„Ruckel-ruckel-Standbild. Ruckel. Bild und Ton asynchron. Ruckel. Standbild. Ruckel-ruckel-ruckel-Standbild-ruckel…“ – und so geht es endlos weiter. Mit ’ner 50.000er DSL-Leitung. Das Ganze nennt sich neue Medien und wird über’s Internet übertragen. Musik ist ja völlig OK. Video ist eine Zumutung, die einzig dazu dient, einem den Blutdruck in die Höhe zu treiben. Ja, ich weiß … – mein zehn Jahre alter Win7-Rechner mit 2GB RAM ist nun wirklich nicht mehr up to date. Aber er tut’s noch. Außer bei Videos. Mit 8GB RAM – hab’s ausprobiert – geht es dann nämlich schon einigermaßen flüssig und mit nur wenig Rucklern.

Aber – verflucht nochmal! – ich sehe es um’s Verrecken nicht ein, mir bei jeder technischen Neuerung andauernd neues Equipment zulegen zu müssen! Sowas ist – neben der damit verbundenen Abzocke – nämlich auch ’ne Form von Umweltverschmutzung. Der nächste Mt. Elektroschrott ist schon beachtlich angewachsen! Mal ganz abgesehen davon rangiert mein Videokonsum ohnehin unter ferner liefen. Was also tun, wenn man einen Film zu einer Zeit, die einem selbst in den Kram passt, mit altem Rechner störungsfrei angucken will? Runterladen! Was sonst?

Zum Runterladen gibt es Video-Downloader. Nach meiner Erfahrung kann keiner alles. Es muss also rumprobiert werden. Außerdem – und das sei gleich vorweg gesagt – sind ausnahmslos ALLE Video-Downloader RAM-Fresser. D. h. das Laden eines solchen Programms, bis man es dann endlich benutzen kann, dauert. Den Vogel hat dabei auf meiner 2GB-RAM-Anlage MediathekView abgeschossen. Da muss man nach dem Programmstart schonmal so 10 bis 15 Minuten Geduld haben, bevor es läuft. Aber wenn es erstmal läuft, dann ist das einwandfrei. Wenn ich ein Video – woher auch immer – runterladen will, dann verwende ich dazu fünf verschiedene Verfahren, frei nach dem Motto: „Versuch macht kluch‘!“ Eins der Verfahren klappt dann schon – jedenfalls meistens. Welche fünf Verfahren sind das?

1. Firefox:
Dieses Verfahren funktioniert nur bei den Öffentliche-Rechtlichen Sendern, also ARD, ZDF, Kika, Arte, 3sat, den Regionalprogrammen usw. Sollte das gewünschte Video dort gelaufen sein, dann lohnt es sich IMMER zuerst, es mit diesem Verfahren zu versuchen. Warum? Weil es mit großem Abstand am einfachsten und am schnellsten ist. Allerdings ist einschränkend zu sagen, dass die Mediatheken der ÖR-Sender hierbei leider nur unvollständig erfasst werden. Also, wie geht das? Bei Firefox muss die Menüleiste eingeschaltet sein. Anschließend ruft man MediathekDirekt auf, sucht sich dort den fraglichen Film und startet die Wiedergabe. Sobald die läuft – ein paar Sekunden reichen i. d. R. schon aus – geht man auf „Datei/ Seite speichern unter“ und kann besagtes Video in bestmöglicher Auflösung und im MP4-Container auf die Festplatte bannen. Listet MediathekDirekt das Video nicht und ist es stattdessen aber in der Mediathek des betreffenden Senders zu finden, dann kann man das gleiche Verfahren auch dort versuchen – die Erfolgschancen für einen Download stehen erfahrungsgemäß bei etwa Fity-Fifty.

2. Video Download Helper:
Auch hier wird wieder Firefox benötigt, und zwar aufgerüstet mit dem Add-On „Video Download Helper“. Das besteht aus zwei Teilen, nämlich dem kostenlosen Add-On selbst und der kostenpflichtigen Begleitanwendung. Das Add-On selbst lädt Filme im MP4-Container runter und ist völlig OK. Aber mit WebM o. ä. kann es absolut nichts anfangen. Dazu wird die Begleitanwendung – die aus „Video Download Helper“ heraus nachträglich zu installieren ist – benötigt. Nimmt man davon die kostenlose Version, dann bratzt die einem einen riesigen QR-Code in das Video, so dass man sich’s im Grunde genommen nicht mehr angucken kann. Löhnt man für die Begleitanwendung, dann entfällt dieser Schrecken. Aber soviel sind mir die Videos nicht wert. Wenn jedoch ein Video sowohl als MP4 wie auch als WebM verfügbar UND die Begleitanwendung installiert ist (egal ob kostenlos oder bezahlt), dann ist ein vernünftiger MP4-Download NICHT mehr möglich! Der Video Download Helper eignet sich vorzugsweise für Youtube, Vevo, Soundcloud u. ä.

3. ClipGrab:
Die Freeware ClipGrab ist ein zusätzliches Downloadprogramm, allerdings portabel. Sein Schwerpunkt liegt bei Youtube & Co. MP4 wird immer und WebM vereinzelt unterstützt. Im letztgenannten Fall konvertiert die Software das Video automatisch nach MP4. ClipGrab ist immer dann einen Versuch wert, wenn der Video Download Helper aufgrund der Begleitanwendung ausscheidet.

4. MediathekView:
Auch das Freeware-Programm MediathekView muss optional auf den Rechner gebracht werden. Die Software setzt zudem eine vorhandene Java-Installation voraus. Bei mir verhielt es sich so, dass die Installerversion absolut NICHT lief, während die portable Version problemlos ist. Allerdings weist das Programm zwei Einschränkungen auf: Einerseits braucht es nach dem Start gefühlte ewig und drei Tage bevor es wirklich betriebsfähig läuft (dann ist es allerdings sehr zuverlässig) und andererseits werden NUR die Mediatheken der ÖR-Sender erfasst – allerdings vollständiger und umfangreicher als bei MediathekDirekt (welches m. W. die Online-Version von MediathekView ist). Wodurch die Unterschiede in den beiden Mediathekenlisten zustande kommen ist mir unbekannt. Übrigens ist MediathekView DAS Mittel der Wahl, wenn es um Sendungen von Arte geht.

5. Kastor All Video Downloader:
Die Freeware Kastor All Video Downloader kommt als Installer. Bei diesem Programm ist es wirklich nützlich, wenn man bereits über die exakte Stream-URL verfügt und dann arbeitet es ausgesprochen zuverlässig. Leider aber ist besagte URL nicht immer ganz einfach zu ermitteln. Außerdem stößt sich mitunter von Zeit zu Zeit manchmal der eine oder andere Virenscanner mit seinem Heuristik-Amoklauf an der Software und macht sie kaputt, so dass sie häufiger neu installiert werden muss. Deswegen ist für mich der Kastor immer nur der „Notnagel“, wenn alles andere nicht hinhaut.

Letztlich legen alle diese Downloadverfahren das Video mit unterschiedlichen Video- und Audio-Codecs im MP4-Container ab. Wenn so ein Film aber so ziemlich überall laufen soll (Handy, Tablet, Flatscreen, Sat-Receiver, DVD-Player, PC usw.), dann empfiehlt es sich unbedingt, ihn zuvor nach XviD-MP3-AVI zu konvertieren. Das erledigt die (portable) Freeware XMedia Recode. Zugegeben, das Video ist dann deutlich größer als bei MP4, aber auch um Welten kompatibler.