Wann haben sich eigentlich die heutigen „Spezialdemokraten“ von der Sozialdemokratie verabschiedet? Ich selbst sehe den Beginn des Verrats an der Sozialdemokratie und damit auch an der arbeitenden Bevölkerung irgendwo in der Zeit des „Berliner Programms“ von 1989, allerspätestens aber in seiner überarbeiteten Fassung von 1998. Kein Wunder, wenn danach im Volksmund das Kürzel „SPD“ mitunter als „Sozialrassistisches Pack Deutschlands“ interpretiert worden ist und noch wird. Aber man tut in der einstigen „Volks-“ Partei ja bekanntlich alles, um auf die 5%-Hürde hinzuarbeiten!

Bei dem nun folgendem „etwas anderen Lied“ soll es daher auch um die SPD gehen. Der Sänger wurde 1960 in Bestwig (bei Meschede) geboren, wuchs im Sauerland auf, war als „Ruhrpott-Barde“ tätig und lebt heute in Berlin. Er wird als proletarischer Anarchist, Dichter, Musiker und Herausgeber von anarchistischer und sozialkritischer Literatur beschrieben. Früher nannte man das ganz einfach und urdeutsch „Liedermacher“.

Im Jahr 2013 erregte er mit seinem Anti-Merkel-Song „Oh, Kanzlerin von Deutschland“ (einer aktualisierten Fassung des Klassikers „Oh König von Preußen“) einiges Aufsehen. Die Rede ist von Christoph Holzhöfer, wahrscheinlich eher nur einer überschaubaren Fangemeinde bekannt. Um sein Merkel-Lied soll es hier aber nicht gehen, sondern vielmehr um „Das Hohelied der Sozialdemokratie“ – ein etwas anderes Lied, das den derzeitigen Zustand der SPD besser beschreibt als jedes Geschichtsbuch es jemals können wird!

Das Lied der-Sozialdemokraten (Das Hohelied der Sozialdemokratie)

Wir sind Sozialdemokraten & singen
„Wann wir schreiten Seit‘ an Seit'“
Wir fassen uns an die Hände
„Brüder zur Sonne, zur Freiheit“
Doch, was wir singen, das ist das eine
Das andere ist, das was wir tun
Ja, wir singen so gern die alten Lieder
& schwenken rote Fähnchen dazu

Wir sind Sozialdemokraten
& sehr geübt im Verrat
Wir ficken die kleinen Leute
& lecken den Bonzen den Arsch
Wir woll’n ja nicht, dass sich was ändert
Denn dann, bräucht ’s ja uns nicht mehr
Drum sind wir Lakaien der Reichen
& schwafeln blass-rot daher

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten & stolz
Auf unsere Vergangenheit
Der dicke Ebert, der Noske & der Scheidemann
Die haben ’s den Proleten gezeigt
Massakrierten das rote Gesindel
Den Karl & die Rosa dazu
Deutschland vor den Kommunisten gerettet
Im Vaterland da war wieder Ruh‘

Wir sind Sozialdemokraten
& scheißen auf die Moral
Wir sind die Genossen der Bosse
& der alte Bebel …, ach scheißegal
Kapitalismus ist doch was feines
Wer oben mitschwimmt, dem geht ’s doch so gut
Wir hartzen die Menschen in Armut
& lachen ganz laut dazu

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten
& steigen mit jedem ins Bett
Wenn wir mit regieren können
Dann ist auch der „Feind“ so hübsch & so nett
Ach, wir haben doch so vieles gemeinsam
Da gibt ’s kaum ’n Unterschied
Vor der Presse haben wir ’ne große Fresse
Aber sonst sind wir handzahm & lieb

Wir sind Sozialdemokraten
& wenn Deutschland uns braucht & ruft
Dann muss es nicht lange warten
Schon stehen wir „Gewehr bei Fuß“
Für der Bonzen Bäuche opfern wir auch Deutschlands Kinder
In Kriegen, auf der ganzen Welt
Denn zuerst kommt das große Fressen
& danach das große Geld

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten & singen
„Wann wir schreiten Seit‘ an Seit'“
Wir fassen uns an die Hände
„Brüder zur Sonne, zur Freiheit“
Doch, was wir singen, das ist das eine
Das andere ist, das was wir tun
Ja, mit uns bleibt alles beim alten
& wir schwenken rote Fähnchen dazu

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will