Die Coronakrise ist noch nicht vorbei. Sie dauert an und das Virus wird uns wohl auch erhalten bleiben – ob wir nun wollen oder nicht. Aber ein paar vorläufige Corona-Lehren kann ich jetzt schon ganz persönlich aus der Krise ziehen. Sachen, die ich immer schon vermutete, aber die mehr oder weniger unbewiesen geblieben sind. Nun, die Coronakrise hat dafür gesorgt, dass ich meine Vermutungen bestätigt finde – Vermutungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Welche Vermutungen sind das?

– Selbst in Krisen- oder Notzeiten unterstützen Politiker (also so genannte „gewählte Volksvertreter“) praktisch ausschließlich die Großen und lassen die Kleinen getrost hängen und vor die Hunde gehen (auf dass die Großen noch gößer werden).
– Der Wissensstand in der Bevölkerung befindet sich nach wie vor im freien Fall, was durchaus eine Folge der über Jahrzehnte hinweg unzureichenden Zwei-Klassen-Bildung sein könnte.
– Unsere Medien haben sich von der neutral-sachlichen Berichterstattung komplett verabschiedet und präsentieren nur noch einseitige, sensationsheischende Meldungen, wobei auch nicht davor zurückgeschreckt wird, alte Hüte als das Neueste vom Neuen zu verkaufen.
– Der Deutsche ist nach wie vor ein obrigkeitshöriger, kritikloser und nur allzu gerne mitlaufender Untertan, der lieber denken lässt als mal sebst zu denken (und vermutlich nicht nur der Deutsche).
– Inzwischen sind mehr mehr Menschen an Corona verblödet als verstorben.
– Wer etwas skeptisch hinterfragt und nicht mit der von oben her vorgegebenen Meinung konform geht gilt als Verschwörungstheoretiker.
– Wer eine andere Meinung hat, hat eben nicht nur eine andere Meinung, sondern ist auch gleich ein Feindbild.
– Toleranz gibt es nicht.
– Der typische Deutsche führt selbst die unsinnigsten Befehle aus, wenn das von oben her vorgegeben wird, wenn Angst erzeugt wird und wenn Strafe droht.
– Politiker scheuen nicht davor zurück, das Grundgesetz mit Füßen zu treten, wenn es ihrer Machtgeilheit dient.
– Politische Pläne werden nicht aufgrund von Krisen entwickelt, sondern Krisen werden geschaffen bzw. aufgebauscht, um politische Pläne durchzusetzen.
– Wenn etwas nur geringfügig komplizierter als „1+1“ ist, dann wenden sich die Leute davon ab und glauben stattdessen ungeprüft jeden Scheiß!
– Willkommen im Polizeistaat, denn die Angst vor Repressionen bei Nichteinhaltung von z. T. ausgesprochen blödsinnigen Vorschriften ist wesentlich gößer als die Angst vor der Seuche selbst.
– Wer eine gehobene soziale Position innehat, der kann zwar ruhig blöd wie hundert Meter Feldweg sein, aber er gilt trotzdem automatisch auf jedem Gebiet als ausgewiesener Experte.
– Wenn man die Menschen voneinander isoliert, dann hat man es mit leicht zu knechtenden Einzelnen zu tun und nicht mehr mit einer ernstzunehmenden Bewegung.
– Auch wenn Politiker frühzeitig von echten Fachleuten deutlich vorgewarnt worden sind, so zeichnen sie sich doch durch Aussitzen, Ignoranz und im Fall der Fälle durch hilflose Kopflosigkeit aus.
– In Deutschland gibt es viel mehr Experten mit Facebookbachelor, Youtubemaster und Googledoktor als real studierte Akademiker.
– Politiker sind mitunter so abgehoben und realitätsfremd, dass sie über den Naturgesetzen stehen.
– Lieber etwas völlig Sinnloses tun, um blinden Aktionismus zu zeigen, als echte Maßnahmen zu ergreifen!
– Ganz egal, welche Maßnahmen man ergreift: Sie müssen billig und schnell umsetzbar, aber nicht wirklich nützlich sein!
– Wenn eine Krise da ist, dann werden eben nicht bereits vorhandene und durchaus ausreichende Gesetze angewandt (was man ja tun könnte), sondern stattdessen ganz schnell neue Gesetze geschaffen, die der Politik noch mehr Macht einräumen und welche die Grundrechte der Bürger einschränken.
– Vom so genannten mündigen Bürger sind wir weiter denn je entfernt.
– In Zeiten des Klopapiermangels kann man genausogut das Grundgesetz nehmen.
– Aufgrund der leidigen Globalisierung mangelt es am Nötigsten, sobald die Handelsketten ausfallen.
– Punktuelle Notmaßnahmen lassen eingespielte Abläufe außer acht und verlaufen daher nutzlos im Sande.
– Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!
– Öffentlich-rechtliche Medien geraten in Krisenzeiten zu reinen Propagandainstrumenten.
– Politiker können Gefahren nicht einschätzen und treffen folglich auch keine Vorsorge.
– Für unsere so genannte „Elite“ ist, wie einst im Mittelalter, Geld wichtiger als Menschenleben.
– Die Bevölkerung ist nur ein überaus lästiges Anhängsel der Wirtschaft.
– Es ist normal wenn Politiker lügen und absolut unnormal wenn sie tatsächlich mal die Wahrheit sagen.
– Der typische Deutsche schreibt Denunziation auch heute noch so groß wie damals im Dritten Reich.
– Die BLÖD und ähnliche Revolverblätter sind viel kompetenter als jede Fachliteratur!
– Die tägliche Erwerbsarbeit funktioniert in vielen Fällen auch umweltschonend vom Homeoffice aus, was allerdings dem zwanghaften Kontrollwahn gewisser Bosse entgegen steht.

Ich glaube nicht, dass die Mehrheit meiner Mitmenschen die gleichen Schlüsse wie ich aus der Krise ziehen wird, denn das müsste sich in Wahlergebnissen niederschlagen und es wird sicherlich nicht der der Fall sein. Oder, um abschließend Oliver Kalkofe zu zitieren: „Der Deutsche als Masse ist einfach zu blöd für die Demokratie!“