Mit dem Handy hat man schnell mal ein kleines Video gedreht. Bloß: Manchmal liegt das Video auf der Seite weil man das Handy nicht richtig gehalten hat. Oder es steht Kopf. Was dann? Das Video muss umgedreht werden. Mit drei kleinen portablen Freeware-Programmen für Windows ist das recht schnell und problemlos möglich. Wie das funktioniert will ich einmal anhand eines Beispiels zeigen. Ihr braucht dazu folgende drei Programme:
VLC (zum Anschauen und zur Kontrolle des Videos),
Avidemux (zum Umdrehen des Videos) und
XMedia Recode (zur Konvertierung des Videos in das Zielformat).

Zuerst schaut ihr mit VLC in das Video rein. Wenn es auf der Seite liegt oder kopfstehend ist, dann muss es umgedreht werden. Dazu wird es unter Avidemux (unterstützt die Container AVI und MP4) geladen. Im nachfolgenden Beispiel handelt es sich um ein MP4-Video.

Auch unter Avidemux erscheint die Aufnahme jetzt in falscher Ausrichtung. Macht aber nichts. Werfen wir zunächst einen Blick links auf die Einstellungen. Der Video-Codec interessiert noch nicht, denn er wird ohnehin noch verändert. Wichtig ist, dass beim Audio-Codec „Copy“ steht und dass das Ausgabeformat dem Video entspricht (also „AVI Muxer“ bei einem AVI-Video bzw. „MP4v2 Muxer“ bei einem MP4-Video; im vorliegenden Beispiel eines MP4-Videos wird folglich „MP4v2 Muxer“ eingestellt).

Wenden wir uns nun der Menüzeile zu. Hier wird „Video/ Filter“ angeklickt und es öffnet sich eine Liste, aus der „Drehen“ selektiert wird. Dann erscheint ein Dialogfenster, aus dem man „Drehen um 180°“ auswählen kann. Mit „OK“ bestätigen. Ob man das Video richtig umgedreht hat erfährt man mit dem Button „Vorschau“. Nach dessen Betätigung sollte die Aufnahme in korrekter Lage erscheinen. Wenn das jetzt in Ordnung ist, mit dem Button „OK“ das Vorschaufenster und mit dem Button „Schließen“ das Filterfenster schließen. Wir sehen nun wieder das Standardfenster von Avidemux mit dem lageverkehrten Bild.

Lageverkehrt deswegen, weil das Drehen zwar beauftragt, aber noch nicht vorgenommen worden ist. Nun muss die beauftragte Änderung (u. d. h. das Drehen) noch vorgenommen werden. Dazu wird ein anderer – abweichender – Video-Codec benötigt (andernfalls funktioniert es nämlich nicht). Unter „Video-Codec“ wird folglich ein anderer Codec ausgewählt – „Mpeg4 ASP (xvid4)“ ist eine ziemlich gute Wahl – und mit „Datei/ Speichern“ legt man das Video woanders bzw. unter anderem Namen ab. Das dauert einige Zeit und dabei erscheint eine Fortschrittsanzeige. Wichtig: Erscheint die nicht (weil man bei Ein- und Ausgabe versehentlich den gleichen Video-Codec verwendet hat), dann funktioniert das Drehen auch nicht!

Nun wird das umgedrehte Video mittels VLC kontrolliert. Erfahrungsgemäß zeigen sich dabei häufig Bildfehler: Macht gar nichts! Denn zuletzt nimmt man XMedia Recode und führt damit die Umcodierung in das Zielformat durch (z. B. megakompatibel Video-Codec XviD mit Audio-Codec MP3 im AVI-Container) und das wiederum minimiert die Bildfehler – die Schlusskontrolle mit VLC beweist es. All das mag sich jetzt vielleicht kompliziert anhören, doch wenn man es ein- oder zweimal gemacht hat wird man unschwer feststellen, dass die ganze Geschichte nur eine simple Sache von wenigen Minuten ist.

Abschließend will ich natürlich nicht verschweigen, dass es eine ganze Reihe von Videobearbeitungsprogrammen gibt, die ein derartiges Umdrehen auch gewährleisten, mitunter sogar mit deutlich einfacherer Bedienung. Die allerdings sind entweder von kommerzieller Natur (d. h. sie kosten Geld) oder aber sie erfordern eine Installation und sind damit an einen bestimmten PC gebunden. Das oben vorgestellte Verfahren dagegen ist nicht nur kostenlos, sondern läuft auch vom USB-Stick aus.