Nicht, dass ihr glaubt, ich seie in den letzten Tagen so IT-mäßig untätig gewesen. Ganz im Gegenteil sogar: Immer das Problem mit der großen Klappe! Jedenfalls mit meiner … Kam so: Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft Lauenau im Januar 2017. Meine Frau ist da Mitglied, weil sie die Migliedschaft von ihren Eltern übernommen hatte. Ich bin bloß Anhang in der Familienmitgliedschaft. Weil seinerzeit Vorstandswahlen anstanden ist sie hingegangen. Ich musste mit, ob ich wollte oder nicht. Eigentlich wollte ich nicht … – doch wie sagte schon Robert Lembke: „Ein kluger Mann widerspricht nie seiner Frau. Er wartet bis sie das selber tut!“ Am Ende der damaligen Versammlung ging’s ans Aufräumen und ziemlich fix verschwanden die meisten der Vereinsmitglieder. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Einen Zusammenhang gibt’s ganz bestimmt nicht!

Jedenfalls konnte ich mir das nicht mit ansehen und bot meine Hilfe an, was auch dankend angenommen worden ist. Während wir also Tische und Stühle schleppten sprachen wir über Gott und die Welt und irgendwie kam das Gespäch auch auf einen Internetauftritt. „Ja“, sagte ich leichtsinnigerweise, „ich habe früher mal kommerziell Internetauftritte programmiert.“ Die verdammte große Klappe! Damals war mir nämlich absolut noch nicht klar, was ich mit diesem einen, einzigen Satz angerichtet hatte. Plötzlich richteten sich alle Blicke auf mich. Die Arbeiten stockten. Dann kam die alles entscheidende Frage: „Kannst du unseren Internetauftritt überarbeiten?“ „Na ja, ich kann es mir ja mal ansehen …“ Hätte ich damals bloß den Mund gehalten!

Was – noch! – bekannt war: Es existierte ein Internetauftritt der Ortsgruppe Lauenau. Gehostet wurde der beim Landesverband. URL der Webpräsenz? Fehlanzeige! Ich suchte und wurde fündig: Seit 2010 nicht mehr gepflegt! Zum Überarbeiten benötigte ich die Zugangsdaten. Theoretisch gab es die auch. Nur hatte derjenige, der sie zuerst bekam, sein Wissen bereits mit ins Grab genommen. Dessen Nachfolger war zwischenzeitlich schwer an Demenz erkrankt und erwies sich daher auch nicht wirklich als nützliche Informationsquelle. Ergo nervte ich alle, die vielleicht mit etwas Glück noch etwas wissen konnten. Hier ein Gerücht, da ein „Vielleicht“, aber nichts Konkretes. Aus Gerüchten und „Vielleicht“ bastelte ich mir eine Stichwortliste und mit der ging ich an’s Klinkenputzen. D. h. ich hackte den Webauftritt mit allen möglichen und unmöglichen Kombinationen dessen, was möglicherweise infrage kommen könnte. Nach zwei Wochen war ich drin und kannte die Zugangsdaten. Bis dahin war es eine eher sportliche Angelegenheit gewesen. Nun begann die Arbeit.

Der Webautritt basierte auf einem CMS. Zuerst war ich der Meinung, dass es sich um ein proprietäres System handeln müsste, doch inzwischen habe ich erfahren, dass es tatsächlich eine sehr frühe Version von TYPO3 gewesen ist. Jedenfalls musste ich mich in das System einarbeiten, was auch ein paar Wochen in Anspruch nahm. Anschließend überarbeitete und aktualisierte ich den Webauftritt komplett. Bloß … – kaum damit fertig geworden kam mir der Landesverband dazwischen. Der beabsichtigte nämlich, das Uraltsystem auf ein aktuelles TYPO3 zu portieren. Die betreffenden Arbeiten begannen im Mai 2017. Nichts vom altem System war kompatibel zum neuen System und das bedeutete unendlich viel Tipparbeit. Im Juli war das geschafft: Die neue Seite lief!

Im Spätherbst 2017 „portierte“ dann der Landesverband die alten Seiten „vollautomatisch“ auf das neue System und ging damit auf ganzer Linie baden: Nichts ging mehr und unsere neue Seite wurde gecrasht. Wohl dem, der eine eigene Datensicherung hatte. Ich hatte eine, denn ich bin ein misstrauischer Mensch. Nur standen jetzt plötzlich viele Funktionen im neuen System nicht mehr zur Verfügung – u. a. auch die Möglichkeit zum Rückspielen der Daten. D. h. da war einerseits die gecrashte Seite und andererseits die Datensicherung. Dazwischen ein System, dass mir zum einen keine hinreichenden Berechtigungen mehr gab und das zum anderen mehr Macken als ein Hund Flöhe hatte. In Folge nervte ich die Verantwortlichen beim Landesverband, doch die dachten wohl nur „Der schon wieder!“ und antworteten schließlich gar nicht mehr. Nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden unserer Ortsgruppe wandte ich mich daraufhin an den Vorsitzenden des Landesverbandes, den Oberboss. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell: Binnen einer Woche hatte ich wieder alle Berechtigungen sowie ein halbwegs funktionsfähiges System und die Seite der Ortsgruppe war nur eine Woche später restauriert worden. Inzwischen schrieben wir den Februar 2018.

