf Trab gehalten haben, meine Große sich zur Husky-Expedition nach Petrosawodsk verabschiedet hat und ich meine Frau in ihrer Funktion als überbesorgte Helikopter-Mutter nach Kräften beruhigen musste. Ich habe meiner Tochter übrigens empfohlen, ein sibirisches Feldklo mitzunehmen. Das besteht aus zwei Stöckern, nämlich lang und kurz. Den Langen rammt man in die Erde und hängt die Klamotten drüber und mit dem Kurzen wehrt man die Wölfe ab. Deswegen ist mir jetzt nach Ruhe und nach Noten. Banknoten wären mir zwar eigentlich lieber, aber … Sei’s drum! Ihr kennt doch sicherlich alle den Song „Santiano“ von der Gruppe Santiano. Der Song geht auf einen alten Shanty zurück, nämlich auf den Hit „Santiano“ vom französischen Chansonnier Hugues Aufray – wobei beide Fassungen des Liedes zwar gleiche Musik, aber auch komplett unterschiedliche Texte aufweisen. Der Song von Hugues Aufray, erschienen im Jahr 1961 als Single, beschreibt die Reise der Dreimastbark „Santiano“ von St. Malo (Bretagne) nach San Francisco – wobei ich absolut gar keine Ahnung habe, ob es besagtes Schiff und besagte Reise jemals wirklich gegeben hat. Nichtsdestotrotz hat dieses alte Original seinen ganz ureigenen Reiz!

Hier ist jetzt noch der Text dazu – im Original (verdammt, watt is‘ mein Französisch eingerostet!) und in der Übersetzung:

Santiano (Original)

C’est un fameux trois-mâts, fin comme un oiseau,
Hisse et ho, Santiano
Dix-huits noeuds, quatre cents tonneaux,
Je suis fier d’y être matelot.

Tiens bon la barre et tiens bon le vent,
Hisse et ho, Santiano
Si Dieu veut, toujours droit devant,
Nous irons jusqu’à San Francisco.

Je pars pour de longs mois en laissant Margot
Hisse et ho, Santiano
D’y penser, j’avais le coeur gros
En doublant les feux de Saint Malo.

Tiens bon la barre et tiens bon le vent,
Hisse et ho, Santiano
Si Dieu veut, toujours droit devant,
Nous irons jusqu’à San Francisco.

On prétend que là-bas, l’argent coule à flots
Hisse et ho, Santiano
On trouve l’or au fond des ruisseaux,
J’en rapporterai plusieurs lingots.

Tiens bon la barre et tiens bon le vent,
Hisse et ho, Santiano
Si Dieu veut, toujours droit devant,
Nous irons jusqu’à San Francisco.

Un jour je reviendrai, chargé de cadeaux
Hisse et ho, Santiano
Au pays, j’irai voir Margot,
À son doigt, je passerai l’anneau.

Tiens bon la barre et tiens bon le vent,
Hisse et ho, Santiano
Sur la mer qui fait le gros dos
Nous irons jusqu’à San Francisco.

Santiano (Übersetzung)

Ein ruhmreicher Dreimaster, schlank wie ein Vogel,
Hisse et ho, Santiano!
Achtzehn Knoten, vierhundert Tonnen,
Ich bin stolz, ein Seemann zu sein.

Halte gut die Pinne, halte vor den Wind,
Hisse et ho, Santiano!
So Gott will, immer geradeaus,
Fahren wir nach San Francisco.

Lange Monate verlasse ich Margot,
Hisse et ho, Santiano!
Voll Schmerz ist mein Herz,
Wenn wir die Feuer von Saint Malo zurücklassen.

Halte gut die Pinne, halte vor den Wind,
Hisse et ho, Santiano!
So Gott will, immer geradeaus,
Fahren wir nach San Francisco.

Man sagt, dort fließt das Geld in Strömen,
Hisse et ho, Santiano!
Man findet das Gold in den Flüssen,
Ich bringe einige Barren mit.

Halte gut die Pinne, halte vor den Wind,
Hisse et ho, Santiano!
So Gott will, immer geradeaus,
Fahren wir nach San Francisco.

Eines Tages kehre ich zurück, ich werde Geschenke bringen,
Hisse et ho, Santiano!
In das Land, in dem ich Margot sah,
An ihren Finger lege ich einen Ring.

Halte gut die Pinne, halte vor den Wind,
Hisse et ho, Santiano!
Auf dem Meer das große Wellen schlägt,
Fahren wir nach San Francisco.