Es gab und gibt Menschen, die andere um ihr Hab und Gut erleichtern. Nein, ich meine weder Finanzamt noch Politik, sondern stattdessen die ganz normalen Kriminellen. Also bspw. Einbrecher. Aber auch gewisse Hacker bzw. die Schnittmenge von Beidem. Vor rund drei Jahren hörte ich mir dazu mal einen Vortrag der Polizei an. Vor rund drei Wochen griff ZDF WISO das Thema wieder auf und insbesondere angesichts der gerade aktuellen Urlaubszeit – d. h. viele Wohnungen stehen leer – halte ich einen diesbezüglichen Blog-Beitrag für durchaus angebracht.

Dabei soll es aber NICHT um aufwändige technische Schutzmaßnahmen gegen ungebetene Gäste gehen, sondern vielmehr um ein Einbrecher abschreckendes Verhalten. Denn auch dadurch lassen sich bereits im Vorfeld viele Probleme vermeiden. Warum steigt eigentlich die Anzahl der Einbrüche? Ich habe dazu eine Vermutung. Die hängt mit der extremen sozialen Schieflage zusammen. Wer (bspw. dank H4) nichts mehr besitzt und folglich auch nichts mehr zu verlieren hat, der ist u. U. sogar gezwungen, sich anderweitig zu bedienen. Wenn ein potenzielles Zielobjekt dazu noch verkehrsgünstig gelegen ist – bpw. das Dorf an der Autobahn oder an der Schnellstraße – dann ist auch der schnelle Fluchtweg gesichert: Runter von der Bahn, schnell ‘nen Bruch machen, rauf auf die Bahn und weg.

Einbrecher kommen nicht nur nachts. Sie kommen dann, wenn ein Haus oder eine Wohnung unbewohnt erscheinen, wenn niemand zuhause ist. D. h. auch tagsüber während der Schul- oder Arbeits- oder Einkaufszeit. Oder während des Wochenendausflugs und gerne auch in der frühen Dämmerung der dunklen Jahreszeit. Also muss man mit ihnen letztlich jederzeit rechnen. Lt. Polizeiangaben handelt es sich aber nur in den wenigsten Fällen um Profis. Sondern zumeist vielmehr um Gelegenheitstäter, die „mal eben auf die Schnelle“ etwas abgreifen wollen. Speziell auf diese Tätergruppe zielen auch die nun folgenden Verhaltentipps, denn die dienen primär der Abschreckung und eben dazu, eine leerstehende Wohnung bewohnt aussehen zu lassen. Die Anwesenheit von Bewohnern und die von ihnen halbwegs vernünftig gegen Dritte gesicherten Wohnungen bedeuten nämlich mehr „Arbeitszeit“ für den Dieb und daher auch ein höheres Entdeckungsrisiko. Und zu holen ist für den überall was. Auch bei denjenigen, die meinen „bei mir ist nichts zu holen“. Irrtum! Weil selbst der fünf Jahre alte Fernseher auf dem Flohmarkt oder die zwanzig Jahre alte Armbanduhr als Sammlerstück bei ebay angeboten noch ein paar Euro bringen. Und nur darum geht es: Jeder kann zum Opfer werden!

Sichtbare Sicherungstechnik wirkt abschreckend. Dabei muss die gar nicht mal echt sein; Attrappen reichen völlig aus. Allerdings keine Kameraattrappen (gilt auch für echte Kameras), weil die mittels Dachlatte i. d. R. schnell abgeschlagen sind. Besser – weil abschreckender – ist da schon ein großer, ziemlich benutzt aussehender und weithin gut sichtbarer Hundenapf mit der Aufschrift „Killer“ oder so ähnlich, auch dann, wenn man gar keinen Hund hat oder der vermeintliche „Killer“ ein junger Yorkshire-Terrier von Meerschweinchengröße ist: Hauptsache Abschreckung; der Einbrecher kennt „Killer“ ja nicht! Gleiches gilt für das vor dem „Wachhund“ warnende Schild: Schild ja, Hund ist gar nicht nötig! Darüber hinaus sollte man sich um ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn bemühen, damit die auch standardmäßig ein wachsames Auge auf Haus und Grundstück haben und im Falle eigener, längerfristiger Abwesenheit auch die Post rausnehmen. Denn es gibt kaum ein untrüglicheres Anzeichen für eine ungenutzte Wohnung als einen überquellenden Briefkasten. Gerade für die Post empfiehlt sich u. U. aber auch der Lagerservice. Dem aufmerksamen Auge des Nachbarn erleichtert man die Sache, indem man die Bepflanzung so niedrig wie möglich – d. h. unter 1,5m – hält, damit sie Fremden keinen Sichtschutz bietet.

