Endlich ist er weg! Oder: Der Exorzismus des John Tier … 😉 Ich heiße es absolut nicht gut, wenn irgendwelche Dreckschweine ihren Müll irgendwo wild in die Botanik kippen. Aber heute war ich fast soweit, dass ich die verstehen konnte. Heute habe ich nämlich unseren alten Rasenmäher inklusive des darin hausenden Dämons namens John Tier entsorgt. Kam so: Das Mistding hatte mich ja schon seit Jahren bis auf’s Blut gereizt und unendlich viele Nerven gekostet, so dass zu Anfang diesen Jahres eine Neuanschaffung fällig wurde (die ja auch nicht so richtig problemlos über die Bühne ging; ich habe inzwischen schon ein Rasenmäher-Trauma). Nachdem dann feststand, dass der neue Rasenmäher funktioniert, rief ich beim für uns zuständigen Abfallentsorger, dem AWS, wegen des alten Rasenmähers an. „Das ist gar kein Problem“, säuselte die freundliche Dame am anderen Ende der Telefonleitung und teilte mir mit, dass der zuständige Recyclinghof in Bad Nenndorf das Altgerät annehmen wird.

Hmm… Ja… Also… Der Recyclinghof in Bad Nenndorf ist immer nur am ersten und dritten Donnerstag im Monat nachmittags geöffnet. Das dieser Termin mit meinen Arbeitszeiten vereinbar ist, geschieht eigentlich bestenfalls zweimal jährlich. Es geschah aber. Bloß war da Lockdown angesagt und der Recyclinghof geschlossen. Heute hat er erstmals wieder geöffnet und es passte zum zweiten (und vermutlich letzten) Mal in diesem Jahr. Da wurde gestern also Schwiegervaters dreißig Jahre alter Opel Asthma mit dem Rasenmäher und mit allem möglichen anderen Geraffel randvoll gepackt. So fuhr ich heute hin – noch zeitig vor dem Öffnungstermin. War auch ganz gut so, denn eine Viertelstunde vor Öffnung hatte ich nur elf Autos vor mir: Super! BTW: Als ich später wieder rausfuhr, da reichte das durchaus absehbare Verkehrschaos von der Umgehungsstraße bis in die Stadt hinein – aber das nur mal als kleine Anmerkung am Rande.

Jedenfalls durfte ich irgendwann reinfahren und meinen Zehner an „Eintrittsgeld“ abgeben. Prüfender Blick des AWS-Mitarbeiters in den Kofferraum: „Was’n das für’n Mäher – elektrisch?“ „Nee, Benziner. Ich hatte vorher extra die AWS-Zentrale angerufen und die meinten, das wäre kein Problem.“ „Da haben Sie ’ne falsche Auskunft erhalten. Wir nehmen nur Elektromäher. Benziner können Sie, wenn die trocken sind, in Sachsenhagen loswerden. Müssen Sie Öl und Benzin ablassen und in verschließbaren Gefäßen mitbringen. Dann wird überprüft, ob der Mäher auch wirklich trocken ist.“ „Und dann darf ich nochmal bezahlen?“ „Der Mäher gilt danach als Metall. Das sind zehn Euro. Öl und Benzin gelten als Gefahrstoffe; die werden nach Gewicht berechnet.“ „Bedeutet, ich muss den Mäher wieder mitnehmen?“ „Ja.“ „Und wo kann ich den sonst loswerden? Ich meine nass?“ „Hier im Landkreis gar nicht. Nirgends. In Hannover sähe das vielleicht anders aus, aber die AHA ist für diesen Landkreis nicht zuständig.“ Ich stand kurz davor, in die Motorhaube zu beißen! Beim Ausladen des Mülls meinte dann ein anderer AWS-Mitarbeiter zu mir: „Den Rasenmäher nehmen Sie aber wieder mit?“ „Ja – auch wenn ich keine Ahnung habe, wo ich das Scheißding loswerden soll!“ Wobei mir allerdings so der Reservekanister mit Benzin und Streichhölzer durch den Kopf gingen. „Rufen Sie mal den Lieferanten an. Die sind eigentlich zur Altgeräterücknahme verpflichtet. Manchmal machen die das sogar!“ „Ja, danke!“

Zurück gefahren. Mit John Tier im Kofferraum. Ich konnte das hämische Grinsen des Dämons im Rückspiegel sehen! Ich überlegte: Gekauft hatte Schwiegervater diese Ausgeburt der Hölle vor zehn Jahren im RLB-Markt in Rohrsen (7km entfernt). Den Markt gibt’s schon seit Jahren nicht mehr. Es sollte alles nach Lindhorst verlagert werden (18km entfernt), hieß es. Zuhause recherchiert und mit Lindhorst telefoniert: „Nein, sowas machen schon lange nicht mehr. Aber fragen Sie mal in Stadthagen nach!“ In Stadthagen (25km entfernt) angerufen: „Ja, kein Problem. Auch nicht, wenn Flüssigkeiten drin sind. Machen wir! Kommen sie ruhig vorbei; wir haben heute bis 18:30 Uhr geöffnet!“

Wie jetzt?!? Ich war baff. Ich vermutete Hintergedanken. Ich vermutete eine neue Bosheit von John Tier. Ich wurde enttäuscht! Die haben das Ding sang- und klanglos zurückgenommen, kostenlos, auch wenn sie John Tier schon seit Jahren nicht mehr führen. Ich konnte es kaum fassen! Völlig perplex fuhr ich nach Hause. Gut, der Tag ist angesichts der vielen Juckelei gelaufen und ich will auch gar nicht wissen, wieviele potenzielle Corona-Kontakte ich heute hatte. Aber John Tier bin ich los – HA! Der befindet sich jetzt da, wo er zu Recht hingehört: Auf dem direkten Weg in die Hölle! Oder, um es mit Rage zu sagen: „Straight To Hell“. Darauf ein Schaumsüppchen aus Hopfen und Malz auf Bierdeckel … 🙂