Weil ich schon zigmal danach gefragt worden bin will ich jetzt mal einen Beitrag über bessere Wetterbilder bringen. Na gut, zugegeben: Ob die besser sind weiß ich nicht. Auf jeden Fall aber eindrucksvoller als das, was die Kamera so abliefert, denn an das menschliche Auge reicht keine noch so gute Kamera heran. Wie war das doch doch gleich? „Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.“ Das sagte einst die Schriftstellerin Anaïs Nin. Insofern geben MEINE Wetterbilder auch MEINEN ganz individuellen Eindruck wieder. Allerdings einen Eindruck, der schon so manchen Betrachter zu einer Äußerung a la „boa, was für Farben“ veranlasst hat. Wie also gehe ich bei Wetterbildern vor? Zuerst wird das Bild natürlich aufgenommen. Die Kontrolle zeigt … – Mist, irgendwie grau! Irgendwie nicht wie das Original!

Dann kommt die Nachbearbeitung. Wie die abläuft will ich einmal anhand eines Regenbogen-Panoramas demonstrieren, denn gerade ein Regenbogen-Pano beinhaltet so manche Tücken – als da wären: Es gilt ein Panorama zu erzeugen, bei dem der Regenbogen auch wirklich ein Bogen ist, einen Doppelregenbogen rauszukitzeln und den Bereich zwischen den beiden Regenbögen auch etwas dunkler abzubilden, weil dieser Bereich aufgrund quantenphysikalischer Effekte ja tatsächlich dunkler ist. Daneben sollen die Farben selbstverständlich so leuchten wie im Original.




Die drei Ausgangsbilder des Panoramas.

Schritt 1 ist die Anfertigung des Panoramas. Im Falle des Regenbogens liegen dem drei Einzelfotos zugrunde, die zunächst einmal zusammengesetzt werden müssen. Ich verwende dazu standardmäßig zwei Windows-Freeware-Programme, und zwar „PanoramaStudio 1.5.3“ (Nachfolgeversionen sind überwiegend Kommerzware) und „MS ICE„. MS ICE hat seine Stärken eher bei kleinen und PanoramaStudio eher bei mittleren und großen Brennweiten: Da muss man eben einfach ausprobieren, was zu den besseren Resultaten führt. Im vorliegenden Fall war das mit MS ICE der Fall, weil PanoramaStudio an der kleinen Brennweite gescheitert ist.


Das unbearbeitete Roh-Panorama.

Insgesamt wirkt das unbearbeitete Roh-Panorama eher flau und spiegelt die Farbenpracht der Originalsituation nur höchst unzureichend wieder. Schritt 2 der Bearbeitung bildet daher ein ganz leichtes Schärfen (kann mit jedem x-beliebigen Bildbearbeitungsprogramm erfolgen) und Schritt 3 die Optimierung von Kontrast, Helligkeit, Farben und Ausleuchtung mittels JPG Illuminator.


Das Wetterbild nach der Korrektur mit JPG Illuminator.

Das mit JPG Illuminator korrigierte Wetterbild kommt der Originalsituation schon sehr nahe. Woran es jetzt noch mangelt ist der Dynamikumfang. Den erhält man normalerweise durch eine zur HDR-Aufnahme kombinierte Belichtungsreihe. Die aber existiert im vorliegenden Falle nicht. Daher muss ein Pseudo-HDR-Bild angeferigt werden, nämlich aus dem unbearbeiteten Roh-Panorama (Schritt 1) und aus der Korrektur mit JPG Illuminator (Schritt 3). Das ist Schritt 4 und dazu dient „EasyHDR Basic 2„. Das damit erzeugte Bild verfügt zwar über einen beträchtlichen, atemberaubenden Dynamikumfang, weist aber i. d. R. dafür auch gleich zwei Nachteile auf: Einereits sieht es unecht-überfiltert aus und andererseits weist es zumeist ein sichtbares und störendes Farbrauschen auf. In Schritt 5 wird daher mit einer beliebigen Bildbearbeitung das Farbrauschen durch minimales Weichzeichnen verringert (womit auch das anfängliche Schärfen wieder ausgeglichen ist).

Bleibt noch Schritt 6 und das ist die Rücknahme der Überfilterung. Das lässt sich mit „GIMP“ sehr gut erledigen. Dazu werden die Bilder aus Schritt 5 und aus Schritt 3 unter GIMP geladen. Das Bild aus Schritt 3 kopiert man, schließt es und fügt es als neue Ebene über dem Bild aus Schritt 5 wieder ein. Nun noch die Deckkraft dieser Zwischenablagenkopie optimal einstellen (i. d. R. ist das ein Betrag irgendwo zwischen 50 und 80%), die Ebenen nach unten vereinen und das Ergebnis als JPG exportieren: Fertig ist das bessere Wetterbild! Es ist scharf, beinhaltet die Farben des Originals und die Dynamik der Originalsituation!


Das fertige, bessere Wetterbild.

Selbstverständlich funktioniert das nicht nur bei Panoramen. Auch jedes Einzelfoto kann nach dieser Methode korrigiert und verbessert werden – was im Grunde genommen sogar einfacher ist, denn der erste Schritt (d. h. das Zusammenfügen zum Panorama) entfällt dabei – ein Beispiel:


Das reguläre, einzelne Wetterbild.