„Wie wäre es denn, wenn wir die Verhältnisse mal umkehren würden? Wir bezahlen im Pflege-, Gesundheits- und Medizinwesen vernünftig und klatschen zum Ausgleich dafür Beifall für die Politiker!“
(Erkenntnis aus der Corona-Krise)

Die Virusfamilie der Coronaviren (Coronaviridae) kennt man seit über einem halben Jahrhundert. Diese RNA-Viren mutieren sehr schnell; man spricht von „genetisch hochvariabel“. Das befähigt sie, als „species jumper“ zu agieren – d. h. sie überspringen aufgrund ihrer Mutationsfreudigkeit spielend die Artenbarrieren. Vier dieser Arten lösen beim Menschen rund die Hälfte bis hin zu zwei Dritteln der als „Grippaler Infekt“ bekannten Erkältungskrankheiten aus. Einige davon stehen im Verdacht, auch an Herzinfarkten maßgeblich beteiligt zu sein – wenn sie sich nämlich nicht auf die Atmungsorgane beschränken. Drei weitere dieser Arten können nach heutigem Kenntnisstand beim Menschen schwere bis lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen. Das sind SARS, MERS und CoViD-19 (wobei CoViD-19 für „Corona Virus Disease 2019“ steht). Nachfolgend soll es ausschließlich um CoViD-19 gehen. Hinzuzufügen ist UNBEDINGT, dass es sich bei allem, was jetzt folgt, um meine ganz persönliche Meinung handelt.

Da Coronaviridae genetisch hochvariabel sind, existiert auch eine ganze Reihe von Wirten. Die reicht vom Amphibium über die Vögel bis hin zum Säugetier. Ein Säugetier ist dabei hinsichtlich der Mutationen solcher Viren von ganz besonderer Bedeutung, nämlich die Fledermaus. Die Fledermaus – genauer: das Fledertier – verfügt aufgrund seiner Lebensbedingungen zwangsläufig über ein Immunsystem, welches sehr viel stärker als das des Menschen ist. Ein Virus, welches das Fledertier „überleben“ will, muss sich daher schon wirklich gewaltig anstrengen. Trifft ein solches Virus irgendwann auf den Menschen, dann gilt es als Turbovirus, als Verursacher von Infektionen mit merklich hoher Todesrate. Das war bei Marburg und Ebola so und bei CoViD-19 ist es nicht anders. Betrachtet man das Genom von CoViD-19, dann gibt es keinerlei Indiz für eine gentechnische Beeinflussung durch den Menschen. Bei einem Turbovirus wäre das aber auch gar nicht nötig.

CoViD-19 kann durchaus aus der Natur kommen – von der Fledermaus direkt auf den Menschen oder aber von der Fledermaus über Zwischenwirte auf den Menschen. Da diese Gefahr sehr real ist, befassen sich weltweit etliche Laboratorien mit der Erforschung solcher Turboviren. Zwischen Forschung und militärischem Einsatz – ich weise ausdrücklich auf das Dual-Use-Problem hin – besteht mitunter nur ein sehr schmaler Grat, vor allem dann, wenn Militärs die betreffenden Forschungen sogar finanzieren. Es ist folglich durchaus denkbar, dass ein solches Turbovirus wie CoViD-19 aus eben so einem Labor – wie auch immer – entwichen ist. Es ist aber auch genausogut denkbar, dass ein Staat ein solches Turbovirus im Einzugsbereich eines solchen Labors in einem fremden Staat freisetzt, um die Funktionalität einer Biowaffe mit geringer Letalität in der Praxis zu testen und dem anderen Staat das Problem in die Schuhe zu schieben um eben diesen anderen Staat wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Für CoViD-19 sind alle drei Szenarien (Natur, Labor, Anschlag) gleich wahrscheinlich. Letztlich ist der Ursprung auch ziemlich egal: Das Virus ist da und wir müssen lernen, damit zu leben.


Modellierung einer Krankheitsausbreitung.


Modellierung täglicher sozialer Kontakte.