Im April ’18 sollte eine Wirtschaftsschau stattfinden, an welcher der Verein teilzunehmen gedachte. Bis dahin war der Internetauftritt so gut es ging zu optimieren, soweit die beschränkten Mittel (keine variablen Bildgrößen, keine zentrierten Grafiken, Kursivschrift nicht möglich, furchtbar fehlerhafte Tabellendarstellung, keine Verlinkung in separate Tabs u. ä.) es zuließen. D. h. ich musste „so um die Systemfehler herum programmieren“ – so gut es eben ging. Diese Fehler waren, das muss ich zur Ehrenrettung von TYPO3 sagen, nicht im System selbst begründet sondern entstammten vielmehr einer administrativen Ebene, mit der ich als schnöder Redakteur (der zudem nicht mal eine offizielle Funktion im Verein bekleidete) herzlich wenig zu tun hatte. Klappte aber alles so halbwegs. Das Nerven der Verantwortlichen, wenn etwas nicht funktionierte, behielt ich allerdings bei. Und nachdem ich mich diesbzüglich schonmal an den Oberboss gewandt hatte kam man mir auch deutlich hilfsbereiter entgegen. Ob’s da wohl Druck gab? Ihr endgültiges Aussehen erhielt die Ortsgruppenseite von Lauenau im September ’18 mit dem Einbau eines kleinen Imagefilmchens. Seither wird bloß noch immer mal wieder dies und das aktualisiert.

An dieser Stelle lohnt sich der Blick auf die organisatorische Struktur der Siedlergemeinschaften. Das ist nämlich wie eine Pyramide aufgebaut. Ganz oben an der Spitze tront der Landesverband. Die Mitte wird von den Kreisgruppen gebildet, welche sich jeweils auf mehrere Ortsgruppen zusammen stützen. Auch bei uns existiert so eine Kreisgruppe, nämlich die Kreisgruppe Deister-Sünteltal. Dort wusste man damals offenbar nicht so recht, was man mit einem vom Landesverband zur Verfügung gestellten Internetauftritt anfangen sollte. Es wurde zwar ein Verantwortlicher dafür benannt, aber viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Und dann hatte eine Ortsgruppe plötzlich das Zwanzigfache – teilweise mehr – an Besuchern als die übergeordnete Kreisgruppenseite: Ging gar nicht! Deswegen bat man mich quasi händeringend, mir die Seite doch auch mal anzusehen und auf Vordermann zu bringen. Nach langem Zögern willigte ich ein, machte dabei aber klar, dass ich dafür nicht als Betreuer herhalten werde – zumal ich ja noch nicht mal irgendeine Vereinsfunktion bekleidete. Das war im Oktober 2018.

Der Verantwortliche für die betreffende Seite machte in Folge hier und da mal ’ne Kleinigkeit – bis zum späten Frühjahr 2019. Im Januar machte man mich in der Ortsgruppe zum „Medienwart“ – einstimmige Wahl, nicht zuletzt aufgrund der Gegenkandidaten. Es gab nämlich keine. Das war jetzt ein offizielles Vereinsamt; etwas, was ich zuvor gar nicht hatte machen wollen. Aber was soll’s; es änderte sich ja nichts. Ich schaute hin und wieder mal auf die Seite der Kreisgruppe und zuckte mit den Schultern: Na ja, nicht mein Bier. Dann erkrankte der dort Verantwortliche schwer und die Seite lag brach – lange! Schließlich wurde ich seitens der Kreis- und auch unserer Ortsgruppe bekniet, die Seite doch auf Vordermann zu bringen. Arbeit, bäää… – aber andererseits hatte der Landesverband sich auch schon wieder was Neues einfallen lassen und eine Art von Mini-Blog integriert. Das interessierte mich brennend und deswegen sagte ich ja. Zwei Wochen habe ich inzwischen investiert und die Besucheranzahl auf der Kreisgruppenseite zeigt einen rapiden Aufwärtstrend. So, und nun wisst ihr auch, warum ich hier in der letzten Zeit etwas kürzer getreten bin! Das hat man nun von seiner großen Klappe – nichts als Arbeit … 😉