Norddeutschland ist da, wo wässriger Modder in modderiges Wasser übergeht. Beim wässrigen Modder handelt es sich um Süßwasser und beim modderigen Wasser um Salzwasser. Unabhängig davon ist Norddeutschland offensichtlich mit Wasser gesegnet. So scheint es. Allerdings hatten wir im vergangenen Sommer eine sechsmonatige Dürreperiode, bei der erstmals sogar die eiserne Notreserve – nämlich das Oberharzer Wasserregal – angezapft werden musste. Es ist wärmer geworden und das kann – ohne sich auf Messwerte stützen zu müssen – auch jeder sehen, der die Augen wirklich mal aufmacht. Denn Tier- und Pflanzenarten, die sonst dem Süden Deutschlands vorbehalten waren, werden hier jetzt auch heimisch bzw. sind es bereits: Tannenhäher, Pharaoameisen, eingeschleppte Anophelesmücken oder Hyalommazecken (bislang zum Glück noch Einzelgänger), Eichenprozessionsspinner, Herkulesstaude usw. Liegt das am Klimawandel? Und was ist damit überhaupt gemeint?

Betrachten wir zunächst mal das Wetter. Wetter bezeichnet ein lokales Geschehen. Wenn es an einem Punkt um 8°C kälter als im Durchschnitt wird (dadurch kann z. B. im hohen Norden ein Eispanzer anwachsen), dann ist das Wetter. Wenn es an einem anderen Punkt um 10°C wärmer als im Durchschnitt wird (wie bspw. bei der Dürre in Norddeutschland), dann ist das auch noch Wetter. Nimmt man beide Ereignisse zusammen, dann hat man im Mittel eine Erwärmung um 2°C. Klima hingegen ist das Zusammenwirken aller Wetterereignisse auf der gesamten Erde. D. h. wenn das Klima sich im Mittel erwärmt – und mag die Zahl dabei noch so klein sein – dann kann das lokal zu enormen Auswirkungen führen, und zwar sowohl eisig wie auch heiß.

Nun sind wir es gewohnt, in linearen Bahnen zu denken: Wenn ich die Heizung im Winter aufdrehe, dann wird es in der Bude warm. Beim Klima jedoch versagt diese Denkweise komplett, denn Klima ist ein indeterministisches System. Es kann sich im Ausnahmefall zwar sogar mal kurzzeitig linear verhalten, doch macht es das i. d. R. keineswegs: Indeterministische Systeme – auch als chaotische Systeme bezeichnet – sind a priori nicht vorhersagbar. Der langfristige Wetterbericht liefert dafür tagtäglich den Beweis. Zu allem Überfluss werden chaotische Systeme durch allerkleinste, normalerweise an sich vernachlässigbare Faktoren entscheidend beeinflusst, denn selbst allerkleinste Einflüsse können sich im Rahmen eines sich selbst verstärkenden Systems gewaltig aufschaukeln: Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Peking kann theoretisch einen Hurrikan in New York auslösen. Im Aufschaukeln derart kleinster Einflüsse liegt die ganz große Gefahr bei der Klimaerwärmung. Und die ist – wie das o. a. Beispiel mit den Tier- und Pflanzenarten zeigt – durchaus sehr real. Abstreiten lässt sich der Klimawandel daher eigentlich nur noch von Ignoranten.

Es gibt viele kleine und kleinste Einflüsse beim Klimawandel und alle sind miteinander rückgekoppelt – d. h. sie verstärken einander gegenseitig. Dazu zählen u. a. Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2) und Methan. Ich will hier aber nicht auf die einzelnen Rückkoppelungen eingehen, denn das würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Es geht mir auch um etwas ganz anderes. Man kann die Rückkoppelungen minimieren, indem man einen der beteiligten Faktoren minimiert. Den einfachsten Ansatzpunkt dafür liefert das CO2. Dazu bedarf es einer Energiewende. Klar, die kostet Geld. Noch wesentlich teurer aber wird es, wenn unsere Politik und Wirtschaft der Prämisse „business as usual“ folgen und gar nichts tun – das belegen Studien vom Fraunhofer-Institut und von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energie (Irena). Eine kurze, deutsche Zusammenfassung der letztgenannten Studie ist übrigens sogar im renommierten Manager-Magazin erschienen. D. h. aber auch, dass eine der Klimaerwärmung zuwider laufende Energiewende hin zu weniger CO2-Emissionen nicht nur machbar und finanzierbar ist, sondern letztlich auf lange Sicht sogar noch Gelder einspart!

Ok, so weit, so gut. Sind das neue Erkenntnisse? NEIN! In der Zeit ist nachzulesen, dass derartige Erkenntnisse bereits seit annähernd neun Jahren bekannt sind. Das bedeutet aber auch, dass die verschiedenen GroKos (GroKo steht daher nicht umsonst für „Großes Kotzen“) sich hinsichtlich Klimaschutz seit numehr fast einem Jahrzehnt im hochdotierten Eierschaukeln und in sinnloser Scheinpolitik ergangen haben, völlig egal, ob daran was vermeintlich Rotes, was Schwarzes, was Gelbes oder was scheinbar Grünes beteiligt waren. Anders ausgedrückt: Es wurde Konzernpolitik gemacht und auf das Klima (und damit auch indirekt auf die Bevölkerung) geschissen. Das stinkt inzwischen immer mehr Mitgliedern aus eben dieser Bevölkerung, denn so langsam bekommt auch der Allerdümmste mit, wie sehr er von gewissen Politclowns verarscht wird.

Darauf sind Reaktionen erfolgt: Die SPD nähert sich der 5%-Hürde und ein YouTuber hat die „CDU zerstört„. Woraufhin prompt eine Reaktion erfolgte, mit der eine gewisse „Demokratin“ namens Annafried Krampf-Knarrenklauer (oder so ähnlich) ganz offen Zensur üben wollte. Aber es gab noch mehr. Es gab – und gibt! – die „Fridays For Future“ Demonstrationen. Schüler gehen auf die Straße! Klar, denen hängt man Schuleschwänzen an um sie mundtot zu machen. Aber vielleicht gibt es, wenn seitens der Politik weiterhin vollkommen ignorant „business as usual“ propagiert wird, bald gar keine Schulen mehr, die man schwänzen könnte?

Seitens der Politik erfolgte auf diese Demonstrationen hin jedenfalls viel Geschrei in Form von jammerndem Wehklagen. Dann fasste man einen Entschluss, um wirklich was zu tun: Eine CO2-Steuer muss her! Dringend! Nicht, dass man mit so einer Steuer den CO2-Ausstoß in irgendeiner Form reduzieren könnte. Aber man wird damit die Lebensbedingungen des blöden Stimmviehs soweit weiter verschlechtern, dass keiner mehr dazu Zeit hat, seine Meinung offen und laut zu vertreten. Könnte tatsächlich funktionieren, auch wenn es mit Demokratie nicht mehr das Mindeste zu tun hat. Allerdings: Könnte es dann nicht auch sein, dass sich die Bezieher eines leistungslosen Grundeinkommens in fürstlicher Höhe damit ihr eigenes Grab schaufeln? Denn Handeln im Sinne einer echten Energiewende geht anders – vgl. die beiden verlinkten Studien! Könnte man also durchaus machen. Wenn man wollte. Will man?