Jetzt mal ein kleiner Einschub: Ihr habt sicherlich schonmal von der Weizenkornlegende bei der Erfindung des Schachspiels gehört. Der Erfinder des Schachspiels hatte den Auftrag zur Spielentwicklung von seinem Herrscher erhalten und da der Letztgenannte vom Schach recht angetan war, sollte der Erfinder sich eine Belohnung ausdenken. Der wollte auf dem ersten Feld des Bretts ein Weizenkorn, auf dem zweiten Feld zwei Weizenkörner und dann immer die Verdoppelung, also 4, 8, 16, 32 usw. haben. Dem Herrscher erschien dieser Wunsch sehr bescheiden, doch am Ende wäre irgendwas in der Größenordnung von um die 18,45 Trillionen Weizenkörner rausgekommen – um viele Größenordnungen mehr, als es auf der ganzen Welt gab. Diese Legende behandelt ein exponentielles Wachstum, und zwar eine simple Verdoppelung. Womit wir bei der Reproduktionszahl r0 von CoViD-19 wären. Die beläuft sich nämlich ohne Maßnahmen auf „nur“ moderate 6 (zum Vergleich: Pocken liegen bei 20-65). Bezogen auf die Legende des Schachspiels entspräche das einer Versechsfachung von Feld zu Feld. Wie eine entsprechende Krankheitsausbreitung bei nur einem einzigen, unerkannten Infektionsfall aussehen kann, ist der obigen Grafik zu entnehmen: Es wird eine „Infektionslawine“ ausgelöst.

Was führt zur Krankheitsausbreitung? Das sind die Ansteckungen im Rahmen der täglichen sozialen Kontakte, also die Begegnung mit anderen Menschen, die nicht immun sind. Die werden infiziert, also angesteckt. Bei einem luftübertragbaren Virus reicht dazu das Atmen und das Sprechen bereits aus. Husten und Niesen bewirken selbstverständlich eine weiträumigere und gründlichere Verteilung des Virus. Wenn man den ersten Infektionsfall isoliert – wenn man also rechtzeitig konsequent handelt, was man von den selbsternannten „Krisenmanagern“ Söder und Laschet nicht gerade behaupten kann, weil die Pandemie hierzulande ja in deren Verantwortungsbereich ihren Ausgang gemommen hat – dann spielen die sozialen Kontakte praktisch keine Rolle. Lässt man aber den „initial case“ ungeschoren andere anstecken (so wie es geschehen ist), dann spielen die sozialen Kontakte die wesentliche Rolle. Wenn man sich also die täglichen sozialen Kontakte anschaut, dann sollte es doch auch möglich sein, dort die stärksten Ansteckungsquellen zu finden und zu minimieren. Genau das ist beim Lockdown geschehen: Arbeit, Kantinenessen, Einkauf, Kita, Schulbus und Schule wurden soweit wie möglich reduziert.

Zurück zur Reproduktionszahl. Verringert man mit Maßnahmen wie bspw. einem Lockdown r0 auf einen Wert um oder unter 1, dann ist eine Seuche beherrschbar. Genau das passierte beim Lockdown – der nicht nötig gewesen wäre, wenn gewisse „Krisenmanager“ wenigstens ein rudimentäres Minimum an Fachwissen mitgebracht hätten, aber das ist eine andere Geschichte und so mussten eben aufgrund der Unfähigkeit von ganz Wenigen alle darunter leiden. Als sich herauskristallisierte, dass die Pandemie nicht mehr aufzuhalten ist, war der Lockdown durchaus korrekt und angebracht. Das viele Menschen eben dadurch ihre wirtschaftliche Existenz verlieren, war zwar absehbar und auch zu erwarten, doch die fehlende Vorsorge für einen solchen Fall ist wieder der Unfähigkeit gewisser, selbsternbannter „Krisenmanager“ anzulasten – außerdem lenkt das Management einer Krise ja auch so wundervoll vom vorausgegangenen, eigenen Versagen ab – aber auch darum soll es hier gar nicht gehen.

Nochmal zurück zur Reproduktionszahl: Die unter 1 zu halten um die Seuche beherrschen zu können und somit unser kaputtgespartes Gesundheitssystem vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren ist von entscheidender Wichtigkeit. Ein – die Gefahr ursprünglich grundfalsch einschätzender – Gesundheitsminsterdarsteller namens Jens Spahn setzt daher auf noch nicht existente Impfungen nach einem neuen, die DNA des Menschen verändernden und noch nie am Menschen getesteten Verfahren (Stichworte BionTech und CureVac). Herkömmliche Impfstoffentwicklungen nach dem Schema von abgetöteten oder abgeschwächten Viren oder Antikörpern oder Hüllbruchstücken dauern ihm zu lange: Verständlich! Dafür braucht man übrigens 11 bis 15 Jahre. Nur: Haftet ein Herr Spahn eigentlich persönlich dafür, wenn ich oder meine Nachkommen oder deren Kindeskinder irgendeinen wie auch immer gearteten, gesundheitlichen Nachteil durch diese DNA-verändernde Impfung erleiden? Ich meine: Es handelt sich schließlich bei solchen Impfstoffen um das größte gentechnische Experiment zur Erbgutveränderung in der Geschichte der Menschheit! Ich bin absolut kein Impfgegner, ganz im Gegenteil sogar. Aber diese Sache wäre mir viel zu heiß – da ziehe ich es doch vor, es auf die reale Infektion ankommen zu lassen: Immerhin habe ich mindestens eine 80%ige Überlebenschance!

