Häusliche Pflege … – das ist ja gar keine Arbeit, nicht wahr? Nein, ist es auch nicht. Es ist stattdessen ein einziger Horrortrip für alle Beteiligten! Ich hatte im Juni ja schonmal einen Ausschnitt aus meinem kleinen Pflegetagebuch präsentiert; das war die KW24/19. Hier folgt nun noch ein Ausschnitt, nämlich KW50/19. Zu den Beteiligten: G. und E. sind meine Frau und ich, beide berufstätig. C. und R. sind meine Schwiegermutter (schwere Alzheimerdemenz F00.1 n. ICD-10, Erinnerungsvermögen 10-15 Sekunden, Pflegegrad 3, 82a alt) und mein Schwiegervater (FTD G31 n. ICD-10, noch PG3 und der Antrag auf rückwirkende Hochstufung in PG4 läuft immer noch, weil der MDK mauert, 88a alt). Er ist gesetzlicher Betreuer meiner Schwägerin S., die nach Masern-bedingter Hirnhautentzündung im Kleinkindalter geistig schwerst behindert und aggressiv ist (grenzwertige Debilität F73 n. ICD-10, PG4, 60a alt). Meine Frau macht die Ersatzbetreuerin. Na ja, eigentlich macht sie hinsichtlich der Betreuung alles, weil Schwiegervater in seiner Demenz völlig unzurechnungsfähig geworden ist. Zudem sind alle drei Pflegefälle in jeder Hinsicht unsauber, Harn- und Stuhl-Inkontinenz mit eingeschlossen.

Unser Leben sieht so aus, dass wir eigentlich nur noch für die Kranken da sind und kein eigenes Leben mehr haben. Allein meine eigenen Stunden an Pflegeleistungen im vergangenen Halbjahr hätten (zusätzlich zur Berufstätigkeit) in jedem einzelnen Monat einem Full-Time-Job entsprochen: Altenpflege plus Seniorenbegleitung plus Haushaltshilfe plus medizinische Betreuung. Das ist chaotisch. Aber das Chaos wird sich jetzt noch potenzieren, weil meine Frau heute zur seit Ewigkeiten zugunsten der Pflegefälle bereits aufgeschobenen Fuß-OP ins Krankenhaus gegangen ist. So rein pflegemäßig wird sie voraussichtlich für ein Vierteljahr ausfallen und zumindest in den ersten sechs Wochen selbst gepflegt werden müssen. Dann müssen unsere drei Kaputten eben selbst mal was tun: Schwiegermutter kann das – wenn sie will. Sie will aber nicht. Vier Wochen lang habe ich mich für die wirklich intensiv um eine Haushaltshilfe bemüht und zum Affen gemacht, immer wieder „angefeuert“ von Schwiegervater: „FRÄMDÄKLAUNKOMMTKEINFRÄMDAINSHAUS!!!“ Dann gab ich es auf. Meine Frau hat es im Anschluss zwei Wochen lang versucht und letztlich auch restlos abgenervt das Handtuch gestreckt: Wenn die unbedingt das ultimative Chaos wollen dann sollen die das auch bekommen – des Menschen Wille ist sein Himmelreich!

