Meine Fritz!Box 7430 ist schon ziemlich in die Jahre gekommen. Manchmal muckt sie, und zwar ganz gewaltig. Heute Morgen auch wieder. Das Ereignisprotokoll weist aus:

08:26:49 – IPv6-Präfix wurde erfolgreich bezogen …
08:27:01 – DSL antwortet nicht (Keine DSL-Synchronisierung).
08:27:06 – Internetverbindung wurde getrennt.
08:27:06 – Internetverbindung IPv6 wurde getrennt, Präfix nicht mehr gültig.
08:27:06 – Zeitüberschreitung bei der PPP-Aushandlung.

Und dann ging gar nichts mehr. Was tut man in so einem Fall? Das Übliche, nämlich den Router stromlos machen, gut 10 Sekunden warten und dann neu starten. Brachte diesesmal bloß nichts, auch nicht nach dem dritten Versuch. Nach einer knappen halben Stunden war die DSL-LED immer noch am Blinken. WLAN stand, aber I-Net gab’s nicht. Festnetztelefon auch nicht. Messerscharfer Schluss: Da muss ’ne DSL-Störung vorliegen! Ergo per Handy bei meinem Anbieter, der Telekom, unter 08003301000 (Kundenservice Festnetz) angerufen und mich durch diesen #!?*+%&$-Sprachcomputer gehangelt. Anschließend drei oder vier Minuten in der Warteschleife.

Dann die sehr positive Überraschung: Die Dame, die sich da meldete, war nicht nur freundlich und überaus hilfsbereit, sondern darüber hinaus auch noch in technischen Belangen ausgesprochen kompetent. Sowas ist man doch heute gar nicht mehr gewöhnt! Sie prüfte die Leitung durch und machte mir die betrübliche Mitteilung, dass die DSL-Anbindung völlig OK sei und der Fehler somit bei meinem in die Jahre gekommenen Router zu finden sein müsse. Watt ’nu??? Ihre Idee: Den Router auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Machte ich. Jetzt läuft er wieder. Wie lange weiß ich allerdings nicht und eine 7530er-Box als Ersatz ist daher schon bestellt (wenn ich allerdings daran denke, welche Fleißarbeit notwendig sein wird, um die ganzen Geräte dann irgendwann an den neuen Router zu hängen, habe ich jetzt schon kein‘ Bock mehr dazu). Jedenfalls ist der Werksreset der 7430er Box manchmal die letzte Rettung, wenngleich auch möglichweise nur auf Zeit. Deswegen will ich hier mal beschreiben, wie das abläuft.

Das WLAN funktioniert in so einem Fall ja. Daher den Browser des PCs starten und in die URL-Zeile „fritz.box“ eingeben. Sobald sich die Benutzeroberfläche der Box meldet loggt man sich dem zugehörigen Passwort ein und landet in der Übersicht. Dort jetzt links auf „System/ Sicherung“ klicken.

Im nächsten Schritt müssen die Einstellungen der Box zunächst gesichert werden. Die Box verlangt zum Erstellen der Sicherungsdatei ZWINGEND nach einem Passwort mindestens der Stufe MITTEL (die Passwortsicherheit wird aber angezeigt). Man denkt sich ein entsprechendes Passwort aus, tippt es ein und betätigt danach rechts unten den Button „Sichern“. Es folgt der Dialog zum Abspeichern der Sicherungsdatei auf dem PC, wobei die Datei einen Syntaxaufbau gemäß dem Schema „Fritz.Box 7430 (Ziffernkombination)_(DatumZeit).export“ aufweist. Bitte unbedingt MERKEN, wo die Datei abgespeichert worden ist!

Nun zum Reiter „Werkseinstellungen“ wechseln und den Button „Werkseinstellungen laden“ betätigen.

Es erfolgt eine Sicherheitsabfrage, welche darauf hinweist, dass alle vorgenommenen Konfigurationseinstellungen gelöscht werden. Diese Abfrage mit „OK“ bestätigen.

