Die Corona-Epidemie bahnt sich ihren Weg durch Deutschland. Heute, am 20.03.2020, meldet die JHU um 17:43 Uhr allein für Deutschland 18.361 Infektionen mit bisher 52 Toten: Stündlich kommen Tausende hinzu. Lt. RKI entfallen auf Niedersachsen morgens um 10:00 Uhr 803 Infizierte und gerüchteweise ist im Umlauf, dass es auch bei uns im Ort zwei Fälle geben soll. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt worden. Ich selbst habe (unbezahlte) „Corona-Ferien“ bis Ende April. Meine Frau soll ab kommende Woche Homeoffice machen, allerdings ohne die dazu erforderliche, technisch-perihere Ausrüstung. Ihr Arbeitgeber hat ihr empfohlen, die auf eigene Kosten „irgendwie“ zu beschaffen – was um’s Verrecken nicht einzusehen ist. Und wer installiert das dann (unbezahlt)?!? Manche Arbeitgeber machen sich die Sache verdammt leicht! An dieser Stelle erst einmal ein kleiner Einschub: Wenn man die vollmundigen Versprechungen von Altmaier und Co im Fernsehen erlebt, dann sollte eigentlich keiner finanzielle Nachteile durch die Krise erleiden. Eigentlich … – uneigentlich gelange ich ganz unwillkürlich immer mehr zu dem Schluss, dass das ganze Gelabere dieser so genannten „Volksvertreter“ alles nur erstunken und erlogen ist!

Doch zurück zum Thema. Wie lebt es sich in so einer Krise? Ich werde in absehbarer Zeit 62 Jahre alt (wenn ich denn Corona überstehe) und habe so etwas noch nicht erlebt. Erlebt habe ich aber bereits häufiger Versorgungsengpässe, Pandemien und die Notwendigkeit, auf mich allein gestellt zu sein. Insofern stehe ich der Angelegenheit doch recht gelassen gegenüber – es ist zwar ernst, aber nicht hoffnungslos und es gibt keinen Grund zur Panik. Infizieren werden wir uns über kurz oder lang vermutlich ohnehin so ziemlich alle. Eine Mehrheit übersteht es. Ein Minderheit nicht. Warten wir’s also ab. Begibt man sich nach draußen – Bank, Post, Arzt, Lebensmitteleinkauf – dann fällt auf, dass bei uns im Dorf wesentlich weniger Menschen als sonst unterwegs sind. Man kann zwar noch nicht vom „Totentanz“ sprechen, aber allzuviel fehlt daran wirklich nicht mehr. Das Geräusch von der einen Kilometer entfernten A2 ist deutlich leiser geworden und dafür hört man mal wieder die Vögel singen. In Bad Nenndorf werden die REHA-Kliniken zur Aufnahme normaler Krankenhauspatienten vorbereitet, damit die Krankenhäuser für die Corona-Fälle zur Verfügung stehen. Zu allem Überfluss sind Trickbetrüger in Schutzkleidung unterwegs, die vorgeben, vom Gesundheitsamt zu kommen, um sich auf diese Weise Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen: Manche Leute schrecken auch vor gar nichts zurück!

Die Leute, die man auf der Straße sieht, tragen häufig Einmalhandschuhe und im Ausnahmefall auch mal Atemschutzmasken der ungeeignetsten Kategorie: Was soll das bringen? Es wird Wert auf Abstand gelegt – Klebestreifen auf den Fußböden signalisieren, wieviel Abstand man halten und Klebekreuze wo man sich hinstellen soll. Mein Kontakt mit Arztpraxen erstreckt sich auf fehlende Unterlagen, die dann draußen in extra dafür angebrachten Briefkästen abzuholen sind. Die Polizei patroulliert merklich häufiger als sonst. In den Discountern ist man bemüht, die Regale schnellstmöglich wieder aufzufüllen, doch die Lieferketten sind z. T. unterbrochen und daher bleiben viele Regale leer. Kassiererinnen und Kassierer sitzen hinter Plexiglasverschalungen und tragen Handschuhe. Bargeld wird nur noch im Ausnahmefall angenommen; es lebe das Plastikgeld! Zudem wird gezählt, wieviel man einkauft und wieviele Personen sich im Markt aufhalten. Mehr als zwei (mitunter auch drei) Teile vom gleichen Produkt werden nicht abgerechnet und die Kunden zurück geschickt, was durchaus problematisch werden kann, wenn man – wie ich – die Einkäufe für gleich zwei Haushalte zu erledigen hat. Nimmt die Anzahl der Kunden zu stark zu, dann muss draußen Schlange gestanden werden – auch nicht gerade ansteckungsvermeidend … Mal ganz abgesehen davon ist so ziemlich alles andere geschlossen, Vereinsaktivitäten und Treffen sind abgesagt, Veranstaltungen dito usw.

