Vorab und um Missverständnissen vorzubeugen: PC hat hier jetzt nichts mit der Computerei zu tun! PC steht nämlich für Paprika-Chili. Also … – die Chilisaison gestaltete sich schwierig. Was den mit unreifen Früchten voll hängenden Pflanzen nach dem nasskalten Sommer fehlte war die Wärme. Deswegen nahm ich die Balkonkästen zum Anfang des Oktobers rein und jetzt, rund drei Wochen später, leuchtet das erntereif in allen Farben! Was macht man mit so vielen Chilis? In einem Forum fand ich die grobe Richtschnur für eine Paprika-Chili-Soße. Hörte sich gut an. Hier und da nochmal wegen der einen oder anderen Kleinigkeit nachgefragt und dann wollte ich loslegen – und stellte fest, dass ich mich bei den Zutaten vertan hatte. Egal, das muss auch so gehen … – dann eben Plan B, die Abwandlung des Originalrezeptes. Und es ging! Schmeckt saulecker und nach mehr! Geht so:

Menge: ca. 0,5l (3-6 Twist-Off-Gläser 100-200ml, je nach Größe)
Zeitbedarf: 1 Stunde

Zutaten:
5 Gemüsepaprika
150g Gelierzucker 2:1 (alternativ 250g normaler Gelierzucker)
150ml Apfelessig (alternativ normaler Essig)
1 TL Salz
Chili (hier scheiden sich die Geister – bei scharfen Sorten wie Trinidad Moruga Scorpion, Carolina Reaper etc. tut es eine frische Frucht, alternativ auch zwei gestrichene TL voll eingefrorenes und zerkleinertes Material; bei milderen Chilis kann man bis zu 50g hoch gehen)

Zubereitung:
Die Gläser samt Deckeln in kochendem Wasser (im großen Kochtopf) sterilisieren und ein mit heißem Wasser befeuchtetes Geschirrtuch auslegen. Gläser und Deckel später mit einer hölzernen Würstchenzange aus dem heißen Wasser rausangeln und etwas abtropfen lassen. Während die Gläser vor sich hin sterilisieren beaufschlagt man einen 2l-Topf mit dem Gelierzucker, dem Apfelessig und dem Salz. Anschließend die (ggfs. gereinigten und entkernten) zerkleinerten Chilis – Schärfe je nach Geschmack – hinzufügen. Die Paprikas abwaschen und mittels Obstmesser möglichst klein in den Topf reinschnippeln. Der sieht anschließend randvoll aus. Macht aber nichts, denn das wird jetzt mit dem Mixstab atomisiert. Beim Pürieren aufpassen, weil das aufgrund der doch recht harten Paprikastücke fürchterlich spritzt (ggf. Schutzbrille verwenden und Schutzhandschuhe verstehen sich sowieso von selbst). Wenn alles zu einer sämigen Masse verarbeitet worden ist – die umfasst jetzt etwa nur noch 1l – unter Rühren kurz aufkochen (Vorsicht – schäumt und spritzt!) und dann so lange mild weiterkochen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das ist nach ca. 30 Minuten der Fall. Dabei oft, viel und häufig umrühren, damit nichts anhängt. Falls beim Rühren noch größere Stücke zutage treten: Rausangeln und aufessen! Am Ende hat man gut 0,5l an Volumen. Die Soße wird dann am besten mittels Soßenkelle noch kochend heiß in die Gläser gegeben. Die Gläser umgehend verschließen und kopfüber auf das Geschirrtuch stellen sowie dort auskühlen lassen. Alle verwendeten Utensilien anschließend zwecks Grobreinigung umgehend mit heißem Wasser abspülen! Achtung, dabei entwickeln sich je nach Chilisorte ggf. heftige Tränengaswolken! Über die Haltbarkeit der Soße kann ich (noch) nichts sagen, doch im Originalrezept wurde das das Wort „ewig“ verwendet. Die Soße schmeckt süß-würzig-fruchtig-aromatisch und passt zu allen möglichen Gerichten, Grillfleisch, Bratwurst etc. Im obigen Rezept ist die Schärfe so bemessen, dass auch Nicht-Chiliheads ohne Krankenhausaufenthalt damit zurechtkommen. 😉