Sonntagmorgen, kurz nach Sonnenaufgang. Es verspricht wieder ein schöner Vorfrühlingstag zu werden. Heute muss es schnell gehen, denn ich habe mir einen frühen Ausflug vorgenommen. Daher gibt’s nur ein hastiges Frühstück und anschließend den Griff zur Kamera. Das Auto hatte ich mir gestern schon organisiert und auf geht’s. Dreißig Kilometer liegen jetzt vor mir – dorthin, wo wässriger Modder in modderiges Wasser übergeht. Oder kurz: Zu den Meerbruchswiesen; zum Winzlarer Moor. Ich bin schon viel zu lange nicht mehr dort gewesen. Die Fahrt führt durch verschlafene Dörfer; kaum ein Mensch ist zu dieser Zeit schon unterwegs. Dunst wabert über den Feldern. Helle Flächen künden vom leichten Frost der vergangenen Nacht; dort steckt die Kälte noch im Boden und bildet mitunter gefährliche Eisfallen. Von Ferne weht das Geläut der Kirchenglocken herüber. Schließlich erreiche ich Winzlar, parke und nun geht es einige Kilometer zu Fuß weiter, bis runter an’s Ufer des Steinhuder Meeres. Hier sind schon vergleichsweise viele Leute unterwegs, nämlich hauptsächlich Tierfotografen, welche Objektive im Gegenwert eines Kleinwagens mit sich rumschleppen. Die Tierfotografie lohnt sich in diesem Naturschutzgebiet allerdings auch. Allein – meine heimliche Hoffnung, bereits auf Störche oder auf Kraniche zu treffen erfüllt sich nicht. Mir fällt auf, dass das Moor für diese Jahreszeit viel zu trocken ist. Dort, wo eigentlich blaue Wasserflächen schimmern sollten, zeigt sich lediglich gelbliches Gras. Dazwischen finden die Goldammern ihr Frühstück. Überhaupt liefern die Meerbruchswiesen unseren gefiederten Freunden einen reichhaltig gedeckten Tisch. Wildgänse sind – wie fast immer – zugegen. Man hört sie lange bevor man sie sieht. Daneben gibt’s noch die Schwäne, Grau- und Silberrreiher usw. Alles in allem war es, obwohl meine Wunschmotive ausgeblieben sind, doch ein sehr schöner Ausflug. Hier ist ein Dutzend Bilder davon – draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!