Angebot und Nachfrage bestimmen das Konsumverhalten in einer Marktwirtschaft. Das betrifft m. E. jedoch nicht nur den Warenfluss, sondern insbesondere auch die Politik. Wir hier unten sollten das Wahlvolk, also das Volk der Wähler sein. Wir wählen Abgeordnete, die unsere ureignen Interessen vertreten sollen. Weil sie uns das angeboten haben. Tun sie das? Nein – sie vertreten praktisch ausschließlich die Interessen der 9% von Reichen und des 1% von Superreichen in unserer Bevölkerung. Mit „Otto Normalverbraucher“ haben sie nichts – aber auch gar nichts! – am Hut und so mutiert das Wahlvolk i. d. R. zum Stimmvieh, einzig dazu da, einer Einzelperson zu einem leistungslosen Grundeinkommen in fürstlicher Höhe zu verhelfen.

Sobald das geschehen ist will besagte Einzelperson vom Stimmvieh nichts mehr wissen, denn dann fließen Diäten und Nebeneinkünfte, welche ihre Taschen füllen. Das Leben desjenigen, der ihn zwecks Interessenvertretung ursprünglich mal gewählt hat, interessiert diese Person auf ihrer rosa Wolke jetzt absolut nicht mehr und warum sollte man sich dann überhaupt noch um das Fußvolk kümmern? Der typische Wähler ist dämlich. Er lässt sich von derartigen Betrügern immer wieder einseifen und fällt auf immer wieder wechselnde Personen aus dieser Hochstapler-Riege rein. So lange, bis es ihm selbst an den Kragen geht. Dann verweigert er die Wahl – was ihm irrtümlicherweise als „Politikmüdigkeit“ ausgelegt wird – oder er hält sich an den politischen Gegner seines bisherigen, so genannten „Volksvertreters“. Der ihn nur benutzt hat, genauso, wie es der politische Gegner zu tun beabsichtigt. Manche Leute brauchen eben länger, um dahinter zu kommen.

Der erstgewählte „Volksvertreter“ sieht nun seinen Stern am Sinken. Die Nachfrage nach ihm bricht ein. Erleidet er dadurch Nachteile? Mitnichten! Ihm bleiben zwei Möglichkeiten der so genannten „Anschlussverwendung“. Einerseits kann er in die Wirtschaft gehen und dort mit Beraterverträgen fette Kohle scheffeln. Die Weichen dazu musste er selbstverständlich schon zuvor während der Zeit als Politiker gestellt haben, wozu ein sehr herzliches Verhältnis zu Lobbyisten unabdingbar ist. Ein so herzliches Verhältnis, dass ihm leider gar keine Zeit mehr für die Wünsche seitens des ordinären Stimmviehs geblieben ist. Die andere Möglichkeit besteht darin, in das Endlager für überflüssig gewordene Gebrauchtpolitiker – auch EU-Parlament genannt – zu wechseln und dort für weiteres Nichtstun abzukassieren. Falls er dort doch einmal etwas tut und – wie üblich – nur Murks dabei herauskommt (Rettungsschirme für Bankster, Reglementierung von Klospülungen, Zensur durch Copyrightbestimmungen, Zeitumstellung u. ä.), dann ist er bereits soweit oben, dass ihm keiner mehr etwas kann. Dann kann er sich auch nach Herzenslust gehen lassen und zugekokst oder volltrunken in irgendwelche Sitzungen gehen. Bei denen dann das rauskommt, was wir garantiert nicht wollen. Merke: Die EU ist nicht Europa! Der europäische Grundgedanke ist grandios, aber eine EU, so wie wir sie heute haben, brauchen wir so dringend wie ein Furunkel am Arsch!

