So, und nun zum Abschluss noch das, was sich in der Dekade von 2010 bis 2019 getan hat: Der Karren steckt komplett im Dreck. Aber anstatt ihn zu entladen, wird immer mehr drauf gepackt und ordentlich Gas gegeben, auf dass er sich noch viel tiefer reinwühlt. Irgendwann ist er völlig im Schlamm versunken und das war’s dann! Das sind m. E. die Perspektiven dieses neuen Jahrzehnts. Frei nach Dieter Hildebrandt: „Deutschland, Deutschland über alles! Über alles wächst bald Gras! Sind wir erst einmal darunter sagt das Weiße Haus ‚das war’s‘!“

Der Zeitraum von 2010 bis 2019 ist ein Jahrzehnt mit weiteren Neuerungen: 3D-Drucker werden aufgrund sinkender Preise massentauglich und Smartphones sowie Tabletcomputer sind allgegenwärtig. Dem Neuseeländer Peter Jackson gelingt es überaus erfolgreich, die als unverfilmbar geltenden Bücher „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ von John Ronald Reuel Tolkien zu verfilmen. Fahrräder werden elektrifiziert – Pedelecs und E-Bikes – und erfreuen sich, wie aus den Verkaufszahlen hervorgeht, immer größerer Beliebtheit. Kriegführende Parteien setzen verstärkt auf die Kriegsführung mit Drohnen und auch für den Privatgebrauch sind (Foto-) Drohnen in Form von Quadrocoptern der Renner. Autonome Fahrzeuge und Elektroautos werden entwickelt. Bloß wo der Strom für die Dinger herkommen soll, danach fragt keiner: Man verzichtet auf viele kleine Auspuffrohre, ersetzt die durch den gigantischen Abluftkamin eines dreckigen Kohlekraftwerks, schreibt „Umweltschutz“ drauf, und gut is‘. Spätestens in diesem Jahrzehnt wäre es an der Zeit gewesen, ganz breit in die Wasserstofftechnologie einzusteigen (denn die existiert bereits), doch da das dezentral geschehen müsste und somit den Konzernen weniger Gewinn bringt ist eher das Gegenteil angesagt.

Musikalisch treten Urgesteine ab, so bspw. Joe Cocker, Runrig oder die Puhdys. Stattdessen wird Mainstream-Einheitsbrei, künstlich hochgepusht durch Casting-Shows, bevorzugt. Aber auch beliebte Schauspieler wie Götz George oder Jan Fedder verlassen uns für immer. So ziemlich alles hängt am Internet und das verführt zur ungebremsten Überwachung; Bespitzelungsskandale sind an der Tagesordnung, sowohl durch staatliche wie auch durch industrielle Täter. Der Bürger ist zum absolut gläsernen Menschen geworden und dadurch kann man ihn lenken: Wer das Denken beeinflusst, der braucht Aufstände nicht zu fürchten! Es handelt sich allerdings auch um ein Internet, welches alles andere als sicher ist und weswegen Cyberattacken niemanden mehr verwundern: Die Infrastruktur ist anfällig für aus dem Nichts kommende Angriffe geworden! Dagegen getan wird … – praktisch nichts, denn das würde ja mit Ausgaben verbunden sein und Ausgaben schmälern den Gewinn der Wirtschaft. Die wird quasi als „Heilige Kuh“ betrachtet. Da macht es auch nichts, wenn ein Konzern nach dem anderen in die Pleite schlittert oder vom noch größeren Konzern geschluckt wird – im politisch gewollten, ungebremsten Raubtierkapitalismus frisst der Große eben den Kleinen. OPEL, Quelle, Thomas Cook, Schlecker – alles Schnee von gestern und endgültig abgehakt.

Das Jahrzehnt beginnt mit Stilllegungen des europäischen Luftverkehrs, denn die Aschewolke nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island führt zu massiven Problemen. In Folge der Weltwirtschaftskrise kommt es zur Eurokrise nebst Bankenrettung, wobei es nicht die Banken sind, welche die Zeche bezahlen. Das Jahr darauf bringt in Deutschland die EHEC-Epidemie und am elften März 2011 kommt es in Japan zu einem schweren Erdbeben, welches einen Tsunami und die Atomkatastrophe von Fukushima zur Folge hat. Der Pazifik wird verstrahlt und das Problem bleibt bis heute ungelöst. Daraufhin wird hierzulande ganz langsam und widerwillig der Atomausstieg eingeleitet, wobei der Steuerzahler für die sichere Endlagerung des radioaktiven Mülls aufzukommen hat. Bloß: Ein sicheres Endlager existiert immer noch nicht.