Um die Reproduktionszahl auf unter 1 zu drücken ist es unverzichtbar, die Infektionsketten zu unterbrechen. Die Corona Warn App ist ein (alleine unzureichendes) Instrument dazu. Ja – es ist prinzipiell möglich, damit ein Kontakt- und Bewegungsmuster zu erstellen. Aber es ist auch verdammt kompliziert! Es gibt nämlich viel effektivere Möglichkeiten, die längst im Einsatz sind. Wer davor Angst hat, der darf nämlich bspw. Android, WhatsApp oder Facebook nicht benutzen, denn damit funktioniert das sehr viel einfacher. Der ist am besten beraten, wenn er sein Smartphone im Klo runterspült und seinen PC niemals einschaltet. Das Einhalten von Abstandsregeln und die eigene Hygiene (Händewaschen!) sind weitere Mittel zum Unterbrechen der Infektionsketten und wahrscheinlich sogar noch wichtiger als die umstrittene App. Das aber nur mal als kleiner Einschub am Rande.

Doch selbst wenn es eine Impfung nach dem „regulären“ Muster (was ich befürworten würde) gäbe: Coronaviren sind im Grunde genommen Erkältungsviren! Eine Erkältung kann man locker viermal im Jahr bekommen! Warum? Weil das verursachende Virus mutiert und sich ein durch vorausgegangene Infektion erworbener Schutz (was gegenüber dem Impfschutz praktisch keinen Unterschied macht) dann als wirkungslos erweist. D. h. eine erworbene Immunität gibt es schon. Aber viel länger als acht oder zwölf Wochen hält die nicht vor, weil dann ein verändertes Virus kommt. CoViD-19 mutiert, so man die Angaben von NextStrain zugrunde legt, seit seinem Auftreten gut einmal wöchentlich. D. h. wenn ich mich heute mit einem irgendwann mal erhältlichen Impfstoff gegen CoViD-19 impfen lassen würde, dann hielte dieser Schutz vielleicht zwei oder drei Monate lang an und danach wäre ich wieder infektionsgefährdet. Noch ’ne reguläre Impfung oder noch ’ne heimliche Gentherapie nach Spahns Vorstellungen? Und wie lange? Bis zum Lebensende? Bzw. wie lange würde das dann noch auf sich warten lassen? Übrigens: Die in der einschlägigen Wissenschaftsliteratur zigfach beschriebenen Fälle von Wiederinfizierten nach vorheriger Genesung weisen exakt auf diesen Umstand hin!

Worauf ich hinaus will: Allen gegenteiligen Beteuerungen fachlich-sachlich unbeleckter Politclowns zum Trotz wird CoViD-19 uns GARANTIERT erhalten bleiben und auch die Entwicklung unserer Gesellschaft in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen. Es ist in all den Jahren der Untersuchung von Infektionsgeschehen erst ein einziges Mal passiert, dass eine Krankheit praktisch von selbst wieder verschwunden ist. Das war vor knapp hundert Jahren die Encephalitis Lethargica. Alles andere – Tuberkulose, Masern, Mumps, Diphterie, Tetanus, Polio, Windpocken, Röteln und-und-und – ist uns erhalten geblieben. Welches Wissen haben sachkenntnisallergene Politiker, wenn die davon ausgehen, dass CoViD-19 der Lethargica und nicht den Masern folgt?!? Es dürfte, wenn denn irgendann vielleicht eine Impung verfügbar sein sollte, auf das gleiche Verfahren wie bei der Grippe hinauslaufen: Welcher Stamm wird erwartet? Man impft prophylaktisch gegen etwas, was vielleicht kommen könnte, was man erwartet. Liegt man mit der Vorhersage daneben, dann erkrankt man trotzdem. Im Falle von DNA-verändernden Impfstoffen: Man verändert das Genom des Menschen wieder und wieder ins Blaue hinein auf Gutdünken hin. Zugegeben, ich hätte kein sonderlich großes Problem damit, wenn mir dadurch Vampirzähne oder ein Geweih wachsen würden. Aber wer kommt für die Folgekosten und für die damit verbundenen Probleme auf?

