Android ist das von Google für Smartphones entwickelte Betriebssystem. Es beinhaltet eine ganze Reihe von Google-Dienten wie bspw. GMail, Google Maps, den Google-Browser Chrome, YouTube, die Google-Suchmaschine, Google-Fotos, Google Drive, den Google Play Store usw. Mir sind zwar schon ziemlich viele Handys untergekommen, aber bisher noch keins, auf dem auch wirklich alle Google Dienste von Haus aus installiert waren – mitgeliefert wird i. d. R. immer nur eine kleine Auswahl der Google-Dienste. Was mitgeliefert wird unterscheidet sich je nach Handytyp, Betriebssystemversion, Gerätehersteller und anderen Kleinigkeiten. Dabei sind es oftmals gerade die unbekannteren oder nicht mitgelieferten Dienste, welche – wenn sie nachgeladen werden – die Funktionalität eines Smartphones noch einmal beträchtlich zu steigern vermögen. Nachfolgend werde ich einige dieser Dienste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) einmal in Kurzform vorstellen. Wer mag kann sein Handy damit ja aufpeppen. Kostenlos sind diese Dienste in ihrer Grundversion alle und es handelt sich eben nicht um Drittanbieter-Apps, sondern vielmehr um optionale Module des Betriebssystems selbst – als da wären:

Google Kalender
Ein ganz ordentlicher Terminkalender mit der Möglichkeit, verschiedene Geräte (PC, Tablet, Smartphone) untereinander zu synchronisieren. Man sollte dabei allerdings auch nicht vergessen, dass Google so Kenntnis aller Termine erlangt und was die dann mit den Daten machen … Na ja, und im Falle eines Hacks mit Datenabzocke weiß ein unbefugter Dritter selbstverständlich auch, wo man sich wahrscheinlich gerade aufhält und wo er freie Bahn hat.

Google News
Für die Menschen, die permanent auf dem Laufenden bleiben wollen: Eine Art von Feedreader für ausgewählte Schlagzeilen und eigentlich immer topaktuell.

Google Übersetzer
Das Smartphone- und Tablet-Gegenstück zu Google Translate auf dem PC. Komplexere Übersetzungen kann man knicken, aber wenn man im Spanienurlaub ohne Kenntnisse der Landessprache nach der nächsten Toilette fragen will o. ä. reicht’s durchaus.

Google Files
Eine Art von Datenmüllbereiniger, aber durchaus mit Tücken. Arbeitet erfahrungsgemäß bei Junk-Dateien und Cache-Müll sehr zuverlässig, spürt Doubletten auf und hat allerdings bedenkliche Schwächen bei Memes und Apps. D. h. seltener verwendete Apps werden als Müll betrachtet und zum Löschen empfohlen. Bei den Memes werden alle Grafiken inklusive derer, die man eigentlich noch benötigt, als Datenmüll betrachtet, wenn sie ein bestimmtes Speichervolumen irgendwo im Bereich von um die 100kB unterschreiten. Die Bereinigung von Memes und Apps sollte man daher vorsichtshalber NIEMALS einsetzen.

Google Handschrifteneingabe
Man schreibt mit dem Finger oder mit einem Spezialstift (S-Pen) auf dem Touchscreen und die App erkennt die Worte und „übersetzt“ das Geschriebene in gedruckten Text. Aber: Die Erkennung lässt je nach Handschrift mitunter sehr zu wünschen übrig und eine Überarbeitung des so erstellten Textdokuments mit Hilfe einer Rechtschreibprüfung sowie die nachfolgende Kontrolle auf Korrektheit sind absolut unerlässlich!

Google Docs
Textverarbeitung, quasi das Gegenstück zu MS-Word, mit Datenspeicherung in der Cloud und der Möglichkeit zum Synchronisieren auf verschiedenen Geräten sowie zum Teilen. Lässt sich am PC gut verwenden, auf dem Tablet gerade so eben noch und wird bedingt durch das Größenproblem auf dem Handy zum absolut entnervenden Tippfehlergenerator.

Google Tabellen
Tabellenkalkulation, quasi das Gegenstück zu MS-Excel, mit Datenspeicherung in der Cloud und der Möglichkeit zum Synchronisieren auf verschiedenen Geräten sowie zum Teilen. Lässt sich am PC gut verwenden, auf dem Tablet gerade so eben noch und wird bedingt durch das Größenproblem auf dem Handy zum absolut entnervenden Tippfehlergenerator.

Google Präsentation
Präsentationssoftware, quasi das Gegenstück zu MS-PowerPoint, mit Datenspeicherung in der Cloud und der Möglichkeit zum Synchronisieren auf verschiedenen Geräten sowie zum Teilen. Lässt sich am PC gut verwenden, auf dem Tablet gerade so eben noch und wird bedingt durch das Größenproblem auf dem Handy zum absolut entnervenden Tippfehlergenerator.

