Bei der Hildesheimer Stiftsfehde, die im Jahr 1519 begann, ging es um eine Auseinandersetzung niedersächsischer Territorialfürsten: Wer reißt sich welche Ländereien unter den Nagel? Im Schaumburger Land betrafen die Auseinandersetzungen die Welfen aus Hannover und den Fürsten von Schaumburg. Die Welfen griffen sich den zu Schaumburg gehörigen Ort „Law an Aue“ (bedeutet „Gericht an der Aue“, wobei die Gerichtsbarkeit den bedeutenderen Handelsplätzen vorbehalten blieb – heute Lauenau) und errichteten dort eine Burg, die mit rund 40 Leuten besetzt worden war. Die Schaumburger fanden das nicht wirklich prall, stellten 500 Leute auf die Beine, schickten die Welfen nach Hannover zurück und zerlegten besagte Burg komplett. Lauenau wurden dafür vom Schaumburger Fürsten die Fleckenrechte zugesprochen. Ein Flecken – genauer ein Marktflecken – ist ein Mittelding zwischen Dorf und Stadt: Deutlich zu groß für ein Dorf und noch zu klein für eine Stadt, aber mit wesentlich mehr Rechten als ein Dorf ausgestattet. An diese historisch bedeutsame Rechteverleihung, die sich in diesem Jahr zum 500. Male jährt, erinnerte gestern der hiesige Heimatverein mit einem kleinen Museumsmarkt, Prädikat „urig“. Ich habe mal ein paar Bilder von dem bunten Treiben geschossen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!