Eigentlich hatte ich ja nach etwas ganz anderem gesucht. Eigentlich war es mir darum gegangen, mit einer Freeware ein RGB-Bild in den Lab-Farbraum zu konvertieren, es darin zu bearbeiten und es anschließend zurück zu konvertieren. Warum? Weil für starke Tontrennungen das Lab-Format ideal ist. Wenn man bspw. im RGB-Original kaum zu unterscheidende Grüntöne hat, dann führen bei Lab bereits geringfügige Eingriffe in den Farbkanälen a oder b zu deutlich unterschiedlichen Farben. Um’s kurz zu machen: Ich hab’s nicht hinbekommen. Das ist mal so ein typisches Beispiel, welches zeigt, dass Photoshop der Freeware GIMP in manchen Dingen noch deutlich überlegen ist.

Allerdings sagte ich mir auch „geht nicht gibt’s nicht“ und habe daher etwas rumprobiert, und zwar mit der portablen Windows-Freeware PhotoFiltre, die sich im Laufe der Jahre von einer ursprünglich recht überschaubaren Filtersammlung zu einer mittlerweile wirklich beachtenswerten Bildbearbeitung weiterentwickelt hat. Dabei herausgekommen ist eine Methode, um üblicherweise eher flach erscheinende Makrofotografien deutlich plastischer aussehen zu lassen. Zugegeben, das funktioniert nicht mit jeder Aufnahme, aber der Versuch lohnt sich allemal.


Das Originalbild.


Die plastischere Makroaufnahme mit besserer Tontrennung.

Wie funktioniert das jetzt? Denkbar einfach, nämlich nach folgendem Schema:
– PhotoFiltre starten und das Originalbild mit „File/ Open“ laden.
– „Layer/ Duplicate“ auswählen und im Filmstreifen links „Layer 1“ anklicken.
– „Filter/ Relief/ Relief more“ anklicken.
– Rechts unter „Opacity“ einen Wert um die 50% einstellen.
– Darunter bei „Blend mode“ die Überlagerungsart „Multiply“ auswählen.
– „Layer/ Merge all layers“ anklicken.
– Das fertige Bild mit „File/ Save as“ abspeichern.

Das Bild ist jetzt zwar geringügig dunkler als das Original, doch nahe beieinander liegende Farbtöne sind besser getrennt und es wirkt insgesamt plastischer, insbesondere bei den feinsten Strukturen. Man erkennt das überdeutlich, wenn beide Bilder so groß wie möglich unmittelbar nebeneinander liegen (was hier im Blog technisch so leider nicht ohne Weiteres machbar ist). Übrigens: Bei Landschaftsbildern kommt dieser Effekt kaum bzw. eher sogar qualitätsmindernd zum Tragen – hab’s ausprobiert. Deswegen sollte man das da auch lieber bleiben lassen.