Schwiegervater könnte eine Haushaltshilfe durchaus bezahlen. Will er aber ncht. Vom Pflegegeld sehen weder meine Frau noch ich auch nur einen einzigen, müden Cent, was Schwiegervater i. d. R. so kommentiert: „MEINSALLESMEINS!!!“ Oft genug finanzieren wir denen ja auch noch zum Teil die Lebenshaltungskosten, was immer wieder zu Ärger führt, weil die keinerlei Vorstellung mehr von den Preisen haben. Und wenn dann was von unseren Ausgaben für die erstattet werden soll, dann reagieren die Pflegefälle mächtig angepisst und mit haltlosen Unterstellungen. Ich helfe bei dem ganzen Ärger meiner Frau, weil ich sie nicht hängen lassen will. Über die Menschenfreundlichkeit und das Pflichtgefühl gegenüber den Kranken bin ich längst weg, denn die sind mir gegenüber auch in keinster Wise freundlich oder kooperativ – ganz im Gegenteil: Gebrüllte Beschimpfungen ordinärster Art, Zurücksetzung, Ablehnung, Rauswürfe, auch physische Angriffe sind zwar nicht gerade an der Tagesordnung, aber dennoch durchaus häufig! Irgendwann hat man dann kein‘ Bock mehr. Irgendwann dreht man selbst durch, wenn man das Elend permanent an sich ran lässt. Ich habe die Konsequenzen gezogen: Ich helfe, soweit es mir möglich ist. Für alles andere sind die selbst verantwortlich – nicht mein Problem! Und wenn die gerne im eigenen Dreck ersticken wollen, dann werde ich sie nicht aufhalten. Klingt vielleicht hart, ist aber reiner Selbstschutz. So, und jetzt zum Auszug aus dem Pflegetagebuch …
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09.12.19: E. wirft die Pflegefälle um 08:15 Uhr a. d. Betten, weil R. eine Stunde später seinen Friseurtermin hat: Hatte der natürlich wieder völlig vergessen; er weiß nicht einmal welchen Tag oder Monat wir haben. R. will nicht zum Friseur, steht ganz gemächlich gegen 09:00 Uhr auf und muss bis 09:30 Uhr erst einmal gaaanz gemütlich frühstücken – bevor er zwei verschiedene Sommerschuhe anzieht, sich eine Sommerjacke umlegt und höchst entrüstet darüber ist, dass er Geld mit zum Friseur nehmen muss (sein O-Ton): „WIESOOO??? BRAUCHNICH!! BRAUCHICHNICH!!! ICHBINDOCHRENTNERUNDKRIEGEDASUMSONST!!! DASHATDIESPDSOEINGERICHTET!!!“ E. ist aufgrund von R.’s Trödelei schier am Verzweifeln und hilft dem unzurechnungsfähigen Starrkopf obendrein noch beim Ankleiden, begleitet ihn anschließend zum Friseur. Im Friseurgeschäft verhindert er gerade so, dass R. mit seinem Rollator einem auf dem Fußboden spielenden Kleinkind über die Hand fährt, während R. mit hirnlosem Rumgefuchtele die Deko zum Einsturz bringt: Den kann man nirgendwo mehr alleine lassen! E. hilft beim Wiederaufbau d. Deko. E. kümmert sich marginal um das Dreckloch, aus dem jede wilde Kanalratte schon wieder Reißaus nehmen würde. Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert. C. will sich faul wieder ins Bett legen und verlangt von E., dass der ihr alles Mögliche aus dem Keller holt: Äh – NEIN! Die muss sich bewegen, wenn sie nicht in absehbarer Zeit aufgrund von Gelenkversteifung im Rollstuhl sitzen will! Daher verweigert E. den Gang i. d. Keller und teilt C. händeringend mit, dass die das zwecks Bewegungstraining selbst mal machen muss. Begreift die nicht und legt es als „DU TUST JA NIE WAS!!!!“ aus. Manchmal möchte man die Kaputten bloß noch mit Vergnügen an die Wand nageln! E. erledigt Einkäufe f. die Pflegefälle & kocht denen Essen. Zwischenzeitlich schwankt und torkelt R. in absolut selbstschädigender Weise wieder ohne jegliche Gehhilfe in seiner Wohnung rum. Als E. ihm den Rollator bringt, wird das mit pampig gebölktem „BRAUCHICHNICH!!!