Zurück zu dem Politiker, ganz gleich, ob der sich hierzulande oder in Brüssel die Eier schaukelt: Er wird auf unsere Kosten stinkreich. Ein altes Sprichwort besagt, dass Geld den Charakter verdirbt. Da ist oft genug was dran. Es gibt Leute – ich habe selbst auch schon mit vermeintlichen „Volksvertretern“ aus dieser Kategorie gesprochen – die den Wert eines Menschen über seinen finanziellen Besitz definieren. Die sich, wenn sie mehr als ihr Wähler besitzen, als „Experten“ und als „Elite“ bezeichnen, ungeachtet tagtäglich abgesonderter heißer Luft, welche öffentlich eine Dummheit an den Tag legen, gegen die hundert Meter Feldweg geradezu eine Intelligenzbestie darstellen. Politiker, die auf die beschriebene Art und Weise nur in ihre eigene Tasche wirtschaften sind im Grunde genommen nichts weiter als eine kriminelle Vereinigung, die ihr rücksichtsloses Handeln durch Gesetzesänderungen selbst legalisiert und das unter dem Deckmäntelchen vormals demokratischer Parteien tut. Politiker, die nicht so handeln, wären im Gegensatz dazu ehrliche Politiker – bloß: Ehrliche Politiker sind ungefähr so zahlreich wie Einhörner! Beispiel gefällig?

Baue einen riesigen Niedriglohnsektor auf und kürze die Renten, um Massenarmut und maximale Ungerechtigkeit zu erzeugen. Setze bei der entstehenden Rentenlücke auf Privatversicherungen, die sich solche Leute wie beschrieben nie werden leisten können. Übe einen maximalen Druck auf Arbeitslose aus, so dass der Niedriglohnsektor jederzeit bedient werden kann. Kürze zum Ausgleich dafür Kapitalertrags- und Körperschaftssteuer sowie den Spitzensteuersatz. Privatisiere alles, was sich privatisieren lässt. Bezeichne all diese zutiefst asozialen Maßnahmen als sozial. Such dir einen geeigneten Vorstands- oder Beraterposten und beobachte, wie alles den Bach runter geht. Dir kann das egal sein, denn deine Partei brauchst du jetzt sowieso nicht mehr und was noch kaputtzumachen ist, das erledigen deine Nachfolger mit Bravour. Bis die Bevölkerung dann mit zwei Jahrzehnten Verspätung kapiert, was eigentlich abgeht, ist es für das Fußvolk ohnehin längst zu spät. Aber du – und nur das zählt! – hast dein Schäfchen im Trockenen!

Falls dieses Beispiel jetzt jemandem irgendwie bekannt vorkommen sollte: Im Volksmund nennt man das „schrödern“. Kommt von „schreddern“ und gemeint sind damit sowohl Sozialstaat wie auch Wähler. Dem ließe sich sehr leicht ein Riegel vorschieben – nämlich, indem Politiker persönlich haftbar gemacht werden. Das wäre eine Form von Kontrolle. Nur existiert die nicht, denn mit Untersuchungsausschuss, Immunität aufheben etc. wird alles zerredet und eine Krähe hackt bekanntlich der anderen ganz sicher kein Auge aus. Kommen wir an dieser Stelle aber noch einmal auf das eigentliche Thema, nämlich auf Angebot und Nachfrage, zu sprechen. Angebot und Nachfrage sind ja ganz schön, aber vor der Nachfrage fehlt noch was. Das ist der Bedarf, und zwar in diesem Falle der Bedarf an ehrlichen Politikern. Da die aber so häufig auftreten wie Yetis kann der Bedarf niemals gedeckt werden. D. h. die Nachfrage wird bleiben und immer wieder selbsternannt-elitäre „Experten“ nach oben spülen. Folglich wird sich auch nichts ändern. Es sei denn, dass die Menschen irgendwann einmal wach werden. Das aber setzt Bildung und Information voraus. Dagegen wissen unsere mit besagten Politikern zusammen arbeitenden Medien allerdings wirksam vorzugehen! Leute, denkt doch einfach mal nach – und lasst euch nicht länger verarschen!