Google Duo
Ein Tool, welches Videotelefonie gestattet sowie das Verschicken von Video- und Audiobotschaften. Das läuft irgendwie über die Mobilfunknummer und man erhält bei der Anmeldung per SMS einen Bestätigungscode. Einmal damit angemeldet kann man die Nachrichten an die im Telefonbuch verzeichneten Kontakte verschicken bzw. die auch unmittelbar kontaktieren. Aber Vorsicht: Das Ding frisst Datenvolumen!

Google Home
Benutzeroberfläche und Steuerung für die im Heimnetz angemeldeten Google-Geräte, also bspw. für den Chromecast im Fernseher. Gestattet es bspw., den Handy- oder Tablet-Bildschirm auf den Fernseher zu spiegeln.

Google Notizen
Ein Zettelkasten- bzw. Notizblock-Tool, um all das strukturiert und durchsuchbar festzuhalten, was einem so zwischendurch einfällt. Mit der integrierten Aufnahmefunktion können auch Audionotizen hinterlegt werden und es existiert eine Erinnerungsfunktion. Allerdings weiß ich nicht, wo (lokal oder Cloud) und wie (d. h. in welchen Formaten) die Notizen gespeichert werden.

Google Lens
Eine visuelle Suchmaschine, bei der die Kamera auf das interessierende Objekt gerichtet wird (bspw. Kunstwerk, Gericht, Pflanze) und zu erläuternden Seiten im Internet verlinkt. Eigentlich eine ganz nette Idee, aber diesem Tool mangelt es derzeit noch gehörig an Kompatibilität, so dass es nur für wenige Geräte verfügbar ist.

Google Earth
Das ist das Handy- und Tablet-Gegenstück zu dem vom PC her bekannten Google Earth. Vorsicht mit dem Datenvolumen!

Google Messages
Könnte man als das stark abgespeckte Gegenstück von Google zu Mark Zuckerberg’s WhatsApp bezeichnen, allerdings dürfte man mit Telegram oder (noch besser) Signal auch besser bedient sein. Dieser Messengerdienst richtet sich vermutlich vornehmlich an diejenigen, die keine Drittanbieter-App installieren wollen. Alle grundlegenden Funktionen (Gruppen, Chat etc.) sind allerdings vorhanden.

Zusätzlich ist noch auf zwei quasi „versteckte“ Dienste hinzuweisen; das sind Google Zeichnungen und Google Formulare. Beide laufen unter Google Chrome, also als Apps im Web-Browser. Google Zeichnungen dient dem Anfertigen von Grafiken und Diagrammen. Google Formulare dient der Erstellung von Umfragen. Google Zeichnungen stellt eine zu installierende Browsererweiterung dar. Zur Installation wird Chrome gestartet und in die Adresszeile „Google Zeichnungen“ eingegeben. Es erscheint die Ergebnisseite und die Zeichnungen bilden i. d. R. den allerersten Eintrag. Die Download- bzw. Installationsseite wird aufgerufen und Google Zeichnungen als App unter Chrome installiert, künftig zu finden, indem man in die Adresszeile „chrome://apps/“ eingibt.

Etwas anders sieht es mit Google Formulare aus. Hier gibt man „Google Formulare“ in die Adresszeile von Chrome ein und der erste Eintrag verweist auf die zugehörige Webseite. Hier klickt man unter „Privat“ auf „Google Formulare öffnen“, woraufhin sich das Anmeldefenster des eigenen Google-Kontos öffnet und nach erfolgter Anmeldung kann man mit der Erstellung der Umfrage loslegen. Nachdem die erstellt worden ist (Cloud-Speicherung) wird sie (gezielt) den Adressaten zugestellt.

In allen Fällen ist UNBEDINGT zu beachten, das ein Google-Konto die unabdingbare Voraussetzung für die Nutzung der Google-Dienste darstellt. Viele weitere davon finden sich, wenn man im Play Store einfach nur nach „Google LLC“ sucht. Bei den ausgeworfenen Ergebnissen sind allerdings auch viele Entwicklerversionen vertreten, die nicht auf jedem Gerät laufen. Hier sorgt der Play Store vor: Wenn man den aufruft, dann werden nur die Apps bzw. Dienste angezeigt, die auch zum aufrufenden Gerät kompatibel sind. Abschließend sei noch angemerkt, dass der Einsatz von Entwicklerversionen wohl überlegt sein will, denn es nicht sicher, ob derartige Apps bzw. Dienste auch bis zur Serienreife vervollkommnet werden.