Das man seine Abwesenheit vorher niemals lautstark im I-Net ankündigt, sollte sich eigentlich ohnehin von selbst verstehen. Auch die bspw. bei Facebook in einem Kommentar hinterlassene Telefonnummer sowie das vom Urlaubsort aus gepostete Bild des Abwesenden zeugen höchstens von geistiger Abwesenheit und sind für Einbrecher geradezu eine Einladung. Übrigens: Man gibt auch keine Bankverbindungen oder sowas per WhatsApp weiter – nicht, wenn der Zentralserver eines Herrn Mark Zuckerberg alles erfasst, an die NSA weiterleitet und die Daten obendrein noch gewinnbringend an unbekannte Dritte vertickert werden! Wer unbedingt einen Messenger mit (prinzipiell angreifbarem) Zentralserver sucht, der nimmt bei gleichem Funktionsumfang Telegram oder der verzichtet auf ein ganz klein wenig Funktionsumfang inklusive des prinzipiell angreifbaren Zentralservers und verwendet sinnvollerweise gleich Signal. Das aber nur mal so nebenbei am Rande als kleiner Tipp für sicheres Verhalten im Internet.

Doch auch die vielgepriesene Smarthome-Elektronik hat so ihre ganz eigenen Tücken und ist daher nur ausgesprochen vorsichtig einzusetzen – denn die kann gehackt werden und erweist sich dabei als verdammt auskunftsfreudig! Die jüngst erfolgte Warnung vor der preisgünstgen ALDI-IP-Kamera belegt das eindringlich auf’s Neue, denn im Falle eines Hacks wird die Technik gegen ihren Besitzer eingesetzt und die vermeintliche Sicherheit verkehrt sich in ihr genaues Gegenteil. Ferner sind alle weiteren Anzeichen für Abwesenheit zu vermeiden. D. h. das Garagentor sollte nicht weit offen stehen und bei fehlendem Auto von der Abwesenheit des Bewohners künden: Garagentore gehören geschlossen – immer!

Jalousien oder Rolläden sollte man geöffnet lassen (zugegeben, das kann die Versicherung ganz anders sehen – ist eben eine Frage der eigenen Entscheidung), damit der Eindruck von Anwesenheit erweckt wird. Diesen Eindruck erweckt man zusätzlich, indem bei Dunkelheit die Beleuchtung eingeschaltet wird – mal in diesem und mal in jenem Zimmer. Schaltuhren kosten nicht die Welt und machen’s problemlos möglich. Schaltuhren gestatten auch das Anschalten von Stereoanlagen und draußen hörbare Heavy-Metal- oder Death-Metal-Sounds lassen (gerade auch in Verbindung mit dem o. e. „Killer“; man könnte natürlich auch das Fritz-Haarmann-Lied nehmen) einen potenziellen Einbrecher gewisse Rückschlüsse auf die Mentalität des Bewohners ziehen und nachdenklich werden 😉 . Sinnvoll ist es darüber hinaus selbstverständlich auch, einen festen Tagesturnus zu vermeiden – also bspw. nicht immer zur gleichen Tageszeit zum Einkauf aufzubrechen – denn dann kann auch jemand, der das Haus beobachtet, nie sicher sein, ob es wirklich leer steht.

Doch man kann noch mehr tun, indem man dem Einbrecher nicht gerade das Leben erleichtert. Fenster und Türen sind geschlossen zu halten: Gekippt bedeutet offen – jeder Schlüsseldienst weiß das! Das betrifft gerade auch die Gartenarbeit im Sommer und z. B. eine Hoftür, denn so lange der Rasenmäher vor sich hin lärmt, weiß der ungebtene Gast ganz genau, dass der Bewohner draußen beschäftigt ist und das Haus aller Wahrscheinlichkeit nach leer steht. Was bedeutet, dass er freie Bahn hat – das „MÖHHH!“ des Rasenmähers signalisiert ihm ja, ob oder wann es brenzlig wird. Kellerfenster gehören ebenso geschlossen bzw. gesichert und man sollte dem Einbrecher nicht auch noch die Einbruchswerkzeuge zur Verfügung stellen.

D. h. Nebengebäude, in denen sich Werkzeug befindet, sind gleichfalls zu verschließen; Außensteckdosen immer schaltbar machen (ihr Normalzustand ist dann stromlos) und auch die dekorativ draußen an eine Hauswand gehängte Leiter zum Einstieg in das erste Stockwerk muss absolut nicht sein. Die kann man natürlich auch mit angesägten Sprossen zur Einbrecherfalle umfunktionieren; sie hing dann da eben offiziell nur zu Dekozwecken. Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Gartenmöbel vermeidet man am besten auch, indem man die wegschließt oder mit Ketten sichert. Mit Außenbeleuchtung durch LEDs in Kombination mit Bewegungsmeldern hat man keine exorbitanten Stromkosten mehr und vergrößert für den ungebetenen Gast die Gefahr einer Entdeckung deutlich. Allerdings sollte man für solche Sachen erfahrungsgemäß schon mindestens die Schutzart IP54 nehmen – IP44 reicht definitiv NICHT!

