Frage: „Wenn es mir an zwei Stellen weh tut, reicht dann eine Schmerztablette oder muss ich zwei nehmen – eine für jede Stelle?“
Antwort: „Du kannst eine halbieren und beide Hälften einnehmen; dann werden beide Stellen erreicht!“
(Fundsache im Internet – KEIN FAKE!)

Vor einiger Zeit wurde ich per FB auf ein Video bei Youtube aufmerksam gemacht – ein Video, welches leider nur ein paar Tage lang verfügbar war (andernfalls würde ich es als abschreckendes Beispiel hier verlinken). In besagtem Video ging es um die Fridays-For-Future-Demos der Schüler. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich halte diese Demos für wichtig und richtig und es auch für unverzichtbar, die Klimawandel-Problematik in den politisch-wirtschaftlichen Brennpunkt zu rücken. Aber darum geht es mir gar nicht, denn ich will auf was ganz anderes raus. Denn wenn jemand gegen irgendetwas demonstriert, dann sollte er oder sie auch über das Thema informiert sein, um nicht als Vollidiot dazustehen.

Doch genau das geschah im erwähnten Video – und zwar ständig. Da fragte der Reporter: „Was ist CO2?“ Antwort des Demoteilnehmers: „Keine Ahnung, an dem Tag habe ich in Chemie gefehlt!“ Oder eine weitere Frage des Reporters: „Was ist H2O?“ Das Ergebnis war genauso Fehlanzeige. Mit der Frage nach den Ursachen des Klimawandels verhielt es sich grausam ähnlich. Alle Interviewten wurden direkt gezeigt. Kann gut sein, dass der oder die eine im Nachhinein nicht als Vollpfosten dastehen wollte und deswegen besagtes Video schnell wieder gelöscht worden ist. Jedenfalls – als ich das sah, da dachte ich mir nur: „Doitschlant, daine Bildunck!“ (BTW: Ich weiß selbstverständlich, wie das orthografisch korrekt geschrieben wird!) und erinnerte mich an die hirnrissige DHMO-Kampagne längst vergangener Zeiten (zur Erläuterung vgl. HIER).

Im Rahmen der Klimaproteste wird immer wieder so ein merkwürdiges „Co2“ bemüht – ähem Leute … Das bedeutet „Kobalt zum Quadrat“ und ist ziemlich sinnlos! Mit Kohlendioxid (CO2) hat das nämlich absolut gar nichts zu tun. Derartige Differenzierungen sollten eigentlich ab der achten, spätestens aber neunten Klasse in der Realschule geläufig und selbstverständlich sein! Werft dazu doch bitte mal einen Blick auf das PSE … Aber kann man das in einem Land eigentlich erwarten, in dem so mancher Abiturient an Dreisatz, Prozent- oder gar Bruchrechnung scheitert? Heute auch wieder: Da las ich einen marktschreierisch aufgemachten, sensationsheischenden Artikel, in dem behauptet wurde, auf das jüngst in China aufgetretene Coronavirus gäbe es ein US-Patent! Äh, hallo? Coronaviren sind höchst wandlungsfähige RNA-Viren (zu denen sehr viele Krankheitserreger zählen) und selbstverständlich gibt’s darauf Patente – nämlich auf die veränderten, abgeschwächten Viren, die als Impfstoffe verwendet werden, ergo auf die Impfviren! Das hat doch mit der Seuche in China rein gar nichts zu tun! Was soll denn dann so eine hirnlose Panikmache?!? Das ist kanalisationsmäßiges BLÖD-Niveau für Doofe!

All das hat einerseits mit Allgemeinwissen und andererseits mit Wissenschaft zu tun. In der Wissenschaft gibt’s keinen Königsweg! Da nützt das Handydaddeln und Rumlabern nicht viel, denn da muss man wirklich was lernen. Und zwar mühsam von der Pike auf. Sonst geht man unter – oder gleich drauf … Das, was wir heute wissen und auch tagtäglich verwenden, verdanken wir der Wissenschaft und den findigen Köpfen, die es verstanden haben, Wissenschaft beginnend mit der Mathematik über Physik, Chemie, Biologie, Technik, Informatik usw. in alltagstaugliche Produkte umzusetzen. Theoretisches Wissen umzusetzen bedeutet aber auch, „um die Ecke“ denken zu können, also ausgetretene Pfade des Denkens zu verlassen. Das wiederum funktioniert nur mit einem Mindestmaß an Bildung und eben daran scheint es mittlerweile ganz gewaltig zu hapern!

Woran liegt’s? Die Höhe der gesamten öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland von 1995 bis 2018 hat sich fast verdoppelt. Das sieht oberflächlich betrachtet doch schonmal sehr gut aus! Doch wenn man etwas an der Hochglanzoberfläche zu kratzen wagt, dann findet sich darunter eine ziemliche Ungleichheit von Bildungschancen und ergo auch eine ziemliche Ungleichheit in der Verteilung der Bildungsausgaben – die dann auch wieder die maroden Schulen ganz logisch erklärt. Wie ist das zu verstehen? Der Anteil von Geringqualifizierten, die eine Schule ohne weiterführenden Abschluss verlassen, ist hierzulande höher als bspw. in Kanada, Polen, der Schweiz oder den USA (wie Yahoo berichtet). Das aber liegt daran, dass die Bildungs- und Aufstiegschancen in Deutschland stark von der sozialen Herkunft abhängen: Die Wirtschaft braucht keine kreativen Querdenker, sondern stattdessen genormte, mitlaufende Fachidioten. Wer nicht in dieses Muster passt, der wird gnadenlos aussortiert. So funktioniert Personalmanagement und danach richten sich unsere Bildungsanstrengungen respektive die Schulen.

Wird – dem neoliberalen Irrsinn sei Dank – die Schicht von niederer sozialer Herkunft immer größer und die Schicht von höherer sozialer Herkunft im Gegenzug kleiner, dann verteilen sich die Bildungsausgaben, ganz egal wie sehr sie auch steigen mögen, automatisch immer mehr auf die Institutionen, die eine höhere Bildung anbieten. Bedeutet: Unten wird mit der Gießkanne großräumig so verteilt, dass jeder wenig bekommt und oben wird gezielt an wenigen Stellen viel ausgeschüttet. Um aber gleiche Bildungschancen gewährleisten zu können, müsste es sich eher umgekehrt verhalten. Simples Beispiel: Jemand aus prekären Verhältnissen kann zwar schlau sein, aber wenn sein Elternaus ihm keine Bildung geben und auch keine Nachhilfe finanzieren kann, dann ist er chancenlos. Wohingegen jemand aus gehobener sozialer Schicht mittels zusätzlichem Hauslehrer problemlos soweit getrimmt wird, dass er eine Hochschule abschließen kann – notfalls regelt Papi das eben mit einem Scheck. So funktioniert ein durch und durch krankes System, welches einzig dazu dient, einer bestimmten Schicht ein gutes Auskommen zu sichern. Das aber führt zur Weltherschaft der überheblichen Dummheit – und dann bleibt einem wirklich nur noch übrig zu sagen: „Doitschlant, daine Bildunck!“