Das Skalieren von Bildern ist eine Standardarbeitsweise, die von zig Grafikprogrammen hervorragend beherrscht wird. Aber mit dem Skalieren von Videos sieht es schon ganz anders aus – diese leidvolle Erfahrung habe ich jetzt wieder einmal machen müssen. Kam so: Auf der meinerseits gepflegten Homepage der Siedlergemeinschaft Lauenau waren aus aktuellem Anlass ein paar Bilder im Imagefilm auf der Startseite zu aktualisieren. Nun kann man bei einem fertigen, vertonten Film nicht „mal eben“ ein Bild rausnehmen und durch ein anderes ersetzen. Klar, kann man zwar ausschneiden und neu dazwischenfummeln, aber dann ist natürlich die Tonspur im Ar…

Was nichts anderes bedeutete, als den Film neu erstellen zu müssen. Es geht doch nichts über eine vernünftige Datensicherung: Alles, was dafür vonnöten war, gab’s noch in weiser Voraussicht abgespeichert, so dass darauf zurückgegriffen werden konnte. Doch dann schlug ein gewisser Herr Murphy nach Herzenslust erbarmungs- und hemmungslos zu und trieb mich fast bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs – gerade bei IT-Sachen ist Murphy manchmal ja echt unerbittlich. Es begann alles ganz harmlos mit einer DSL-Störung (hängt mit gewissen Bauarbeiten hier im Ort zusammen). Anschließend hängte sich der Router zweimal auf und das nervte. Aber das zählte noch zur Ouvertüre des Dramas. Das Drama selbst entlockte mir zahllose Ausrufe „Das gibt’s doch gar nicht!“, einige Wutanfälle, Verzweiflungsschreie und schließlich – als es etwas Persönliches zwischen der Sch…-IT und mir wurde – das endgültige „Jetzt-erst-recht“-Festbeißen (denn wenn ich erstmal richtig abgenervt bin …).

Das Drama erstreckte sich über zig Stunden. Ein Bild des Filmchens neu: OK, ging schnell. Ein anderes Bild retuschiert: Das dauerte schon etwas länger, war aber auch noch OK. Danach kam’s knüppeldicke. Den Film neu zusammengesetzt: Die Übergangseffekte zwischen den einzelnen Slides der Diashow waren nicht übernommen worden. Warum nicht, verdammt nochmal? Als ich das Problem im Griff hatte wurde die Tonspur nicht mehr übernommen. Hrrrgghhchrrr… 😦 – verfl… Sch…!!! Ich rätsele immer noch rum, was da schief gelaufen sein könnte, denn nach dem x-ten Versuch klappte es schließlich doch irgendwann. Puhh… – fertig! Fast jedenfalls … Film steht (*SchweißtropfenvonderStirnwisch*)! Jetzt nur noch in die gewünschte Auflösung und in die gewünschten Video- und Audio-Codecs konvertieren, in die Seite einbauen und fertig – denkste!

Der Film wurde – wie üblich – mit XMedia Recode zur Wunsch-Auflösung 480*352px im MP4-Format mit Video-Codec MPEG-4AVC/H.264 und mit Audiocodec AAC per Downscaling umgefummelt. Aber, watt’n dat??? Das TYPO3-System, zu dem der Film hochgeladen werden sollte, akzeptiert bei Mediendateien nur maximal 32MB Größe. Der fertige Film war anstelle der erwarteten 25MB plötzlich 32,5MB groß. Na gut, versuchen wir den Upload trotzdem mal, vielleicht hat das System ja seinen guten Tag … Hatte es nicht. Die Datei ließ sich nicht hochladen, weil sie schlicht zu groß war. Woher kam die unerklärliche Größenzunahme bei gleicher Tonspur, gleicher Diashow, gleicher Konvertierung usw.? Ich probierte noch ein paar andere Codecs und auch ein paar unterschiedliche Versionen aus (jedesmal ein neu konvertierter Film, versteht sich) womit das Video zwar speichermäßig kleiner wurde und sich hochladen ließ, auf der HP dann aber lediglich die Tonspur und eben nicht die Bilder wiedergegeben wurden.

So begann die Spurensuche – was war jetzt verdammt nochmal anders?!? Letztlich, nach langer Sucherei und schier endloser Rumprobiererei stieß ich auf die Skalierungsverfahren. Die wirken sich nämlich unmittelbar auf den Speicherbedarf eines Videos aus! XMedia Recode stellt gleich 9 verschiedene Skalierungsverfahren zur Verfügung. Die wurden nacheinander ausprobiert. Damit ergab sich folgendes Bild:

1. Nearest Neighbor 100% Speicherbedarf (Aliasing-Pixelartefakte im Bild)
2. Sinc 84% Speicherbedarf (Bild ist akzeptabel)
3. Lanczos 76% Speicherbedarf (Bild ist OK)
4. Bicubic spline 75% Speicherbedarf (Bild ist gut)
5. Bicubic 73% Speicherbedarf (Bild ist gut)
6. Area 72% Speicherbedarf (Bild ist OK)
7. Luma bicubic 71% Speicherbedarf (Bild ist OK)
8. Bilinear 66% Speicherbedarf (Bild ist akzeptabel)
9. Gauss 61% Speicherbedarf (Bild ist leicht unscharf)

Die Qualitätsaussagen zum Bild sind selbstverständlich meine ganz individuellen Einschätzungen. Aber mit den empirisch ermittelten Richtwerten zum Speicherbedarf lässt sich einiges anfangen – die kann man nämlich per Dreisatz umrechnen. Beispiel: Das Video ist mit der Skalierungsmethode „Bicubic“ verkleinert worden und anschließend 32,5MB groß. Bicubic entspricht mit 73% 32,5MB, dann entspricht Area mit 72% 32MB u. d. h. so ein Filmchen müsste gerade noch so hochzuladen sein, wenn das CMS bei 32MB die Grenze zieht und dicht macht. Genauso war es dann auch und nur so konnte der neue Imagefilm auf der HP untergebracht werden.

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn ihr eine Mediendatei wie bspw. ein Video in ein hinsichtlich des Uploads limitiertes CMS hochladen wollt, dann ist die Wahl eines geeigneten Skalierungsverfahrens ein gutes Mittel, um den Film klein zu kriegen. Wieder einmal was dazu gelernt …