Es erscheint eine Meldung dahingehend, welche Nummer auf dem DECT-Telefon einzugeben ist. Achtung, ein Fritz-Phone ist dazu NICHT geeignet! Das DECT-Telefon zur Hand nehmen, die Nummer eintippern und auf „Abheben“ drücken.

Die nochmalige Sicherheitsabfrage poppt im Browser auf und wird mit „OK“ bestätigt. Ab jetzt läuft das Hard Reset. Es sollte binnen max. 5 Minuten abgeschlossen sein und die Box sollte neu booten. Sollte … – kann aber auch ein typischer Fall von „Denkste!“ sein! Wenn nach einer Viertelstunde immer noch lediglich die LED „DECT“ leuchtet, „Power/DSL“ blinkt und alles andere aus ist, dann hat sich die Box nämlich beim Reset aufgehängt. Nicht gut, kann aber passieren. Man kann dann versuchen, sie durch einen Router-Neustart (Netzteil raus, 10 Sekunden warten, Netzteil wieder rein) nochmal zu reanimieren. Bei mir hat das zwar geklappt, aber eine Garantie gibt’s dafür nicht. Andererseits: Wenn etwas ohnehin schon kaputt ist, dann kann man’s auch nicht mehr kaputt machen – daher ausprobieren.

Wenn es mit dem Booten funktioniert hat, dann leuchten hinterher an der Box die LEDs „DECT“ sowie „WLAN“ und die LED „Power/DSL“ blinkt. Die Box hat jetzt allerdings alles komplett vergessen – die Anmeldeinformationen für den Anbieter, die DECT-Telefone etc. Sie ist bis auf das Fritz!OS quasi „jungfräulich“ – lediglich die letzte (aktuellste) Version des Betriebssystems bleibt erhalten. Aber das WLAN ist (wieder) da. Und eine Sicherungsdatei hat man auch. Man loggt sich also wieder per Browser in die Oberfläche der Box ein und wählt „“System/ Sicherung“. Hier jetzt auf den Reiter „Wiederherstellung“ klicken. Je nach Browser hat man nun „Durchsuchen“ oder „Datei öffnen“ zur Auswahl. Da drauf klicken und die zuvor erstellte Sicherungsdatei (s. o.) aufrufen. Die verlangt nach dem Passwort (vgl. oben). Das eingeben.

Man wählt danach „Alle Einstellungen wiederherstellen“. Nun wird man noch dazu aufgefordert, zwecks Wiederherstellung eine Telefonnummer in das DECT-Telefon einzugeben – was aber nicht hinhaut, da die Verbindung zu den DECT-Telefonen auch gekillt worden ist. Alternativ kann man daher KURZ(!!!) einen beliebigen Knopf an der Box drücken und das Aufblinken signalisiert die Bestätigung. Binnen der nächsten zwei Minuten sollte dann, wenn es funktioniert hat, die normale Übersichts-Oberfläche der Box wieder im Browser zu sehen sein – inklusive der Anzeige einer funktionierenden Verbindung und einer an der Box konstant leuchtenden LED „Power/DSL“.

Das war’s aber noch nicht so ganz. Jetzt erstmal ausprobieren, ob man auch ins Internet kommt. Hat bei mir funktioniert. Dann sind noch alle DECT-Geräte (Telefone, Repeater, Fritz!DECT-Haustechnik etc.) manuell aufzuschalten – u. U. eine nervige und zeitraubende Fleißarbeit. Zuletzt geht man nochmal per Browser in die Box rein und aktiviert dort auch den Anrufbeantworter wieder. Letztlich noch die Telefone ausprobieren. Insgesamt hat mich die Aktion beginnend mit der ersten Störung inklusive Telekom-Rat und bis dann alles wieder lief rund drei Stunden und ein paar graue Haare mehr gekostet. Ach ja, fast vergessen: Sollte bei den DECT-Telefonen nach dem Hard Reset der Box die Verbindung nach ein paar Sekunden ausfallen, dann muss an besagten Telefonen noch ein Mobilteil-Reset vorgenommen werden!