Meine Frau und ich hatten in der Vorweihnachtszeit einiges in Stadthagen zu erledigen und ich nutzte die Gelegenheit für ein paar Schnappschüsse (mit dem Handy) von der Weihnachtsbeleuchtung. Die Ergebnisse waren – gelinde ausgedrückt – beschi…, denn der eigentlich dunkle Himmel des späten Spätnachmittags wurde eben nicht dunkel, sondern stattdessen unnatürlich blau abgebildet. So, dass ich vom Anschauen schon Augenkrebs bekam. Zuerst wollte ich den ganzen Mist löschen, doch dann dachte ich mir: „Heb’s mal auf – vielleicht lässt sich ja doch noch was damit anfangen!“ Das habe ich heute mal ausprobiert. Und – ja! – es geht durchaus. Wenn man nämlich aus zwei Bildern eins macht. Wenn man nämlich den vergeigten Himmel einfach austauscht, nachdem die ganze nachträglich versuchte Filterei gründlich in die Hose gegangen ist.


Das eigentlich ziemlich vergeigte Originalbild: Am Himmel stimmt nichts – aber auch rein gar nichts!

Wie tauscht man aber einen dermaßen vergeigten Himmel? Man ersetzt ihn durch einen Original-Nachthimmel. Dazu griff ich auf eins meiner Vollmondbilder zurück. Bei dem wurde durch Ebenenüberlagerung der Vollmond rausretuschiert, so dass wirklich nur noch der reine Nachthimmel übrig blieb. Ganz wichtig dabei: Das Himmelsfoto und das zu korrigierende Bild müssen GLEICHE GRÖßE aufweisen!


Die Vorbereitung des Nachthimmels: Vorher und Nachher. Der Nachthimmel soll den verhunzten Himmel auf der Originalaufnahme ersetzen.

Für das, was dann folgte, habe ich GIMP eingesetzt. Ein Dutzend Schritte führen zum Ziel:

  1. Zu korrigierendes Bild unter GIMP laden.
  2. „Ebene/ Transparenz/ Alphakanal hinzufügen“ auswählen.
  3. Zauberstab-Werkzeug anklicken und zu ersetzenden Bereich markieren (dabei ggf. mit gedrückter SHIFT-Taste fehlende Bereiche von Hand hinzufügen), zusätzlich unter den zugehörigen Werkzeugeinstellungen die Schwelle ruhig großzügig erhöhen, bis ggf. Strukturen sichtbar werden.
  4. „Auswahl/ Vergrößern“ selektieren und die Auswahl um +1px ausdehnen.
  5. „Auswahl/ Schwebend“ macht aus der Auswahl eine neue Ebene.
  6. Im Ebenendialog die Deckkraft dieser neuen Ebene auf Null reduzieren, so dass sie transparent wird.
  7. Auf das Ankersymbol unten im Ebenendialog klicken, damit Auswahl und Ebene wieder zu einem Bild verschmelzen. In diesem Bild ist der alte Himmel jetzt transparent.
  8. Über „Datei/ Als Ebenen öffnen“ jetzt den vorbereiteten Nachthimmel laden; er überdeckt zunächst das zu korrigierende Bild.
  9. Im Ebenendialog unten mit „Grüner Pfeil nach unten“ den Himmel unter die Ebene des zu korrigierendes Bildes legen.
  10. „Bild/ Bild zusammenfügen“ vereint beide Ebenen.
  11. „Farben/ Werte“ anklicken und in der Dialogbox den Button „Automatisch“ betätigen; anschließend mit „OK“ übernehmen, damit die Farben stimmig sind.
  12. Fertiges Bild exportieren und ggf. noch nachbearbeiten.


Das fertig korrigierte Bild: An „Echtheit“ kaum noch zu überbieten! 😉

Die Nachbearbeitung kann – falls überhaupt nötig – bspw. mit JPG Illuminator erfolgen, weil damit wesentlich bessere Ausleuchtungskorrekturen als mit GIMP möglich sind. Diese Methode ist aber nicht nur auf das Austauschen eines verunglückten Taghimmels gegen einen Nachthimmel beschränkt. Auch bei Landschaftsaufnahmen mit überbelichtetem (weißem!) Himmelsanteil lässt sich mittels des Himmelstausches noch einges retten.