Es kommt zu turnusmäßigen Demonstrationen der Rechtsradikalen in Bad Nenndorf. Die Zerstörungskraft der Stürme und Unwetter hat drastisch zugenommen. Mitteleuropa wird von Hochwasser heimgesucht – Schwerpunkte in Deutschland sind Passau, Deggendorf und Regensburg – und im russischen Tscheljabinsk kommt es zum Fall eines Meteoriten. Die Klimaerwärmung – wir sind mittendrin – kann keiner mehr leugnen; in Norddeutschland taucht zunehmend Viehzeug aus dem Süden auf, Anophelesmücken und Hyalomna-Zecken mit eingeschlossen. Matschige Winter und Dürreperioden im Sommer, dazu örtlich die Rationierung von Trinkwasser, sind zur Normalität geworden. Aufgrund von zuwenig Grundwasser beginnen ganze Wälder abzusterben.

Die afrikanische Ebola-Epidemie hält die Welt in Atem. Der IS erobert weite Gebiete Syriens und verwandelt die in Kriegsgebiete und die Krimkrise läutet einen neuen Kalten Krieg ein. Die Brexit-Abstimmung sorgt für eine schier endlose und sich über Jahre hinweg ziehende Lachnummer. Es kommt zur – von Merkel befürworteten – Flüchtlingskrise. Die Zeche zahlt Otto Normalverbraucher. Insbesondere viele Syrer verlassen ihr vom Krieg gebeuteltes Land und kommen nach Deutschland, denn wer Waffen exportiert, der erntet Flüchtlinge. Aber bundesdeutsche Politiker stehen über so simplen Tatsachen. Die betreiben reine Interessenpolitik und versenken lieber Milliardenbeträge für nichts und wieder nichts bei Beratern, in Mautphantasien usw. Nur: Was kann man von Menschen, die nie richtig gearbeitet haben, die z. T. nicht mal eine Ausbildung absolviert haben und die aufgrund ihrer sozialen Schicht in solche Positionen reingewachsen sind, schon anderes erwarten? Da sind Parteivorsitzende mit einer Gesangseinlage („Ich mach‘ mir die Welt wie sie mir gefällt!“) im Bundestag, wobei der höhnische Gesang auch gleich Programm ist – und zwar quer durch alle Parteien!

Wissenschaftler rufen weltweit den „March For Science“ gegen so genannte „alternative Fakten“ ins Leben – Fake News, die nicht selten von überheblichen, weltfremden Politidioten unterstützt oder sogar in die Welt gesetzt werden. Es ist auch wirklich schon kaum noch erträglich, wohin Bildungsmisere, Ignoranz und Unwissen führen, wenn bspw. Abiturienten nicht mal mehr zu korrekter Bruchrechnung befähigt sind, geschweige denn zur Dreisatzrechnung. Das Gros der Bevölkerung hat sich in fremdgesteuerte Konsumtrottel verwandelt. Im Jahr 2018 eskalieren die Spannungen zwischen Ost und West; die Welt steht so dicht vor einem Atomkrieg wie seit der Kubakrise nicht mehr. Ganz Deutschland wird von einer heftigen Grippe-Epidemie heimgesucht.

Politclowns und Lobbyisten tun sich ganz unverblümt zusammen; die Bevölkerung ist scheißegal geworden und so mancher vermeintlicher „Volksvertreter“ engagiert sich ganz offen in den Medien für die Lobbytruppe. Die deutschen Straßenzustände erinnern nicht selten an Pisten im australischen Outback oder im zentralafrikanischen Regenwald und das Gesundheitssystem wird so massiv zurückgefahren, dass jeder, der nicht gerade in einer Stadt lebt, so ziemlich am Arsch ist. Das Bildungssystem ist auf Kanalisationsniveau gebracht worden und simultan werden fehlende Fachkräfte bejammert. Die Medien bringen nur noch das, was die Herrschenden wollen – doch eine Zensur findet selbstverständlich nicht statt. Jedenfalls nicht offiziell. Die Schmutzarbeit dazu erledigen Werbeverträge und Anwälte. Mit merkwürdigen Gesetzen werden die einen bevorteilt (Asylrecht) und die anderen benachteiligt (H4): Das schürt die Unzufriedenheit und sorgt dafür, dass sich Teile der Bevölkerung gegeneinander ausspielen lassen. Immer frei nach dem Schema: Wenn zwei sich streiten dann freut sich der Dritte! Und der sitzt ganz oben …