“ zurückgewiesen. E. will C. zur Physiotherapie begleiten – nach vorausgehendem, dreistündigem Verweigerungsk(r)ampf weil sie den Termin nicht wahrnehmen will – wobei er ziemlich laut und sehr deutlich werden muss. Das mündet darin, dass E. ihr die Bettdecke wegnimmt und (draußen sind 2°C) das Fenster sperrangelweit aufreißt, damit die endlich ihren Arsch aus dem Bett bequemt – woraufhin E. selbstverständlich schon wieder das personifizierte Böse ist. C. plustert sich fürchterlich auf, brüllt mit allem, was ihr einer Lungenflügel noch hergibt vulgärste Schimpfworte, schlägt mit den Fäusten nach E. und wirft ihn raus. Letztlich begleitet E. dann C. doch noch, wobei die selbstverständlich – wie könnte es auch anders sein? – wieder einmal zu spät zur Behandlung kommt. Wieder zurück spielt R. komplett verrückt: Hat die Bremsen seines Rollators festgeknallt, schlägt mit dem Ding unablässig auf dem Fußboden rum und blökt dämlich: „DASGÄÄTNICHDASGÄÄTNICH!!!“ E. löst die Bremsen, erklärt R., wie das funktioniert und gibt ihm den funktionsfähigen Rollator. R. knallt umgehend die Bremsen wieder fest und die abartig bekloppte Szene wiederholt sich noch paarmal – bis E. ihm ein paar deutliche Takte erzählt und schon wieder als das personifizierte Böse gilt: R. benimmt sich schlimmer als ein Zweijähriger! Das durch und durch uneinsichtig-bekloppte Verhalten legt der Vollhonk dann auch noch den ganzen Nachmittag über an den Tag. Gegen Abend hat er es endlich geschafft und den Rollator kaputtgeschlagen, so dass E. das Ding in Einzelteile zerlegen und ewig und drei Tage hinter dem unzurechnungsfähigen Spinner herreparieren darf – begleitet von dessen unflätigem Geschrei! Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand am Morgen durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen. S. begegnet E. mit Drohgebärden (Schlagversuche) & stinkt drei Meilen gegen den Wind – mangels rudimentärster Körperhygiene! G. zwangsduscht R. & S.

10.12.19: G. (hat Urlaub) fährt nach mehrstündigem Verweigerungskampf seitens C. – weil die nicht will – mit ihr zum Friseur. S. begegnet E., kaum dass sie seiner ansichtig wird, mit Drohgebärden (Schlagversuche). E. kümmert sich marginal um das Dreckloch der Pflegefälle – es stinkt nach Pisse -, macht Einkäufe f. die & kocht denen Essen. E. holt C. wieder vom Friseur ab. G. fährt mit C. & R. zur Weihnachtsfeier, während E. den Pflegefall S. beaufsichtigt. Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand am Morgen durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen und R. sowohl die Mittags- wie auch die Abendmedikation komplett verweigert. G. macht weitere Einkäufe f. die Pflegefälle.

11.12.19: E. kümmert sich marginal um das Dreckloch, findet dabei C.’s Hörgeräte im Altpapier und wird von ihr beschuldigt, die selbst dort hinein geworfen zu haben. S. hat Leergut im Haus verteilt und E. räumt hinter ihr her. E. tätigt umfangreiche Einkäufe f. die Pflegefälle & entsorgt deren Müll. Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert. G. & E. kochen Essen f. die Pflegefälle. Noch während sie damit beschäftigt sind will R. in seinem unerträglichen und unzurechnungsfähigen Kleinkinderverhalten UNBEDINGT-JETZT-SOFORT zum Einkaufen & betet das nur allzu gut bekannte Mantra: „BROOOT!BRAUCHNBROOOTZOMBÄCKAGÄNBROOOTKAUFN!“ Das E. gerade vom Einkaufen zurückgekommen ist interessiert ihn nicht, denn „DERMACHTDASNICHRICHTICH!!“ Als keiner mit ihm losgeht blökt der alte Spinner: „NAGOOOTHAMWANEXZOFRÄSSNMÖSSNWAVAHONGAAAN!!!