Vor 4,57 Milliarden Jahren entstand die Erde. Sie hatte rund 90% der Masse des heutigen Planeten: Ein schnell rotierender, glutflüssiger Lavaklumpen im All. Nur ein paar hunderttausend Jahre später, nämlich vor 4,527 Milliarden Jahren kollidierte ein marsgroßer Kleinplanet namens Theia mit diesem Lavaklumpen. Dabei wurde ein Teil der Masse herausgesprengt und ein Teil der Masse von Theia vereinigte sich mit der unserer heutigen Erde. Die herausgesprengten Trümmer bildeten zunächst eine die Erde in niedrigem Orbit umkreisende und sich nach und nach zusammenballende Wolke von Gesteinsmaterial. Diese Wolke machte ungefähr ein Sechstel der Masse unserer Erde aus und konnte daher aufgrund ihrer Anziehungskraft enorme Gezeitenkräfte auf den Planeten wirken lassen, womit der rasche Planetenrotation abgebremst worden ist – Erde und Mond waren entstanden. Seither entfernt sich der Mond von der Erde. Zwar langsam, aber messbar.

Es ist auch eben dieser Mond, der das Leben auf der Erde maßgeblich beeinflusst – vielleicht sogar auch erst ermöglicht – hat. Durch das Abbremsen der raschen Rotation konnte sich eine halbwegs stabile Erdkruste ausbilden. Auch entstand im Zuge der Rotationsverminderung der „Dynamo“ im Erdinneren, der unser vor kosmischer Strahlung schützendes Magnetfeld erst ermöglicht. Die Anziehungskraft des Mondes stabilisierte die Erdachse und damit zuvor chaotische Klimabedingungen. Zeitsprung – Milliarden Jahre später: Der in der Atmosphäre vorhandene Wasserdampf war über rund 100 Millionen Jahre abgeregnet und hatte die Meere gebildet. Der Mond sorgte für Ebbe und Flut. In den Wattenbereichen entstand genau das Leben, das später das Land eroberte. Es handelt sich auch um das Leben, dessen chronobiologische Zyklen z. T. maßgeblich vom Mond gesteuert werden. Oder, anders ausgedrückt: Das Leben – so wie wir es heute kennen – wäre ohne den Mond wohl gar nicht erst entstanden!

Das sind nur ein paar der Gedanken, die mir regelmäßig durch den Kopf gehen, wenn ich abends oder nachts zum Mond hochblicke. Aktuell ist wieder Vollmond – „Seed Moon“ oder „Saatmond“, weil der April ja die Zeit der Aussaat ist. Also die Zeit, in der der Garten nach Aufmerksamkeit schreit. Der eigentliche Vollmond ist zwar erst morgen, aber vergangene Nacht stand der Scheinwerfer schon taghell am Himmel. Am auffallend klaren Himmel, jedenfalls so gegen 03:00 Uhr. Eine halbe Stunde später störte dann der aufkommende Hochnebel die klare Sicht etwas. Die halbe Stunde konnte ich aber für ein paar Aufnahmen nutzen und hier sind sieben Stück davon: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!