Manchmal muss man Daten von Gerät A auf Gerät B übertragen und hat dafür keine Kabelverbindung – entweder weil beide Geräte inkompatibel zueinander sind, zu weit voneinander entfernt stehen o. ä. Ein typisches Beispiel für so eine Situation ist die Übertragung von Fotos auf einem Handy zum häuslichen Computer. Abhilfe ist in solchen Fällen durch die Nutzung von Cloudspeicher-Diensten möglich und ich will einmal am Beispiel von Google Drive zeigen, wie das unabhängig vom gerade vorliegenden Betriebssystem im Detail funktioniert.

Google Drive beinhaltet in der kostenlosen Version 15GB Cloudspeicher, der aber – wenn er nicht ausreichen sollte – kostenpflichtig aufgestockt werden kann. Bitte beachten: Der Drive-Speicher ist die Summe aus Google Drive, GMail, Google-Fotos etc. Hat man folglich ein total zugemülltes GMail-Postfach von beträchtlicher Größe, dann steht auch für Google Drive entsprechend weniger an Speicherplatz zur Verfügung! Lässt man allerdings etwas Datendisziplin walten und löscht nicht mehr benötigte Daten, dann kommt man mit den 15GB spielend aus.

Die Prämissen für die Nutzung von Google Drive sind das Vorhandensein eines x-beliebigen Browsers und eines Google-Accounts (d. h. einer eingerichteten GMail-Adresse respektive eines Google-Kontos). Ich werde nachfolgend mal zwei Formen des Datentransfers beschreiben, nämlich einerseits vom Handy zum Computer (bzw. umgekehrt, gilt genauso für Tablets oder Computer zu Computer oder Handy zu Tablet etc.) und andererseits vom einen Absender an einen anderen Empfänger.

A) Dateien hochladen

1. Im Browser „drive.google.com“ in die Adresszeile eingeben.
2. Einloggen in das eigene Google-Konto (GMail-Adresse und Password werden benötigt).
3. Links oben den Button „+ Neu“ anklicken.
4. „Ordner hochladen“ (bzw. Dateien hochladen) auswählen und anklicken.
5. Den zu übertragenden Ordner auf dem sendenden Gerät auswählen und mit „Hochladen“ zu Google Drive schicken.
6. Der Upload dauert etwas; wie lange hängt vom Datenvolumen ab (s. u.).
7. Ausloggen.

B) Dateien runterladen

1. Im Browser „drive.google.com“ in die Adresszeile eingeben.
2. Einloggen in das eigene Google-Konto (GMail-Adresse und Password werden benötigt).
3. Mit der rechten Maustaste auf den infrage kommenden Ordner klicken.
4. Auf „Herunterladen“ klicken.
5. Der Ordner wird automatisch zum ZIP-Archiv gepackt und runtergeladen.
6. Auf dem eigenen Rechner das Archiv entpacken und der Ordner ist da.
7. Ausloggen.

C) Dateien anderen zur Verfügung stellen

Absenderseitig:
1. Daten hochladen wie unter „A“ beschrieben.
2. Mit der rechten Maustaste auf den zu teilenden Ordner klicken und „Freigeben“ wählen.
3. Die Mailadresse des Empfängers eingeben (ggf. im Textfeld um eine kurze Info erweitert) und den Button „Senden“ betätigen.
4. Der Empfänger erhält per Mail eine „Einladung zur Zusammenarbeit“ nebst Freigabeinfo für diesen Ordner und kann ihn runterladen.
5. Ausloggen
Empfängerseitig:
6. Der Empfänger loggt sich mit drive.google.com wie o. b. ein.
7. Er klickt links auf „Für mich freigegeben“.
8. Der Ordner erscheint und er klickt mit der rechten Maustaste auf den Ordner.
9. Der Empfänger wählt „Herunterladen“.
10. Der Ordner wird als automatisch gepacktes ZIP-Archiv auf den PC des Empfängers runtergeladen.
11. Der Empfänger entpackt das Archiv und der Ordner ist da.
12. Ausloggen.

Soviel zum Datentransfer mit Google Drive: Das funktioniert wirklich super-einfach und zuverlässig! Nur muss der Absender der Daten jetzt natürlich noch mit seinem Speicherplatz haushalten. D. h. er muss die nicht mehr benötigten Daten in der Cloud löschen, damit seine 15GB Cloudspeicher (vgl. oben) nicht irgendwann aufgebraucht sind. Das funktioniert so:

1. Der Absender loggt sich ein.
2. Er löscht den nun nicht mehr benötigten Ordner.
3. Der Ordner erscheint dadurch zwar nicht mehr, aber er ist nicht wirklich weg und verbraucht nach wie vor Speicherplatz.
4. Das kommt daher, dass der Ordner bislang nur im Papierkorb des Cloudspeichers liegt.
5. Papierkorbsymbol des Cloudspeiches (rechts oben) anklicken.
6. Ordner mit der rechten Maustaste anklicken und „Entfernen“ wählen, was ihn endgültig löscht.
7. Ausloggen.

Zu beachten ist noch, dass links in der Cloud-Navigation angezeigt wird, wieviel Speicherplatz belegt ist und wieviel noch verbleibt. Wird etwas im Papierkorb gelöscht, dann stimmt diese Anzeige bis zum nächsten Neuaufbau der Seite nicht mehr u. d. h. erst an dem nächsten Login wird wieder ein korrekter Betrag angezeigt. Doch ich meine, das ist nur ein klitzekleiner Bug, den man bei einem Gratis-Angebot durchaus in Kauf nehmen sollte.

Bleibt abschließend noch die Frage zu klären, ob sich der Datentransfer mit Google Drive für jegliche Art von Daten eignet. Die Antwort darauf ist ein ganz klares Jein, denn die Datenmenge macht’s. Bei kleinen Datenvolumina von 5-10MB (je nachdem was das Postfach zur Verfügung stellt) ist die Übertragung als Mailanhang bequemer und somit auch geeigneter. Bei größeren Datenvolumina schlägt das Upload-Nadelöhr der http- und https-Protokolle voll durch: Erfahrungsgemäß erfordern rund 200MB etwa eine Stunde zum Hochladen, somit 1GB etwa fünf Stunden und 15GB gut drei Tage. Muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man sich das wirklich antun will. Ich für meinen Teil ziehe die Grenze bei rund 0,5GB aus ganz pragmatischen Gründen, denn selbst wenn so ein Upload im Hintergrund läuft, so beansprucht das doch merklich die Rechner-Ressourcen. Ach ja, nur der Vollständigkeit halber: Eine Übersicht der von Google Drive unterstützten Dateitypen ist HIER zu finden.