“ S. begegnet E. derweil mit Drohgebärden (Schlagversuche). C. – sie sitzt bis zum frühen Nachmittag untätig im Nachthemd rum – verlegt sich hinsichtlich ihrer Physiotherapie wieder auf einen mehrstündigen Verweigerungsk(r)ampf, in dessen Verlauf sowohl G. wie auch E. sie zum Einhalten des Termins zu animieren versuchen – C.’s Reaktion darauf besteht aus lautstark gebrülltem „ICHHABEDIESCHNAUZEVOLL!!!ICHHABEDIESCHNAUZEVOLL!!!“ Überhaupt würde angesichts der Lautäußerungen von den Kaputten heute jeder Brüllaffe vor Neid erblassen. E. begleitet C. zur Physiotherapie – und sie macht auch gegenüber der Therapeutin kein Hehl daraus, dass sie kein‘ Bock darauf hat. R. hat sein Bett vollgepisst & G. beseitigt die Sauerei. Nachmittags veranstaltet C. in ihrer absoluten Demenz im Zwei-Minuten-Takt Klingelterror bei den Pflegepersonen, um E. immer und immer wieder das Gleiche zu erzählen – als der daraufhin restlos entnervt irgendwann die Klingel abstellt ist C. mächtig angepisst. G. macht nochmal Einkäufe f. die Pflegefälle & kümmert sich zudem stundenlang um das Dreckloch sowie um die Berge von Pisswäsche der Kaputten. Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand jedesmal durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen und R. sogar behauptet (lügt!), bereits seine Medikamente genommen zu haben – was aber nicht der Fall ist. C.’s Ausweis zur Zuzahlungsbefreiung 2020 ist im Chaos des Drecklochs spurlos verschwunden – auch gut, ist selbstverursacht, löhnt sie eben!

12.12.19: E. kümmert sich marginal um das Pflegefälle-Dreckloch (G. ist in Brühl) & findet dabei schon wieder eins von C.’s Hörgeräten im Altpapier. Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert, die seitens der Physiotherapeutin dringend empfohlene Bewegung ebenso. Das Dreckloch stinkt nach Pisse. C. bleibt ganztägig mit Nachthemd im Bett liegen (steht erst zwecks Fernsehen um 18:30 Uhr auf), rührt keinen kleinen Finger & schreit nach Bedienung. R. sitzt nahezu ganztägig im Wohnzimmer und stiert vor sich hin. E. macht Einkäufe f. die Pflegefälle & kocht denen Essen. Das Essen (überbackenes, gefülltes Weißbrot – ein Riesenaufwand!) wird erst zermatscht & dann zurückgewiesen, weil die Kaputten ihren Zahnersatz nicht benutzen wollen: Die gehen hungrig vom Tisch: Auch gut, irgendwann siegt der Hunger über die Sturheit. Nachmittags klingelt C. bei den Pflegepersonen Sturm: „DIEG.SOLLMARUNTERKOMM!!!“ E. erklärt ihr lang und breit, dass G. auf Dienstreise in Brühl ist – was C. in ihrer Demenz schon wieder völlig entfallen war. C. zieht wieder ab. Zwei Minuten später das gleiche Spielchen. Nochmal zwei Minuten später wieder die gleiche Szene. Erneut zwei Minuten später die Wiederholung … – E. hat von der Lauferei die Schnauze voll und stellt die Klingel ab, woraufhin er umgehend wieder als das personifizierte Böse, als jemand, der sich nie um die Pflegefälle kümmert, hingestellt wird: Das ist wieder der Moment, in dem man die Bekloppten mit Vergnügen an die Wand nageln möchte! E. besorgt über die Tausch- & Gebrauchtwarenbörse einen Ersatz für die defekte Deckenlampe im Schlafzimmer der Pflegefälle. Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand jedesmal durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen. In der Küche der Dreckschweine würde jede wilde Kanalratte einen Herzanfall erleiden. Selbst in deren Wohnzimmer steht Schmutzgeschirr rum. Aus der Pflegefälle-Wohnung sind im Tagesverlauf immer wieder laute Fall- und Rumpelgeräusche zu hören – immer dann, wenn E. runter rennt um nach dem Rechten zu sehen heißt es: „WAANIX!“ Angriffe durch S.???

