„Wir haben uns entschieden, einen neuen Windows-10-Rechner zu kaufen!“ Ich: „Prima! Und wer richtet den ein?“ Woraufhin mich etliche bezeichnende Blicke trafen und ich fortfuhr: „Ja, ich weiß, war ’ne blöde Frage. Wann und wo?“ So kam ich zu meiner ersten kompletten Neueinrichtung eines Win10-PCs. Was Microsoft dabei alles von mir wissen wollte … Und gar nicht zu wissen braucht … ICH KANN BIG DATA NICHT AUSSTEHEN!!! Jedenfalls lief das Ding irgendwann. So halbwegs, nach vier Stunden an Arbeit, weil etliche Konten auch noch anzulegen waren. So weit, so gut. Eigentlich müsste sich die Kiste jetzt bergeweise Updates ziehen, denn der Apparillo hat ja schon ein gutes halbes Jahr lang auf Halde gelegen. Eigentlich … – tat er aber nicht!

D. h. er versuchte es schon, aber das funktionierte nicht. Manchmal kam es dabei zur kryptischen Fehlermeldung „0x800705b4“. Danach im Web reherchiert. Giga bot Lösungsmöglichkeiten für das Problem an. Die probierte ich nacheinander alle durch. Funktionierte nicht, weil das verhasste „access denied“ in der „Windows PowerShell (Administrator)“ auf dem Bildschirm erschien. Watt‘ nu‘? Was der Giga-Artikel aber auch erwähnte (Zitat): „Ursache sind meistens Drittanbieter-Virenscanner.“ Na gut, man muss ja nicht gleich das Schlechteste denken und daher machte ich mich im Microsoft-Forum hinsichtlich einer Lösung des Problems schlau. Aber typisch Microsoft: Dort war die Problematik zwar bekannt, doch eine Lösung existierte nicht. Die musste ich mir nun gezwungenermaßen selbst aus den Fingern saugen.

Auf dem Rechner war eine McAfee-30-Tage-Testversion installiert. An sich brauchte ich den McAfee gar nicht, weil der bei Win10 mitgelieferte Windows Defender gleichwertig, wenn nicht sogar besser ist. Hinsichtlich des McAfee würde sich an den Monatstest ein Abo anschließen müssen, welches – hab‘ nachgeguckt – jährlich mit ’nem Hunni zubuche schlägt: Ganz schön hohe Folgekosten … Nur ist das mit dem Loswerden des McAfee auch immer so eine Sache, denn der gräbt sich erfahrungsgemäß so tief in die Eingeweide des Betriebssystem ein, dass sogar die Windows-Kanalisation noch untertunnelt wird. Bedeutet: Es bestanden sehr gute Chancen, dass der niegelnagelneue Rechner danach gar nicht mehr läuft. Das Risiko wollte ich nicht eigenmächtig eingehen.

Nach Rücksprache mit dem Besitzer des PCs fiel die Entscheidung, es ungeachtet des damit verbundenen Risikos zu versuchen. Eigentlich müsste sich, wenn es denn funktionierte, hinterher der Windows Defender automatisch einschalten. Eigentlich … – aber garantieren tut Microsoft das auch nicht. Sicherheitshalber lud ich mir daher vorher den Avira-Installer als „Plan B“ runter – nur so für den Fall der Fälle. Danach rückte ich dem McAfee zuleibe. Am Anfang stand die (durchaus zeitaufwändige) Recherche nach der optimalen Vorgehensweise bei der Deinstallation. Dazu existiert das „McAfee Removal Tool MCPR.EXE„. Das lud ich mir runter.

Eigentlich sollte man nur das Tool starten und damit den McAfee von der Platte fegen. Eigentlich … – tatsächlich aber läuft es anders, und zwar etwas komplizierter. Zuerst startete ich das Removal Tool. Das erzählte mir, dass vor dessen Verwendung der McAfee mittels Systemsteuerung zu deinstallieren sei. Also in das Suchfeld links unten „Systemsteuerung“ eingetippert und unter „System und Sicherheit“ die beiden installierten McAfee-Komponenten ganz normal rausgeworfen. Da fragt mich doch das Ding, warum ich den McAfee kille. Meine kurze und prägnante Antwort als Feedback: „Inkompatibilität mit Windows-Updates.“ Sollen sich die Entwickler bei McAfee darüber doch mal ein paar Gedanken machen … Anschließend nochmal das Tool MCPR.EXE gestartet und damit die Reste vom McAfee beseitigt. Klappte reibungslos.

Nun der Rechnerneustart und eigentlich sollte jetzt der Defender automatisch laufen. Tat er auch … – bloß eben auf dem Stand vom Mai diesen Jahres. Ähem… – wir haben November! Anders ausgedrückt: Der Defender hatte sich KEINE automatischen Updates gezogen – Mist! Das von Hand erledigt und gleich auch noch den Virenscan mit dem Ding hinterhergeschoben. Danach funktionierten plötzlich auch die Windoof-Updates. Kamen noch automatische Updates vom BIOS und von der Firmware hinzu. Lief alles von selbst – und dauerte stundenlang! Es folgte die Durststrecke der Softwareinstallationen inklusive der Abstimmung, Anpassung und Personalisierung aller Programme aufeinander. Insgesamt waren das gut zwanzig Stunden an Arbeit. Jetzt ist das Ding fertig – läuft wie ’ne Eins und geht ab wie Schmitt’s Katze! Hm… – angesichts der Tatsache, dass mein eigener Läppie jetzt schon rund ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat und ich jetzt weiß, wie man einen Win10-Rechner aufsetzt, dass die meisten meiner Programme darunter auch laufen usw. liebäugele ich inzwischen mit … Mal sehen. Mal abwarten!