So ein stürmisch-verregneter Herbsttag ist genau das Richtige, um einmal all die Sachen auszuprobieren, die man sich immer schonmal genauer ansehen wollte. In diese Kategorie fallen bei mir ein paar Verfahren der Bildbearbeitung, vorzugsweise mit GIMP. Nachfolgend geht es um „verschmolzene Bilder“, womit sich manchmal ganz nette Effekte zaubern lassen. So zeigt das Eingangsbild zu diesem Beitrag einen Sonnenuntergang im Juli 2013 in Büsum und im Juli 2017 auf Langeoog. Bilder miteinander verschmelzen – wie geht das?

Ihr braucht dazu GIMP und ggf. für die Nachbearbeitung (weil’s damit viel einfacher geht) den JPG Illuminator. Beides ist portable Freeware für Windows und beides läuft auch nativ bzw. via WinE unter Linux. Wobei der JPG Illuminator gar nicht mal unbedingt erforderlich ist, denn die etwaige Nachbearbeitung kann man auch mit GIMP machen – oder man lässt sie ganz sein. Zum Verschmelzen der beiden Bilder ist allerdings eine Prämisse zu erfüllen: Sie müssen absolut gleiche Maße aufweisen!


Erstes Original: Späte Nachmittagssonne über dem Büsumer Watt 2013.


Zweites Original: Sonnenuntergang über dem Watt von Langeoog 2017.

Genug der langen Vorrede: Wie funktioniert das jetzt Schritt für Schritt?

1. Erstes Bild unter GIMP laden.
2. Im Ebenenfenster einen Rechtsklick auf das Bild setzen und „Ebenenmaske hinzufügen“ wählen.
3. In der sich öffnenden Dialogbox „Alphakanal der Ebene“ wählen und mit „Hinzufügen“ bestätigen.
4. Falls nötig die Vordergrundfarbe auf schwarz und die Hintergrundfarbe auf weiß einstellen (sind Defaults).
5. Das Farbverlaufswerkzeug anklicken.
6. Im Fenster für die Pinselformen und Muster auch auf Farbverläufe umschalten.
7. Dort unter „Farbverläufe“ die Einstellung „VG nach HG (RGB)“ wählen.
8. Bei gedrückter Strg-Taste und gedrückter linker Maustaste mittig eine Linie über das Bild von rechts nach links ziehen.
9. Das Bild wird dadurch von links nach rechts transparent.
10. Dieses Bild unter anderem Namen (z. B. bild1.png, alternativ TIF) exportieren. WICHTIG: JPG kann keine Transparenz und daher ist einerseits der Wechsel des Dateiformats in PNG oder TIF (die Transparenz unterstützen) unverzichtbar und andererseits funktioniert die ganze Sache ohne das Zwischenspeichern nicht (ausprobiert!).
11. Diese Datei schließen.


Das teiltransparente Bild aus Büsum.

12. Zweites Bild unter GIMP laden
13. Im Ebenenfenster einen Rechtsklick auf das Bild setzen und „Ebenenmaske hinzufügen“ wählen.
14. In der sich öffnenden Dialogbox „Alphakanal der Ebene“ wählen und mit „Hinzufügen“ bestätigen.
15. Im Fenster für die Pinselformen und Muster unter „Farbverläufe“ die Einstellung „VG nach HG (RGB)“ wählen.
16. Bei gedrückter Strg-Taste und gedrückter linker Maustaste mittig eine Linie über das Bild von links nach rechts ziehen.
17. Das Bild wird jetzt von rechts nach links transparent; zwischenspeichern NICHT erforderlich.


Das teiltransparente Bild aus Langeoog.

18. Das erste Bild hinzu laden.
19. „Bearbeiten/ Kopieren“ selektieren.
20. Das erste Bild schließen.
21. „Bearbeiten/ Einfügen als/ neue Ebene“ wählen.
22. „Ebene/ nach unten vereinen“ anklicken.
23. Die fertig miteinander verschmolzenen Bilder als JPG exportieren.


Die beiden miteinander verschmolzenen Bilder.

Zuletzt kann man, wenn einem das Resultat zu blass erscheint, mittels JPG Illuminator noch (großzügig) den Kontrast, die Mitten und den Schwarzpunkt korrigieren, um die Farben besser heraus zu kitzeln.


Die beiden verschmolzenen Bilder nach der Nachbearbeitung mittels JPG Illuminator.

Abschließend sei vielleicht noch angemerkt, dass das Verschmelzen von Bildern zwar sehr reizvolle Ergebnisse zutage fördern kann, aber zumindest bei Landschaftsaufnahmen eigentlich immer nur dann optimal gelingt, wenn der Horizont beider Aufnahmen wenigstens ungefähr die gleiche Lage aufweist. Andernfalls kann das Resultat doch ziemlich irritierend wirken – Beispiel: