Fotos macht man mit unterschiedlichen, aber doch standardisierten Seitenverhältnissen, also 4:3 (typisch für Webseiten oder Fotobücher), 3:2 (typisch für Einzelabzüge) etc. Das wird an der Kamera mit dem Bildformat eingestellt. Wenn man nun aber ein Foto hat, bei dem man einen Bildausschnitt im korrekten Seitenverhältnis anfertigen will, dann wird’s etwas kniffliger. Klar, ein Ausschnittwerkzeug haben die Bildbearbeitungen alle. Aber für das korrekte Seitenverhältnis? Das liefert eigentlich nur IrfanView in geradezu vorbildlicher Manier (weswegen das dafür auch mein Lieblingsprogramm ist). Es ist aber immer besser, zusätzlich noch einen „Plan B“ in petto zu haben. Geht’s nicht vielleicht auch mit GIMP und wenn ja – wie?

Es geht. Ich habe dazu etwas rumprobieren müssen und die Vorgehensweise unterscheidet sich auch deutlich von der, die ich von IrfanView gewohnt bin (IrfanView ist da deutlich bequemer und effizienter). Aber es ist relativ einfach grundsätzlich machbar. Und zwar so:

Zuerst das Bild, aus dem ein Ausschnitt angefertigt werden soll, unter GIMP laden. Anschließend das Rechteck-Auswahlwerkzeug selektieren und den Auswahlrahmen ungefähr da, wo man ihn haben will in ungefähr der gewünschten Größe aufziehen.

Nun im Dialogfenster des Werkzeugs unter „Größe“ die „Höhe“ und „Breite“ des Ausschnitts eingeben. WICHTIG DABEI: Unbedingt kontrollieren, ob GIMP das auch korrekt angenommen hat, denn es ist mir mehrfach passiert, dass die Software die Werte aus unerfindlichen Gründen geringfügig veränderte – in dem Falle also die Eingabe nochmal korrigieren! Zu den geeigneten Maßen vgl. die kleine Auflistung unten am Beitragsende. Nun diese hinsichtlich des Seitenverhältnisses korrekt definierte Auswahl so auf dem Bild platzieren wie man es sich vorstellt.

Jetzt muss die Auswahl noch freigestellt werden und einen entsprechenden Befehl sucht man bei GIMP leider vergebens. Deswegen ist eine andere Vorgehensweise vonnöten, nämlich: Zuerst die Auswahl mit „Bearbeiten/ Kopieren“ in die Zwischenablage freistellen und sie danach mit „Bearbeiten/ Einfügen als/ neues Bild“ aus der Zwischenablage auf die Oberfläche holen. Dieses Bild nun wird exportiert und man hat den Ausschnitt mit den erwünschten Proportionen.

 

 

Und was sind jetzt typische Bildformate im Seitenverhältnis 4:3? Hier mal eine kleine Liste …

  • 1600*1200px (f. Abzüge bis etwa DIN A5)
  • 2048*1536px (f. Abzüge bis etwa DIN A4, entspricht 3MP-Sensor)
  • 2272*1704px (f. Abzüge bis etwa DIN A4, entsprcht 4MP-Sensor)
  • 2592*1944px (f. Abzüge bis etwa DIN A3)
  • 2848*2136px (f. Abzüge bis etwa DIN A3)
  • 3264*2448px (f. Abzüge bis etwa DIN A3, entspricht 8MP-Sensor)
  • 3648*2736px (f. Abzüge 70*50cm, entspricht 10MP-Sensor)
  • 4000*3000px (f. Abzüge 70*50cm, entspricht 12MP-Sensor)
  • 4288*3216px (f. Abzüge 70*50cm, entspricht 14MP-Sensor)
  • 4608*3456px (f. Abzüge 120*80cm, entspricht 16MP-Sensor)
  • 4896*3672px (f. Abzüge 120*80cm, entspricht 18MP-Sensor)
  • 5184*3888px (f. Abzüge 120*80cm, entspricht 20MP-Sensor)

 

Diese Liste ist zwar rein empirischen Ursprungs (für eine 72dpi-Auflösung), doch arbeite ich mit der schon seit Jahren recht erfolgreich. Die Abzugsgrößen sind Maximalwerte (kleiner geht immer) und die Sensorgrößen Richtwerte. D. h. wenn man ein Foto wie im obigen Beispiel mit 4608*3456px gemacht hat, dann ergibt der Ausschnitt davon mit 2048*1536px immer noch einen qualitativ ziemlich guten Abzug bis zum Format DIN A4 – und zwar einen, bei dem die Bildproportionen u. d. h. das Seitenverhältnis erhalten bleiben.