Ich war baff erstaunt, dass es dieses Teil immer noch im Handel gibt und deswegen folgt jetzt mal ein kleiner Testbericht. Es geht um die Billig-Unterwasserkamera Maginon Splash 8. Vor gut vier Jahren hatte Aldi diese Kamera mal für ’nen Fünfziger im Angebot. Alle von den Dingern wurden die nicht los und eins blieb als Ladenhüter für ’nen Zwanziger übrig. Das kaufte ich, denn eine Unterwasserkamera könnte ja u. U. doch mal recht brauchbar sein. Den ersten Test damit unternahm ich im Aquarium. Es wurde ein Fehlschlag auf ganzer Linie und ich dachte: „Mensch, was hast du da bloß für einen Schrott gekauft!“ Fortan lag das Teil unbenutzt rum. Bis zum letzten Jahr. Bis wir unsere erste Fuerte-Reise machten. Warum weiß ich nicht, aber aus einer Laune heraus steckte ich die Kamera eben noch schnell ein, als wir schon auf dem Weg zur Haustür waren: Wiegt nichts, passt in jede Hosentasche, läuft mit überall erhältlichen Batterien und so als Notfall-Knipse … Zunächst vorab ein paar technische Daten: 68mm Festbrennweite, 8MP-Sensor (d. h. für Bilder 4320*3240px bzw. Abzüge 70*50cm), Lichtstärke f2.8, Autofocus, Batterien 2*AAA, microSD/SDHC-Speicherkarten bis zu 32 GB, Maße 90*63,0*25mm, Gewicht 100g.

Wasserdicht soll das Ding bis 3m Wassertiefe sein. Bis ungefähr 2m Tiefe habe ich’s ausprobiert und da hat sich das Billigteil wider Erwarten sehr gut geschlagen. Ich nahm die Kamera nämlich sowohl letztes wie auch dieses Jahr mit in den Atlantik – und staunte nicht schlecht: Die Kamera macht ja doch ganz passable Bilder! Jedenfalls häufiger und Wunder darf man nicht erwarten. Bei indirektem Gegenlicht gehen eben nicht alle Details verloren und bspw. Wolken bleiben auch Wolken. Das ändert sich bei direktem Gegenlicht schlagartig, denn dann wird der Himmel aufgrund von Überstrahlung oder/und Überbelichtung einfach nur weiß abgebildet. Bei Gegenlicht mit der Kamera direkt über der Wasseroberfläche tritt dieses Problem übrigens kaum noch auf (keine Ahnung warum). Mit Licht von hinten sind die Aufnahmen allerdings erstaunlich gut; sie müssen i. d. Regel nur aufgehellt werden. Aber um „normale Bilder“ ging es mir auch gar nicht. Begeben wir uns also mal unter Wasser – dorthin, wo die Kamera im Aquarium vollkommen versagt hatte. Das habe ich im vergangenen und in diesem Jahr exzessiv ausprobiert, nämlich im Atlantik.

Problem dabei: Das Display ist so lichtschwach, dass man bei südlicher Sonne darauf fast nichts mehr erkennen kann und unter Wasser sieht man schon gar nichts mehr. Was also tun? Simple Antwort: Blind drauflosknipsen! D. h. man hält die Kamera unter Wasser ungefähr dorthin, wo sich das Motiv befinden müsste und betätigt mit der Fokussierung auf „unendlich“ (die Makrofunktion ist wenig überzeugend) ein paarmal den Auslöser – das hat was von ’ner Wundertüte, denn was auf dem Bild ist, das sieht man erst später. Nämlich bei der Nachbearbeitung und einer Nachbearbeitung bedürfen die Bilder allemal. Allein schon deswegen, weil Wasser den Rotanteil der Sonne brutal rausfiltert – je tiefer, desto blaustichiger! Mit dem JPG Illuminator lässt sich das aber sehr gut und schnell korrigieren. Die folgenden Aufnahmen liefern dafür ein paar Beispiele (draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab).

Etwas Nachbearbeitung – die ist unverzichtbar! – und aus der Billigknipse sind ganz brauchbare Bilder rauszuholen. Insofern ist der Kauf für den Fotoamateur auch kein Fehlkauf. Der Profi wird selbstverständlich ganz andere Anforderungen stellen – doch für’s Urlaubsalbum, auch in Form eines Fotobuchs, reicht es allemal.

Ach ja, fast vergessen: Zwei Sachen sind unbedingt noch zu berücksichtigen. Einerseits muss beim Auftauchen die Linse kontrolliert werden. Warum? Weil sich darauf manchmal Wassertröpfchen absetzen. Die können zu einer Eintrübung bei der Fotografie über Wasser führen. Die können brechungsbedingt aber auch bewirken, dass der Vordergrund völlig OK ist, während der Horizont eine Art von Raketenstart hinlegt – und das sieht absolut unmöglich aus! Der zweite Punkt betrifft den Batteriewechsel am Sandstrand. Bei Wind ist der nämlich fast unmöglich, weil der feine Sand überall hinkommt und jede Dichtung binnen Rekordzeit ruiniert. Also die Batterien, wenn sie denn schon schlapp sind, besser VOR dem Gang an den Sandstrand wechseln!