Seit Ostern hieß es für mich nur noch Garten, Arbeit, Pflege und alles wieder von vorne, ohne Unterlass. Deswegen musste auch das Bloggen kürzer treten. Zum Feierabend bin ich momentan regelmäßig total groggy. Es wäre ja schön, wenn man dann zur Entspannung mal den Fernseher einschalten könnte, doch bei der hirnzersetzenden Scheiße, die einem da vorgesetzt wird, erfordert es immer wieder eine geradezu unmenschliche Überwindung, die Glotze nicht aus dem Fenster zu schmeißen. Dabei muss das gar nicht mal so sein. Es gibt auch wirklich gutgemachte Unterhaltung. Intelligente Unterhaltung: Zugegeben, letzteres dürfte die meisten Menschen heute bereits mächtig überfordern. Oder, um es mit dem „großen deutschen Philosophen Klaus Kinki“ zu sagen: „Wäre die Welt eine Scheibe könnte man wenigstens über den Rand kotzen!“ Deswegen findet man so etwas bestenfalls ab und an mal auf arte.

Aber bleiben wir ruhig mal bei der wirklich gutgemachten, intelligenten Fernseh-Unterhaltung. Eine davon ist m. E. die schwedische Fernsehserie „Real Humans – Echte Menschen“ aus dem Jahr 2012, in der es um für nahezu jedermann erschwingliche, lebensechte Androiden (so genannte Hubots) zum Preis eines Mittelklassewagens geht. Das ist gar nicht mal soweit hergeholt – die Dinger gibt’s nämlich schon etwas länger; sie müssen bloß noch mit etwas mehr KI aufgemotzt und wesentlich billiger gemacht werden. Der Soundtrack „Real Humans“ von Rikard Borggard ist übrigens HIER zu finden. Allerdings sagt mir dieser Soundtrack nicht wirklich sonderlich zu.

Anders ist das bei der zweiten gutgemachten Unterhaltung aus dem Jahr 2004. Das war die kanadische Serie „ReGenesis„, die sogar seinerzeit einen gewissen Kultstatus erreichte. Bei der ging es um Mikrobiologie, Molekularbiologie – im Guten wie im Schlechten – und um Bioterrorismus. Schade nur, dass es davon lediglich die ersten beiden Staffeln auf Deutsch gibt. Staffel 3 ist auch noch OK, mit der letzten Staffel hat die Serie dann aber doch merklich nachgelassen. Bei ReGenesis existierte damals ein PC-Game mit Suchtcharakter: Man konnte da dran teilnehmen. Wenn man zuvor in der Einstiegsrunde beweisen konnte, dass man ganz profunde Fachkenntnisse der Materie besaß. War man erst einmal im Spiel drin, dann bekam man hin und wieder eine E-Mail, auf die folgerichtig zu reagieren war und man wusste nie, ob die echt war oder ob die zum Spiel gehörte. D. h. die Grenzen zwischen Game und Realität wurden hierbei ganz bewusst verwischt. Sowohl Serie wie auch Videogame waren wirklich geistreiche Unterhaltung – und sind es auch heute noch (OK, das Game gibt’s nicht mehr). Der Soundtrack „Anywhere But Here“ stammt von Behavior alias Michael McCann. Übrigens unterscheidet sich diese Version etwas vom ReGenesis-Titelsong, da länger und technisch ausgefeilter.