Textile Fußmatten vor Türen haben zwar aus hygienischen Gründen durchaus ihre Berechtigung, aber wie schnell sind die weggenommen, um an einem schlecht einsehbaren Gebäudeteil und über ein Fenser gelegt das Geräusch der eingeschlagenen Fensterscheibe auf ein kaum noch wahrnehmbares Minimum zu dämpfen! In solchen Fällen nützen nämlich auch gute Schließzylinder nichts – mal ganz abgesehen davon sind die mit einem frei verkäuflichen Lockpicking-Set ohnehin schnell geöffnet. Um das zu vermeiden, muss man schon die deutlich teureren Kugel-Schließzylinder einsetzen. Die aber auch nichts nützen wenn sie auch nur um zwei Millimeter überstehen sollten, denn in dem Falle behilft sich der Einbrecher mit dem gleichfalls frei verkäuflichen Knackrohr. Aber das geht jetzt schon in die technischen Details und soll hier daher nicht mehr weiter ausgeführt werden.

Abschließend lässt sich feststellen, dass man mit vergleichsweise wenig Einsatz und halbwegs sicherheitsbewusstem Verhalten wahrscheinlich schon einiges bewirken kann. Wer allerdings – solche Leute kenne ich auch! – den Porsche nebst Oberklasse-BMW oder Protz-Audi vor dem Haus und die Terrassentür offen stehen lässt, der spricht geradezu eine Einladung für ungebetene Gäste aus. Der hat es m. E. auch nicht anders verdient – und kann den Verlust normalerweise auch bezahlen.

Die eingangs erwähnten Gelegenheitstäter werden lt. Polizeiangaben nur dann aggressiv, wenn sie in Panik verfallen. Wenn sie also gestellt werden und man ihnen den Fluchtweg abschneidet. Die Polizei empfiehlt daher, bei Anwesenheit eines Einbrechers das Haus zu verlassen und sofort die Polizei zu verständigen. Sollte man aber doch mit einem Einbrecher aneinander geraten, dann gerät man selbst in den Zwiespalt zwischen Körperverletzung und Notwehr. D. h. die Notwehr muss beweisbar sein. Sicherer ist es dann, es wie einen Unfall aussehen zu lassen: „Ja, der Wind hat die Tür zugeschlagen und der Einbrecher hat die voll vor den Brägen gekriegt – ich kann gar nichts dafür!“ Oder, nachdem ihm die Treppe runter ein Besen zwischen die Beine geworfen worden ist: „Ja, also – der Besen ist umgekippt und der Einbrecher ist daraufhin die Treppe runter gestolpert und gestürzt. Dabei muss er sich wohl verletzt haben. Das hat sein Genick nicht mitgemacht.“ So in der Art eben … 🙂 Sonst (keine Ahnung, ob die Geschichte echt oder erfunden ist, auf jeden Fall aber bedenkenswert) …

… Günter F. (vollständiger Name nicht bekannt), ein älterer Herr aus Harsum im Landkreis Hildesheim, war gerade auf dem Weg ins Bett, als seine Frau ihn darauf aufmerksam machte, dass er das Licht im Carport hatte brennen lassen. Besagter Günter öffnete die Tür zum Wintergarten, um das Licht im Carport auszuschalten, sah dann aber, dass im Carport Einbrecher dabei waren, Geräte zu stehlen. Er rief die Polizei an, wo man ihn fragte, ob die Einbrecher auch bei ihm im Wohnhaus wären. Er sagte: „Nein, aber da sind Einbrecher im Carport, die gerade dabei sind, mich zu bestehlen.“ Der Polizist sagte „Alle Einsatzwagen sind beschäftigt. Schließen Sie die Türen zum Wohnhaus ab. Sobald eine Funkstreife zur Verfügung steht, schicke ich diese sofort bei Ihnen vorbei.“ Günter sagte: „Okay.“ Er legte auf und zählte bis 30. Dann rief er wieder bei der Polizei an. „Hallo, ich habe eben gerade bei Ihnen angerufen, weil Einbrecher Sachen aus meinem Carport stehlen. Sie brauchen sich jetzt nicht mehr zu beeilen, ich habe soeben beide erschossen.“ Und legte auf… Keine drei Minuten später trafen 6 Einsatzwagen der Polizei, ein Sondereinsatz-Kommando, ein Hubschrauber, ein Löschwagen der Feuerwehr, zwei Rettungssanitäter und ein Krankenwagen am Haus der Familie F. ein. Beide Einbrecher wurden auf frischer Tat festgenommen. Einer der Polizisten sagte dann zu Günter: „Aber Sie haben doch gesagt, Sie hätten die Einbrecher erschossen!“ Günter antwortete: „Und Sie haben gesagt, es wäre niemand verfügbar!“