Folglich bleibt man so lange es geht zuhause und muckelt da so vor sich hin. Unser Rasen müsste mal wieder gemäht werden, aber der Mäher hat endgültig den Geist aufgegeben – ein neuer Mäher ist zwar bestellt, doch wann der kommt steht in den Sternen. Die Garagentorhalterung habe ich repariert. Da liegt Müll für den Wertstoffhof, doch der ist auch geschlossen. Die Steuererklärung ist erledigt – dieses Mal per Post zum Finanzamt gechickt, nachdem ich da am Montagmorgen vor verschlossener Tür gestanden habe. Mittlerweile sind alle Ämter zu. Obwohl wir (noch) keine Ausgangssperre haben – ich bin sicher, dass die kommen wird – ist jetzt die große Zeit des Papierkrieges angebrochen und da wird so Schreibkram-mäßig all das erledigt, was man schon viel zu lange aufgeschoben hat.

Unsere Pflegefälle halten uns ohnehin über Gebühr auf Trab; allein bei mir sind es z. Zt. täglich im Mittel so um die sieben Stunden an Pflegeleistungen. Pflegeleistungen, die von den Kaputten allerdings nicht gesehen werden (und auch nicht gesehen werden wollen). Die drei Pflegefälle können die Krise rein verstandesmäßig auch gar nicht mehr erfassen, wähnen sie die Seuche doch im fernen China und verstehen die ganze Aufregung nicht. Stattdessen wird sich darüber aufgeregt, wenn es das, was die gerade haben wollen, nicht zu Kaufen gibt. Mein Schwiegervater vermag es ganz und gar nicht mehr zu begreifen, dass plötzlich keiner mehr Bargeld annehmen will, denn eine Plastikkarte ist für den nur „so ein Ding“ und kein Geld. Es klingt zwar böse, ist aber realistisch: Es könnte gut sein, dass das Virus unsere schier unerträgliche Pflegesituation über kurz oder lang entspannen wird. Heute hätte eine Neubegutachtung von Schwiegermutter durch den MDK stattfinden sollen – die fiel aus; stattdessen sind Unterlagen einzureichen und dann wird nach Aktenlage entschieden, ob es zur Hochstufung in PG 4 kommt.

Jetzt werden erstmal die Rechner aufgeräumt; die Zeit dazu habe ich nun ja. Hin und wieder guckt man auch mal den einen oder anderen Film; meine diesbezügliche Sammlung ist umfangreich genug. Wenn man viel Zeit hat, dann kann man auch mal Projekte in Angriff nehmen, die man immer schonmal machen wollte. Binnen zwei Tagen habe ich mir jetzt den „A-Team Mix“ gebastelt. Das ist meine Hommage an eine meiner Lieblingsserien aus den 1980er Jahren. Musikalisch habe ich dazu das Metal-Cover von Sylvain Cloux mit dem orchestralen Original von Mike Post verwurstet, weil mir das Cover zu kurz und das Original zu zahm war. Das Ganze wurde dann noch mit ein paar Filmdialogen aus der englischsprachigen Originalserie unterlegt, die primär auf den ewigen Kleinkrieg zwischen BA und Murdock sowie auf BA’s Flugangst anspielen. Letztlich kamen noch ein paar zusammengesuchte Bilder hinzu … Der Mix ist nicht perfekt – das weiß ich. Ich bin aber auch kein Toningenieur. Ich glaube aber, dass man sich’s trotzdem anhören kann!

Für diejenigen, die es interessiert: Wie geht man bei so einem Mix vor? Ich habe das so gemacht: Zuerst mal die beiden Musikstücke genommen, beim leiseren Track die Peaks beseitigt und das dann hinsichtlich des Pegels normalisiert, so dass beide Tracks ungefähr gleich laut waren. Danach ging es an das Zusammenfügen – d. h. an geeigneter Stelle schneiden und kombinieren. Die Filmdialoge wurden aus dem Web runtergeladen, ausgesucht, auf das, was ich brauchte, zurechtgeschnitten, normalisiert und gleichfalls an geeigneter Stelle eingefügt. Das Ganze war mit zig Formatkonvertierungen verbunden, versteht sich. Zuletzt kamen dann noch die Bilder hinzu, um ein Video daraus zu machen.