Die Minijobs boomen. So mancher Arbeitgeber „vergisst“ dabei – natürlich „rein zufällig“ – seine Angestellten bei der Versicherung anzumelden. Das Nachsehen hat der einfache Arbeiter, dem dadurch eine spätere und geringere Rente winkt. Gerade im Bereich der kleinen Betriebe – das habe ich nicht nur selbst erlebt, sondern sogar ein Buch drüber geschrieben – spotten die Arbeitsbedingungen oftmals jeder Beschreibung und jeder gesetzlichen Grundlage. D. h. Arbeitnehmerrechte existieren nur noch auf dem Papier, aber in der Realität eher selten. Immerhin hat das Jahrzehnt aber auch einen Mindestlohn gebracht – wenngleich auch deutlich unter der Armutsgrenze und woraufhin viele Arbeitgeber ihren finanziellen Ruin bejammerten. Aber die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten nebst Altersarmut ist ganz unzweifelhaft beabsichtigt; insbesondere eine Partei, deren Name mit dem Begriff „Sozial“ beginnt, tut sich dabei höchst unrühmlich hervor. Im Gegenzug wurde das Renteneinrittsalter soweit erhöht, dass kaum noch einer aus der arbeitenden Klasse die Möglichkeit hat, seinen Lebensabend zu genießen und mit der Rentenbesteuerung werden bereits eingezahlte Gelder doppelt besteuert. Überhaupt sucht man nach Fachkräften, die alles mitbringen und befristet für ’nen Appel und ’n Ei tätig sein sollen, aber wer ist schon so strunzblöde?

Perspektivlosigkeit, mangelhafte Infrastruktur, Verarmung und Verblödung gepaart mit Anspruchsdenken führen häufig dazu, dass sich die Unzufriedenheit blind Bahn bricht: Amokläufe, Angriffe auf Rettungs- und Sicherheitskräfte sind an der Tagesordnung und die Deutschen sind zu blöde zur Bildung einer simplen Rettungsgasse geworden. Politisch hat es, wahrscheinlich aufgrund der Verarmung breiter Bevölkrungsschichten, einen Rechtsruck gegeben: Was früher als rechts betrachtet wurde gilt jetzt als vermeintliche Mitte und auch die Regierungspolitik schließt sich begeistert diesem Trend an, geben doch Scheinpolitik und Pseudogrüne den Weg vor. Wobei allerdings die wirklichen Probleme nicht angepackt werden, weil das ja der Wirtschaft schaden könnte. Wobei allerdings auch niemals über den nur allzu nahe liegenden Tellerrand hinweg gesehen wird. Stattdessen wird über Genderwahnsinn gefaselt und Veggienötigung versucht, während die Menschen zugleich mit der Begründung einer vermeintlichen „CO2-Einsparung“ abgezockt werden – als ob industriell und wirtschaftlich bedingte Emissionen über Verteuerungen weniger werden würden! Es gibt wieder Zwangsarbeit. Die wird zwar offiziell nicht so genannt, aber will man es anders bezeichnen, wenn die Jobcenter unter Androhung des Entzugs vom Existenzminimum die Arbeitslosen in beliebige Arbeitsverhältnisse zwingen?

Die deutsche Gesellschaft lebt in diesem Jahrzehnt geradezu den Wahnsinn der Selbstverstümmelung; es handelt sich um eine Gesellschaft, in der Wohlhabende höhnisch und abfällig auf die Masse der Verarmten herab blicken: Ein „Erfolg“ der Politik Merkels mit ganz wenigen Gewinnern und Unmengen an Verlierern! Die Arbeitslosigkeit ist offiziell soweit gesunken, dass wir uns unablässig der Vollbeschäftigung nähern, während zeitgleich Menschen hierzulande mangels finanzieller Mittel mitunter verhungern müssen oder vom Jobcenter – einem Staat im Staate – in den Suizid getrieben werden. Das alles dient der geradezu „heiligen“ Arbeitslosenstatistik. Die BA (im Volksmund auch „Bundesagentur für Statistikfälschung und Existenzvernichtung“ genannt) legt monatlich die neuesten Statistikfälschungen vor; es lebe die Lüge der Fake News! Deutschland ist zu einem familienfeindlichen Land verkommen, in dem die Einheimischen lieber auf Kinder verzichten – einerseits weil man sich die nicht mehr leisten kann und andererseits mangels Zukunftsperspektiven – so dass die Bevölkerung überaltert. Macht nichts: Importieren wir eben Leute von draußen und dann kann ein Einheimischer zehn Zugereiste „integrieren“. Am Ende des Jahrzehnts hat der Wahnsinn einen Namen, nämlich Deutschland – es lebe der neoliberale Rückschritt!