Einmal wöchentlich mache ich gewohnheitsmäßig den vollständigen Virenscan auf meinem Rechner (Schnellscan und Echtzeitschutz laufen ja quasi permanent). Der vollständige Scan beansprucht inkluive aller dranhängenden Festplatten gute zwölf Stunden und deswegen lasse ich den i. d. R. über Nacht laufen. Irgendwann am späten Nachmittag oder am frühen Abend wird der eingeschaltet. Gestern auch. Der war gerade mal rund zwei Stunden gelaufen, als sich draußen was tat. Aus Richtung Holland kam da nämlich ’ne dramatisch aussehende Wolkenwand auf uns zu und die Pferde vom Nachbarn zwei Häuser weiter begannen verrückt zu spielen. Hinter der Wolkenwand flackerte es vereinzelt: Wetterleuchten. Es würde also ein Gewitter geben. Virenscan abgebrochen und alles Elektrische soweit es ging ausgeschaltet – vorsichtshalber. War auch ganz gut so, denn ein paar LED-Leuchtmittel haben letztlich wirklich dran glauben müssen.

Die Wand kam näher und das Flackern wurde heller und schneller; es erinnerte an eine defekte Neonröhre. Die Gäule des o. e. Nachbarn drehten komplett durch: Aha, also kein billiges Kaufhausgewitter, sondern stattdessen wohl doch eher so das Format eines mittleren Weltuntergangs. Das geschah so gegen 22:00 Uhr. Könnte man natürlich auch mal versuchen abzulichten – vorausgesetzt man ist schnell genug wieder drin, wenn’s wirklich ungemütlich wird. Gesagt, getan. Kamera auf’s Monopod geschraubt und das Einbein an das Balkongeländer gepresst. Anschließend auf gut Glück jede Menge Fotos. Ein paar davon bilden das Wetterleuchten wirklich ab. Schon merkwürdig, dass sowas „eingefroren“ auf den Fotos doch ganz anders aussieht als in dem Sekundenbruchteil, in dem man es sonst sieht. Als der Himmel dann seine Schleusen öffnete und eine Sintflut entließ – und aus dem Wetterleuchten zudem noch ziemlich eklige Megablitze geworden waren – da flüchtete ich aber wirklich ganz, ganz schnell ins Haus! Sieben Fotos: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!