Meine erste Urlaubswoche ist fast schon wieder vorbei. Was habe ich davon gehabt? Durchschnittlich täglich mindestens sechs Stunden an Pflegeleistungen, damit gewisse Senioren, die sich hoffnungslos weltfremd selbst überschätzen und bei denen meine Meinung über ihre Zurechnungsfähigkeit nicht öffentlichkeitstauglich ist, nicht im eigenen Dreck ersticken – oder an der eigenen Knauserigkeit verhungern. Dazu das alles noch äußerst unkooperativ, um es einmal ganz beschönigt auszudrücken. In der verbliebenen Zeit wurde das Haus auf Vordermann gebracht. Hier Handwerker, da saubermachen. Hier was reparieren, da was anmontieren. Vom Keller bis zum Dach. Es ist schon bemerkenswert, was meine Frau da alles an Arbeiten findet: „Du kannst ja mal …“ Ich muss hier raus! Und die Hitze – schwül-gewittrige Witterung mit 30°C im Schatten – macht es auch nicht gerade besser.

Am heutigen Nachmittag hatte ich den Punkt erreicht, an dem zu nichts – aber auch zu absolut gar nichts – mehr Lust da war. Stattdessen gingen mir da so Gedanken von tiefen Höhlen und von kühlen, dunklen Bergwerksschächten durch den Sinn. Blöderweise sind die aber alle gerade noch wegen Corona gesperrt. Was könnte man also machen, wenn man nicht mehr putzen will, kein‘ Bock auf Garten hat und es überhaupt zu heiß ist, irgendwas anzufassen? Ganz spontan ins Freibad geht auch nicht, weil – wieder wegen Corona – nur mit Voranmeldung. Mir war da allerdings was aufgefallen, und zwar an unseren Balkonblumen. Morgens war da nämlich noch gar nichts. Nachmittags dagegen kribbelte und krabbelte es überall von ungebetenen Gästen.

Hm… – wozu hatte ich mir eigentlich ein Mikroskop zugelegt? Da könnte man doch glatt mal … Zugegeben, an meiner Probenahmetechnik (Abklatsch mit Doppelklebeband) muss ich noch etwas feilen, denn gerade die ganz filigranen Fliegen werden dabei schnell zermatscht. Aber prinzipiell haut’s hin. Hier sind mal ein Dutzend Aufnahmen der unerwünschten, stechenden, saugrüsselbewehrten und facettenäugigen Krabbler. Die Vergrößerung ist überall gleich. Die Spanne reicht von Gewitterfliegen über irgendwelche Mikrofliegen, verschiedene Arten von Blattläusen bis hin zur Weißen Fliege oder zur Spinnmilbe (angesichts der Anzahl an Beinchen tippe ich aber auf Weiße Fliege). Pflanzen ohne Hitzestress kommen mit sowas draußen gut zurecht. Wir brauchen Regen! Zwölf Fotos: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!