Vorab erst einmal ein paar Auszüge aus meinem kleinen Pflegetagebuch:

„24.01.2019: … wie sich rausstellt hat C. mit Schmackes eingeschissen und R. beim Reinigungsversuch die Scheiße in der ganzen Wohnung verteilt, so dass es bis in den Hausflur hinein Brechreiz-erregend stinkt. Als E. helfen will wird er noch auf dem Flur stehend von R. unfreundlich-abweisend-lautstark rausgeschmissen, während C. so laut „Oh-oh-oh!!!“ brüllt, dass man es noch zwei Häuser weiter hören kann und im Bad zusammen mit S. zugange ist: OK, dann ist das eben deren Problem! Eine Viertelstunde später wird E. von C. laut brüllend runter zitiert und soll die Scheiße von C. in deren Wohnung beseitigen – die klebt inzwischen breitgetreten auf dem Fußboden, an den Wänden, am Klo, an den Duschwänden, auf den Handtüchern, an den Türen, an Kleidung und Schuhen von R., auf den Teppichen, an der Tapete, im Hausflur, im Esszimmer, im Wohnzimmer, im Waschbecken, an den Fenstern usw. Dazwischen liegen vollgeschissene Schlüpfer rum …“

„25.01.2019: … abends schreien C. & R. um Hilfe, weil (O-Ton) ‚der Fernseher geht nicht, alles kaputt – müssen wir den Elektriker rufen‘: Beide haben vergessen, wie das Gerät eingeschaltet wird (was einige Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand von R. zulässt, denn bei C. fing die Demenz auch so an). E. erledigt das. Medikamentenzuteilung bei R. & S. & Dahinterstehen während der Einnahme durch E. C. hat nochmal volle Granate eingeschissen & eingepisst, verweigert aber die Pants. Die Fäkalklamotten wirft sie einfach irgendwo in die Wohnung und erwartet in widerwärtiger Selbstverständlichkeit, dass andere ihre Scheiße wegräumen …“

„26.01.2019: C. hat neben die Toilette gepisst & geschissen & G. beseitigt die Sauerei, weil C. sich den ganzen Tag über ‚erstmal hinlegen‘ muss & keinen kleinen Finger rührt. Die ganze Wohnung der drei Pflegefälle stinkt nach Scheiße. Die beiden Pflegepersonen E. & G. tätigen Einkäufe f. d. Pflegefälle. G. & E. kochen Essen f. die. C. verweigert trotz langer Überredungsversuche seitens E. ihre Medikation und S. begegnet E. & G. mit Drohgebärden (Schlagversuche) …“

So geht das tagein tagaus und selbstverständlich auch nachts; so ziemlich jede zweite Nacht ist mit unseren drei Pflegefällen irgendendwas los. Wenn man sich dann mittels Nachschlüssel Zutritt zu deren Wohnung verschafft und Schwiegervater hilflos irgendwo um Hilfe rufend liegend vorfindet (weil er schon wieder gestürzt ist) und Schwiegermutter in ihrer geradezu abartigen Demenz sich in ihrem Schönheitsschlaf gestört fühlt, dann kriegt man von der bestenfalls zu hören: „Mach‘ dass du rauskommst! Arschloch! Halt‘ die Schnauze!“ Ein einfaches „Danke!“ für die Hilfeleistung kommt nie. Ich habe deswegen auch schon verdammt lange einfach kein‘ Bock mehr auf die ganze Bande und fühle mich von denen mächtig angepisst!

Heute bin ich daher geflüchtet – einfach mal raus und nach mir die Sintflut, bevor man selber noch abdreht. Sollen die zusehen, wie sie zurecht kommen. Schon früh morgens wies das ausgeprägte Morgenrot – das ist das erste Bild der kleinen Serie – auf unbeständiges Wetter hin. Aber es hat sich gehalten. Nachmittags kam dann tatsächlich mal kurz die Sonne durch: Ab in den Deister! Eigentlich hatte ich ja mit Schnee gerechnet … Uneigentlich war’s einfach nur sehr, sehr matschig – die reinste Schlammschlacht. Es wurde dennoch ein ganz schöner Rundgang. Ein paar Bilder davon … Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!