13.12.19: E. kümmert sich marginal um das Pflegefälle-Dreckloch & mistet u. a. völlig verschimmelten Biomüll (vormals Wurst) aus dem Kühlschrank im Dreckloch aus, was R. laut blökend und stinksauer mit „ISDOCHNOCHGOOOT!!!“ quittiert – eine Lebensmittelvergiftungsgefahr weniger! R. stürzt, als er sich hinsetzen will und einfach nach hinten fallen lässt, und zieht sich frische Hämatome zu – E. kann nicht rechtzeitig eingreifen, weil die Rollatoren im Wege rumstehen und alle Durchgänge blockieren. Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert, die seitens der Physiotherapeutin dringend empfohlene Bewegung ebenso. Das Dreckloch stinkt nach Pisse. C. bleibt bis zum späten Nachmittag mit Nachthemd im Bett liegen, rührt keinen kleinen Finger & schreit nach Bedienung. E. erledigt Einkäufe f. die Pflegefälle & kocht denen Essen. Er soll R. schon wieder Brot und Butter mitbringen, was er aber verweigert, da R. noch ein ganzes Brot und zwei Stücken Butter hat – woraufhin R. äußerst angepisst reagiert. Außer mit „KWAAAK!“ wird die Frage nach den mitzubringenden Lebensmitteln mit „BRAUCHNNIXHAAMALLES!!“ beantwortet. R. will E. für die Einkäufe zehn Euro geben, was E. aber mit dem Hinweis darauf, dass die Pflegefälle derzeit bei den Pflegepersonen mit gut fünfhundert Euro in der Kreide stehen, ablehnt. R. bezichtigt ihn daraufhin der Lüge und der Geldgier, weil er als Rentner ja alles umsonst bekommen müsste („Das hat die SPD so eingerichtet!“) – der alte Spinner merkt echt schon lange nichts mehr; keinerlei Ahnung von den Preisen und Verhältnissen! Später drückt R. E. mit den Worten „DAMITTEDIESNMONATFÜRUNSEINKAUFNKANNST! DASMUSSABERFÜRNMONATREICHN!“ 150 Euro i. d. Hand. Das sind pro Nase bei den Pflegfällen 50 Euro monatlich, macht täglich 1,66€ pro Nase. Dafür gibt’s ausschließlich Billignudeln (ohne Soße, versteht sich), Getränke aus dem Wasserhahn und vielleicht noch ein Brot pro Woche – nicht mal Klopapier ist dann in dem Betrag enthalten. E. rechnet ihm das vor. R. kapiert das aber nicht mehr und stellt E. als geldgierig hin. Als G. wieder aus Brühl zurück ist entsorgt sie weiteren vergammelten Biomüll der Pflegefälle (den die aber nicht im Kühlschrank gebunkert hatten, so dass das E. entgangen war) und fährt mit C. zum Einkaufen – wenn sie für die Kaputten tätig ist, dann wird das auf einmal akzeptiert und es finden sich sogar mitzubringende Waren – die auch umgehend und selbstverständlich bezahlt werden. Wenn E. das macht dann erntet er nur unverhohlene Ablehung – zum Kotzen, einfach nur zum Kotzen! Sie ist kaum zehn Minuten aus dem Haus als R. so kleinkindmäßig nach dem Schema „wo ist meine Mama will zu meiner Mama“ drauflos greint: „Wannkmommndiewiederwosindndie? Wasmachndiewobleibndiewiesodauert…? Wobleibndiesolangewarumdauertdassolangewasissndalosmensch!“ Das geht volle zwei Stunden lang so! Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand jedesmal durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen.

