Ich fotografiere ja häufiger Panoramaaufnahmen. Zum Zusammensetzen der Bilder verwende ich standardmäßig zwei Programme, nämlich MS ICE (kostenlos) bevorzugt für kleine Brennweiten. Kleiner Tipp dazu: Ich habe es NICHT hinbekommen, die aktuelle Version unter Windows 10 zum Laufen zu bringen. Stattdessen läuft da die uralte Version 1.3.5 als 1:1-Kopie einer Win7-Installation portabel.

Bevorzugt für größere Brennweiten setze ich PanoramaStudio ein. Das ist zwar Kommerzware, aber die 35€ Kaufpreis allemal wert, wenn man „in Panos macht“. In den aktuellen 30-Tage-Testversionen klatschen die ein grausames Wasserzeichen in die Panos. Mir liegt hier die uralte Version 1.5.3 vor, die es mal vor vielen, vielen Jahren als Vollversion auf einer PC-Zeitschriften-CD gab. Die 1:1-Kopie von deren Installation unter Win7 läuft auch portabel unter Win10. BTW: Der Hersteller gibt Uralt-Versionen vom PanoramaStudio kostenlos ab. Die älteste derzeit noch erhältliche Version ist v1.6.0 – kann sein, dass die auch noch uneingeschränkt läuft; müsstet ihr bei Bedarf einfach mal ausprobieren.

Wenn beim MS ICE die Einzelbilder eines Panoramas nicht zueinander passen, dann beendet MS ICE die Panokonstruktion mit dem letzten passenden Bild. Bei PanoramaStudio läuft das anders – da kommt eine Warnmeldung hinsichtlich sehr wenig gefundener Überlappungen und der Anwender muss dann entscheiden, ob er das Pano mit dem wahrscheinlich nicht passenden Bild montiert haben möchte oder ob nicht. Will man besagtes Bild verwenden, dann würgt PanoramaStudio das auf Biegen und Brechen auch irgendwie zusammen. I. d. R. gibt’s aber nur Bildfehler, weil’s eben einfach nicht passt. Manchmal allerdings haben derartige Bildfehler einen ganz eigenen Reiz und eignen sich hervorragend zur Verfremdung bzw. zum Erzeugen von unmöglichen Fotos. Wie das funktioniert will ich nachfolgend mal kurz beschreiben.

Im einfachsten Fall hat man ein Bild.


Die Originalaufnahme.

Das wird unter einer beliebigen Bildbearbeitung geladen, horizontal gespiegelt und unter anderem Namen gespeichert.


Das gespiegelte Bild.

Beide Bilder lädt man nun als „Panorama“ unter PanoramaStudio und erzwingt dort die Pano-Erstellung. Heraus kommt eine Überlappung aus Original und Spiegelung.


Das so genannte „Panorama“ (das eigentlich ja gar keins ist).

Aus diesem „Panorama“, das eigentlich ja gar keins ist, schneidet man anschließend mit einer beliebigen Bildbearbeitung ein Foto in geeigneten Standardmaßen raus und fertig ist das unmögliche Bild.


Das unmögliche Bild.

Zumeist allerdings funktioniert es nicht ganz so simpel, weil einfach zuwenig zueinander passt. Dann müssen die verwendeten Fotos zunächst vor dem Spiegeln halbwegs passend beschnitten werden.


Eins der Originalbilder.


Der Zuschnitt des ersten Originals.


Das zweite Originalbild.


Es wird horizontal gespiegelt …


… und ebenfalls zugeschnitten.

Beide Zuschnitte werden nun mittels PanoramaStudio wieder zum erzwungenen Pano zusammengeführt.


Das erzwungene Pano.

Zuletzt nimmt man wieder den Ausschnitt in den Standardmaßen vor.


Das unmögliche Bild.

Ob diese Panoramaspielereien Panokunst sind oder nicht vermag ich nicht zu entscheiden. Reizvoll sind solche absichtlich erzeugten Bildfehler aber allemal und es eignet sich auch nicht jede Aufnahme dafür – da muss man eben etwas rumprobieren. Also immer dran denken, wenn ihr ein Foto seht: „Ein Bild lügt mehr als tausend Worte!“ 🙂


Noch ein Beispiel …