Ich hab‘ da was gefunden, und zwar eher zufällig. Es handelt sich um eine Unterrichtung DURCH die Bundesregierung (federführend Bundesministerium des Innern vom 21. Dezember 2012). In Folge von SARS 2002/2003 und EHEC 2011 hat es nämlich im Jahr 2012 eine Pandemie-Studie unter der Regie des RKI für Deutschland gegeben. Diese Studie ist im Web beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe noch heute zu finden; sie trägt den Titel „Ergeb­nis Ri­si­ko­ana­ly­se ‚Pan­de­mie durch Vi­rus Mo­di-SARS'“ und stammt aus dem Jahr 2012, publiziert als „Anhang 4, S. 55ff“ in der „Drucksache 17/12051 vom 03.01.2013„. Besagte Studie ist acht Jahre alt und wirklich ÄUßERST lesenswert! Warum? Weil sie das aktuelle Corona-Geschehen detailliert vorweg nimmt. Hier mal ein paar Auszüge aus dem Text nebst der regierungsseitigen Handlungen der letzten acht Jahre:

– Ist das Ereignis erwartet? Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein natürliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird.
* Handlung: Ignoranz.

– Bisher gibt es keine Richtlinien, wie mit einem Massenanfall von Infizierten bei einer Pandemie umgegangen werden kann. Diese Problematik erfordert komplexe medizinische, aber auch ethische Überlegungen und sollte möglichst nicht erst in einer besonderen Krisensituation betrachtet werden.
* Handlung: Ignoranz.

– Krisenstäbe werden zeitnah einberufen und übernehmen die Leitung und Koordination der Maßnahmen.
* Handlung: Gegenteilig.

– Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Aufrechterhaltung der Versorgung höchste Priorität eingeräumt wird, die Versorger entsprechende Anstrengungen unternehmen und dass somit nicht mit großflächigen Versorgungsausfällen zu rechnen ist.
* Handlung: Gegenteilig durch Globalisierung.

– Logistik: Ausfälle an einzelnen Punkten innerhalb der Lieferketten multiplizieren sich aufgrund der komplexen Interdependenzen. Personalausfälle führen hier deshalb mitunter zu erheblichen Einschränkungen bzw. zu Unterbrechungen von Lieferketten.
* Handlung: Ignoranz.

– Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorgung bricht bundesweit zusammen. Die personellen und materiellen Kapazitäten reichen nicht aus, um die gewohnte Versorgung aufrecht zu erhalten … Der überwiegende Teil der Erkrankten kann somit nicht adäquat versorgt werden … Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt. Da Krankenhäuser, Arztpraxen und Behörden in der Regel auf schnelle Nachlieferung angewiesen sind, die Industrie die Nachfrage jedoch nicht mehr vollständig bedienen kann, entstehen Engpässe.
* Handlung: Gegenteilig durch Globalisierung (Chinaimporte).

– Ernährungswirtschaft: Die Produktion von Lebensmitteln ist nicht in gewohnter Menge und Vielfalt möglich.
* Handlung: Ignoranz.

– Lebensmittelhandel: Die Versorgung mit Lebensmitteln ist nicht in gewohnter Menge und Vielfalt möglich.
* Handlung: Ignoranz.

– Notfall- und Rettungswesen: Trotz maximalen Einsatzes können die Aufgaben v. a. während der Höhepunkte der Erkrankungswellen nicht bewältigt werden.
* Handlung: Gegenteilig durch Verminderung zwecks Gewinnmaximierung (Schließung von Notfallwachen, Krankenhäusern u. ä.).

Und nun wird es etwas pikant. Die Studie geht von einem per Tröpfcheninfektion übertragenen, hypothetischen Coronavirus aus. Die einzigen wirklichen Unterschiede zwischen dem Studien-Szenario und der derzeitigen Realität bestehen darin, dass im Rahmen der Studie von drei Ansteckungen pro Infiziertem und von 10% Letalität ausgegangen wurde. Aktuell sind es sechs Ansteckungen pro Infiziertem und 4% Letalität – diese Unterschiede gleichen sich vermutlich in etwa wieder aus. Ferner wurde im Rahmen der Studie angenommen, dass unmittelbar nach dem Auftreten der Erstinfektion ein Krisenstab gebildet und binnen 48 Tagen rigoros gehandelt wird. Der Corona-Krisenstab wurde real gut vier Wochen nach der ersten Infektion gebildet. Die umgehend erforderlichen Maßnahmen werden jetzt erst punktuell (aber keineswegs flächendeckend wie erforderlich) und zögerlich umgesetzt.

An der in der Studie geforderten Richtlinie, wie mit einem Massenanfall von Infizierten bei einer Pandemie umgegangen werden kann, mangelt es seit acht Jahren. Acht Jahre: Das waren bzw. sind die Gesundheitsministerdarsteller Daniel Bahr (Bankkaufmann), Hermann Gröhe (Anwalt) sowie Jens Spahn (Bankkaufmann) – also alles in medizinischer Hinsicht hochkompetente Fachleute! Über allem schwebt Merkel unerreichbar auf ihrer rosa Wolke, erzeugt von den Fabrikschornsteinen der Wirtschaft. Es wäre allerdings falsch, nur die CDU zu betrachten, denn auch die SPD stand durchaus in ihrer GroKo-Verantwortung. Im Grunde genommen müsste man die Pandemie-Studie aus dem Jahr 2012 massenhaft ausdrucken und allen seit 2013 am Merkel-Regime Beteiligten so lange um die Ohren hauen, bis keiner von denen mehr aufsteht! Denn was wir so Pandemie-mäßig gerade erleben, das ist ein vermeidbares Chaos mit Ansage, weil es sich nämlich um eine Seuche mit Ansage handelt!

Um nicht missverstanden zu werden: Ich gebe unserer Regierung keineswegs die Schuld an Covid-19. Dafür kann die absolut nichts! Ich gebe ihr aber die Schuld an der bislang nahezu ungebremsten Seuchenausbreitung und an dem dadurch verursachten Chaos. Zu wissen, dass mit so etwas in absehbarer Zeit zu rechnen war und es zu ignorieren, ist in meinen Augen grob fahrlässig. Obendrein im Einzelfall auch noch gegenteilig zu den Erfordernissen zu handeln betrachte ich als vorsätzlich körperverletzend. Und das sollen Vertreter der Bevölkerung sein?!? BTW: Aktuelle Infektionszahlen findet ihr bei der JHU.