Deswegen erscheint es mir wesentlich zweckmäßiger, das Hauptaugenmerk auf Medikamente zur Behandlung von Coronainfektionen zu richten. Derzeit sieht es so aus, als könnten dazu drei Mittel infrage kommen. Das sind im Frühstadium, also noch VOR dem Auftreten erster Symptome, das Ebola-Mittel Remdesivir, weil es das Virus im Frühstadium an der Vermehrung hindert. Das ist bei den ersten Symptomen vielleicht das Antidepressivum Fluoxetin („Prozac“), weil es die Proteinproduktion des Virus behindert. Und schließlich wäre da noch im Falle von schwerstem Verlauf das Cortison-Präparat Dexamethason zu nennen, welches die Sterblichkeitsrate senkt. Bei allen genannten Mitteln stehen detaillierte Studien bislang noch aus, doch es gibt erste Hoffnungsschimmer. Wenn man CoViD-19 aber einmal erfolgreich behandeln kann, dann braucht man keine fragwürdigen Impfungen mehr. Eine frühzeitig – und damit rechtzeitig – einsetzende Behandlung setzt allerdings auch das Erkennen der Infektion voraus. Hier könnten in die Breite der Bevölkerung gehende Schnelltests wie bspw. EasyCOV von der Rutgers University („The State University of New Jersey“) zum Zuge kommen.

Wie also stelle ich mir die Zukunft des Lebens mit CoViD-19 vor? Das Virus hat sich in der Humanpopulation etabliert und persistiert. Dadurch wird es immer wieder unvorhersehbar zu Wellen von Ausbrüchen und zu Hotspots kommen. Impfungen werden, wenn überhaupt, nur von eng begrenztem Nutzen sein können. Irgendwann wird es geeignete Medikamente zur Behandlung geben. Der Einsatz solcher Medikamente setzt das frühzeitige Erkennen einer Infektion voraus. Breitentests und das Fiebermessen vor Arbeitsbeginn, auf Flughäfen usw. könnten durchaus zum Standard avancieren. Selbstverständlich wird all das offiziell auf freiwilliger Basis geschehen, doch so mancher Arbeitgeber, Reiseveranstalter usw. dürfte auf dieser „Freiwilligkeit“ bestehen – so, wie es derzeit schon vereinzelt mit der Corona Warn App gehandhabt wird.

Häusliche Quarantäne, regionale Lockdowns u. ä. wird es weiterhin geben. Das gerät zur Normalität. Offiziell werden die Grund- und Bürgerrechte nicht eingeschränkt. Mit der Begründung „Corona“ hingegen praktisch schon – mal zeitweise, mal schleichend-dauerhaft, sichert der letztgenannte Fall doch die hohe Position derer, die sich dazu berufen fühlen, uns Vorschriften machen zu müssen. D. h. Corona muss künftig – ganz gleich, ob gesichert oder nicht – als Begründung für alles Mögliche herhalten. Wenn die Bürgerrechte aber eingeschränkt werden, dann entlädt sich irgendwann irgendwo punktuell und aus nichtigem Anlass die Wut der Bevölkerung (Beispiel Stuttgart). Um solche Aufstände eindämmen zu können ist ein Polizei- und Überwachungsstaat inklusive der Einschränkung des Rechts zur freien Meinungsäußerung vonnöten: Auch das ist eine Richtung, die meiner Meinung nach durch Corona vorgegeben wird. Wenn wir aufpassen und uns wie mündige Bürger verhalten wird es nicht passieren. Andernfalls allerdings – wenn wir alles so laufen lassen wie gewohnt – sehe ich schwarz …

Im Grunde genommen hat CoViD-19 an der Gesellschaft kaum etwas verändert. Die Dummen sind immer noch dumm, die Intelligenten immer noch intelligent, die Machtgeilen immer noch machtgeil, die Verschwörungstheoretiker immer noch verschwörungstheoretisch-realitätsverweigernd und die gelenkten Dumpfbacken immer noch dumpf-gelenkt. Man sieht es es jetzt nur viel deutlicher!