14.12.19: Nachts um 01:15 Uhr werden die Pflegepersonen zwecks Hilfeleistung aus den Betten geworfen, weil R. schwer gestürzt ist (nur Hämatome) – er geisterte in der Dunkelheit ohne jegliche Gehhilfe („BRAUCHICHNICH!“) zur Toilette. E. kümmert sich marginal um den Pflegefälle-Haushalt. Das Dreckloch stinkt abartig nach Fäkalien, aber gelüftet werden darf nicht, denn (O-Ton) „dann zieht es ja“. Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert, die seitens der Physiotherapeutin dringend empfohlene Bewegung ebenso. G. kocht Essen f. die Pflegefälle; anschließend ist ihr Topf im Dreckloch spurlos verschwunden. Das von E. am 12.12. langwierig zubereitete und von den Kaputten zermatschte Essen fault in deren Backofen vor sich hin. C. bleibt bis zum späten Nachmittag mit Nachthemd im Bett liegen (steht erst um 16:30 Uhr auf, zieht sich aber gar nicht erst um), rührt keinen kleinen Finger & schreit nach Bedienung. Sie will nach dem gestrigen Großeinkauf für Weihnachten backen, kramt alles her und stellt die Küche damit voll, bemerkt dass das mit Arbeit verbunden ist, lässt alles stehen und liegen und knallt sich für den Rest des Tages vor den Fernseher. Der Esstisch i. d. Küche der Kaputten bietet ein Bild des Grauens: In einer Lache aus verschütteter Milch schwimmen angefressene Essensreste, dazu ein Kochbuch und liegt Altpapier inklusive einer gebrauchten Damenbinde. In der Sauerei stehen Gläser mit verfaulten Säften. G. räumt hinter C. her und ist dem Nervenzusammenbruch nahe. G. kümmert sich um die Berge an Pisswäsche von den Kaputten. Monitoring, Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand jedesmal durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen und C. ihre Medikation dennoch komplett verweigert. Das schlägt sich in den Werten nieder: Zu hoher Blutdruck und Arrhythmien. R.  – er stinkt nach Scheisse – hat zu hohen Blutzucker mit Arrhythmien und ist stark dehydriert; Flüssigkeitsaufnahme wird verweigert und es hat sich um den letzten BZ-Mess-Streifen gehandelt. Da er nicht bereit ist, den Ersatz zu finanzieren, hat sich die BZ-Messung damit erledigt: Ist eben seine Gesundheit! Aber diesen Sachverhalt begreift er nicht mehr. G. & E. wollen die Pflegefälle mehrfach zum Besuch des nahe gelegenen Weihnachtsmarktes animieren (damit die mal rauskommen), doch das wird massiv & kategorisch abgelehnt.

15.12.19: S. begegnet E., kaum dass sie seiner ansichtig wird, mit Drohgebärden (Schlagversuche). Auf der Pisseschlüpferablage (aka Telefonbank) liegen wieder vollgepisste Schlüpfer von C. – Pants werden nach wie vor verweigert, die seitens der Physiotherapeutin dringend empfohlene Bewegung ebenso. E. kümmert sich marginal um das atemberaubend nach Pisse stinkende Dreckloch, in dem jeder Versuch zum Lüften seitens der Pflegefälle massiv torpediert wird. G. & E. entsorgen von den Kaputten in ihrem Kühlschrank gezüchtete biologische Kampfstoffe. C. bleibt bis zum Abend mit Nachthemd im Bett liegen, rührt in ihrem Saustall keinen kleinen Finger & schreit nach Bedienung. R. sitzt in der Küche & stiert vor sich hin. Medikation & Hinterherlaufen seitens E. bei allen Pflegefällen & jeder einzelnen Gabe aufgrund v. Verweigerung mit Glas & Tabletten i. d. Hand jedesmal durch’s Haus, wobei in den unkooperativ-unwillig-abweisenden Pflegefällen die Medikamente i. d. Mund gesteckt werden müssen.